JP CruisAir LC 12’6’’x31’’Leichtes, manövrierfreudiges Touring-SUP im Test.

Stephan Gölnitz

 · 14.08.2026

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Foto: Sonja Duschek
JP CruisAir 12’6’’x31’’: Details und auf dem Wasser.
Das 12’6’’er Touring SUP ist nach dem ersten Einsteiger-Board für viele Paddler meist das nächste Board für alle Fälle - und dann meistens für viele weitere Jahre der beste Begleiter: tragfähig, schneller als ein kurzer Allrounder und kursstabil für längere Strecken. Das JP CruisAir 12’6’’x31’’ ist ein besonders leichter Vertreter seiner Klasse und daher auch noch äußerst handlich.

Themen in diesem Artikel

​Konstruktion und Ausstattung des JP CruisAir 12’6’’x31’’

Schon an Land fällt die Form des Cruise Air auf. Das Board besitzt eine spitze Nose, die sich leicht aus dem Wasser erhebt. Es liegt also nicht vollständig flach, sondern ist im vorderen Bereich leicht aufgebogen. Auf dem Wasser bleiben die ersten rund 25 Zentimeter der Nose entsprechend meist über der Wasseroberfläche. Das erleichtert das Queren von Wellen und hält das Board vorne trocken. Gleichzeitig sorgt der spitze Bug für eine sportliche Optik. Von der Nose (Bug) verläuft die Outline in einer harmonischen Kurve bis zur breitesten Stelle des Boards. Das Heck besitzt eine mittlere Breite. Es bietet damit einerseits noch genügend Stabilität für Turns, andererseits bleibt Potenzial für einen guten Speed.

Leichte LC-Bauweise: nur 7,3 Kilo

Die LC-Bauweise (Light Crossed) ist die leichteste Bauweise in der dieses Board angeboten wird (wir haben es mit 7,3 Kilo, ohne Luft, ohne Finne) gewogen. Bei der Steifigkeit zeigt sich dennoch ein absolut guter Standard. Die alternativ angebotene, nochmals verstärkte CR-Bauweise (Cross Reinforced), die wir im Vergleich beim getesteten JP SportsAir 13’x’29’’ checken konnten, bietet vor allem bei welligen Bedingungen noch etwas mehr gefühlte Steifigkeit. Für den normalen Einsatzbereich ist die Steifigkeit der hier vorgestellten LC-Version aber mehr als ausreichend.

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Makellose, verschweißte Nähte.Foto: Stephan GölnitzMakellose, verschweißte Nähte.

Die Verarbeitung hinterlässt einen tadellosen Eindruck. Die Kanten sind sauber verarbeitet. Zum Einsatz kommt dabei die Welded-Seam-Technologie, bei der die umlaufenden Außenkanten verschweißt werden. Das soll die Haltbarkeit erhöhen und durch den geringeren Klebereinsatz zusätzlich Gewicht sparen. Wobei der Gewichtsvorteil durch den eingesparten Kleber vermutlich eher geringer ausfällt. Eine Besonderheit bei JP ist die Position des Ventils: Es sitzt vorne oben am Bug. Direkt auf der gegenüberliegenden Unterseite befindet sich die Abschleppöse. Am Heck gibt es oben eine Öse für die Leash.

Finnenplättchen im Kasten integriert

Der Finnenkasten besitzt dabei eine praktische Besonderheit. Das Gewindeplättchen ist bereits in den Finnenkasten integriert. Dadurch muss lediglich die Kunststoff-Rändelschraube von oben eingeschraubt werden und das Plättchen kann nicht verloren gehen. Das ganze geht dadurch auch sehr schnell. Die Schraube ist ab Werk mit einem kleinen Sicherungsring in der Finne gegen Herausfallen gesichert. Dieser Sprengring kann allerdings selbst verloren gehen. Darauf sollte man achten. Achtung auch: Der Kasten ist mit vielen Zubehörfinnen nicht kompatibel.

Das Finnenplättchen ist im Kasten fix montiert, die Finnenschraube griffig.Foto: Stephan GölnitzDas Finnenplättchen ist im Kasten fix montiert, die Finnenschraube griffig.

Vorne befindet sich ein mittelgroßes Gepäcknetz mit Bungee-Cord, das an vier Kunststoffösen befestigt ist. Für mittelgroßes Gepäck ist der Stauraum ausreichend dimensioniert. Das Deckpad reicht nahezu vom Heck bis zum Gepäcknetz und deckt damit genau den Bereich ab, der beim Paddeln betreten wird. Es ist genau genommen fünfgeteilt, was das Einrollen etwas erleichtern könnte und gleichzeitig ein wenig Gewicht spart. Die Unterbrechungen sind mit etwa zwei bis drei Zentimetern allerdings so schmal, dass sie beim Paddeln praktisch nicht stören.

Griffiges und bequemes Deck-Pad

Das neue Deckpad kennen wir bereits vom SportsAir 13’ x 29’’. An Land fühlt es sich sehr weich an, und auch auf dem Wasser ist es ausgesprochen angenehm unter den Füßen. Gleichzeitig bietet es erstaunlich viel Rutschfestigkeit – sowohl in Längsrichtung als auch vor allem quer zur Fahrtrichtung. Das ist angesichts der feinen Längsriffelung so nicht unbedingt zu erwarten. Ganz hinten ist das Pad leicht keilförmig erhöht. Wer für einen Pivot-Turn weit nach hinten geht, kann den Fuß dort gegenstellen. Dafür steht man allerdings schon ziemlich weit hinten. Das ist eher für die sportliche Turn-Variante gedacht.

Das Deck ist besonders komfortabel und griffig.Foto: Stephan GölnitzDas Deck ist besonders komfortabel und griffig.

Auch der Tragegriff entspricht dem, den wir bereits vom anderen JP-Board kennen. Er ist dünn, auf der Unterseite aber ebenfalls dünn gepolstert. Dadurch lässt er sich angenehm greifen. Da das Board ohnehin so leicht ist, braucht es keinen besonders dicken Henkel. Am Tragegriff trägt sich das Cruise Air entsprechend wunderbar bequem. Insgesamt macht das Board bei der Verarbeitung einen tadellosen Eindruck. Hier kauft man nicht die Katze im Sack, sondern bekommt gute Qualitätsware mit sehr sauberer Verarbeitung und hochwertiger Technologie.

Praxistest: Schon der Weg zum Wasser macht Spaß

Der Paddeltest beginnt bei einem so leichten Board eigentlich schon an Land. Wenn man mit dem CruiseAir 12.6 zum Wasser geht, fällt sofort auf, wie federleicht es sich für ein Touringboard dieser Länge trägt. Das macht richtig Spaß. Selbst Kinder können das Board bereits gut tragen. Man hat es lockerlässig in einer Hand, wirft es ins Wasser, springt auf und paddelt los. Dieses spritzige Gefühl setzt sich auf dem Wasser unmittelbar fort. Mit 15 PSI Luftdruck liegt das Board ordentlich steif im Wasser. Es schwimmt nicht pfeilgerade, aber auch keineswegs stark durchgebogen. Mit den ersten Paddelschlägen geht es dann gleich zügig voran. Das Cruise Air beschleunigt flott und wirkt sehr leichtfüßig. Es behält auch unter ordentlich Last seine vorgegebene Form und bietet wie unten beschrieben gute Leistung und Manövereigenschaften. Damit ist das Cruise Air insgesamt ein schönes Spaßbrett, das sich nicht nur für längere Touren, sondern auch für kürzere Strecken eignet.

Touring und Gepäck

Wer das Board für längere Touren einsetzen möchte, hat die entsprechende Gepäckoption. Auch hier überzeugt das Cruise Air mit einer für die Klasse üblichen Geschwindigkeit und einem sehr leichten Paddelgefühl, das vor allem durch das geringe Boardgewicht entsteht.

Das Board liegt lang im Wasser, lediglich der Bug ist aufgebogen: das passt sehr gut zum Allround-Touring-Charakter.Foto: Stephan GölnitzDas Board liegt lang im Wasser, lediglich der Bug ist aufgebogen: das passt sehr gut zum Allround-Touring-Charakter.

Gerade bei Touren mit Tragepassagen spielt das geringe Gewicht seine Stärke aus. An Schleusen oder Untiefen, beispielsweise bei Flusstouren, ist man entsprechend froh, wenn nicht zusätzlich mehrere Kilogramm Board getragen werden müssen. Der Stand auf dem Deck ist immer ausgesprochen bequem. Barfuß verursacht das Deckpad überhaupt kein unangenehmes Druckempfinden unter den Füßen. Gleichzeitig bleibt die Rutschfestigkeit sehr hoch. Die Spurtreue ist absolut in Ordnung und ermöglich viele Paddelschläge auf einer Seite. Wer besonders lange Touren fährt, könnte noch ein entsprechendes Finnen-Upgrade mit einer größeren Flosse in Betracht ziehen. Das gilt allerdings auch für fast alle Touringboards dieser Klasse gleichermaßen. (Achtung: Kompatibilität prüfen, die JP-Box ist sehr kurz und mit vielen Finnen nicht kompatibel).

Wendigkeit und Turns

Beim Crossboard Turn (du bleibst in der Mitte stehen und machst mit dem Paddel mehrere Bogenschläge) dreht das Cruise Air sehr gut. Die leicht angehobene Nose und das nur leicht aufliegende Heck sorgen dafür, dass das Board schnell auf Drehimpulse reagiert. Auch auf der Geraden lässt es sich gut im Kurs korrigieren. Bei Seitenwind beispielsweise kann man mit leicht bogenförmigen Paddelschlägen sehr gut gegensteuern und das Board wieder auf einen neuen Kurs bringen.

Nicht deppeneinfach, aber mit etwas Balancegefühl gelingen auch Pivot Turns auf dem leichten Touringboard.Foto: Sonja DuschekNicht deppeneinfach, aber mit etwas Balancegefühl gelingen auch Pivot Turns auf dem leichten Touringboard.

Geht man für einen Turn nach hinten, kommt die Nose, auch wegen des geringen Board-Gewichts, gut aus dem Wasser. Das Board nimmt die Nase schön hoch und klebt nicht am Wasser und lässt sich flink drehen. Geht man dabei bis zum Ende des Pads zurück, dann steht man allerdings bereits in einer etwas anspruchsvolleren Position, weil das Heck nicht wie bei vielen kurzen 10.6er Einsteiger-Boards besonders breit ausfällt. Dennoch bietet das CruisAir geübten Paddler genügend Stabilität, um den Turn sicher zu fahren und sich anschließend mit zusätzlichen Paddelschlägen wieder nach vorne zu arbeiten.

Geschwindigkeit und Stabilität

Das JP Australia CruisAir 12.6 ist ein ausgewogenes Touringboard. Mit seinen 12,6 Fuß Länge eignet es sich auch für lange Touren und ermöglicht ein gutes Vorankommen. Die übliche Geschwindigkeit liegt vermutlich irgendwo zwischen 6,5 und 7,5 km/h – abhängig vom Paddeldruck. Das Ganze geht aufgrund des geringen Boardgewichts sehr leicht von der Hand. Auch kurze Beschleunigungen zwischendurch gehen leicht von der Hand. Bei der Kippstabilität zeigt das Board ein für diese Breitenklasse normales Verhalten. Weil es weder ein besonders breites noch ein besonders schmales Heck und einen entsprechend ausgewogenen Shape besitzt, liegt auch der Kippelfaktor im klassenüblichen Bereich. Für einen geübten Paddler vermittelt das Cruise Air damit auch bei sehr welligen Bedingungen absolut ausreichende Stabilität. Natürlich ist das CruisAir kein 33 Zoll breites Anfängerboard mit besonders breitem Heck und entsprechend hoher Grundstabilität. Genauso wenig handelt es sich aber um eine anspruchsvolle Rennmaschine. Stattdessen kombiniert JP hier guten Touring-Speed mit guter Kippstabilität – und das Ganze in einem vor allem sehr, sehr leichten Set.

Technische Daten und Konstruktion

Das Modell wird als JP Australia CruisAir LC 12'6" x 31" x 6" geführt. Die 12,6 Fuß entsprechen rund 381 Zentimetern Länge, die 31 Zoll rund 81 Zentimetern Breite und die sechs Zoll rund 15 Zentimetern Dicke. Der empfohlene VK inklusive Packsack und Pumpe ist 569 Euro.

Test-Fazit

Das JP Australia Cruise Air LC 12.6 x 31 ist ein ausgewogenes Touringboard mit zusätzlichen Allround-Qualitäten. Es fährt flott, dreht gut, reagiert angenehm auf Steuerimpulse und bietet genügend Stabilität, um auch bei anspruchsvolleren Bedingungen sicher unterwegs zu sein.

  • Seine besondere Stärke ist dabei das geringe Gewicht. Mit 7,3 Kilogramm (unsere Messung, ohne Luft, ohne Finne) trägt sich das 12,6-Fuß-Board ausgesprochen leicht und macht bereits auf dem Weg zum Wasser Spaß. Auf dem Wasser setzt sich dieser leichte, spritzige Charakter fort.
  • Die Steifigkeit liegt auf einem guten Niveau und reicht für den vorgesehenen Einsatzbereich mehr als aus. Die alternativ angebotene, noch höherwertige CR-Bauweise von JP böte bei welligen Bedingungen oder sehr schweren Paddlern zwar noch einmal zusätzliche Steifigkeit, notwendig ist das für den normalen Einsatz aber nicht.
  • Wer ein sehr leichtes Touringboard sucht, das bereits recht sportliche Fahreigenschaften bietet und gleichzeitig noch genügend Allround-Charakter für kürzere Ausfahrten besitzt, bekommt mit dem Cruise Air LC ein sehr sauber verarbeitetes und unkompliziertes Board. Für engagierte Sportpaddler sei nochmal der Blick auf den (allerdings anspruchsvolleren) JP SportsAir 13’x29’’ empfohlen.

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Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Redakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

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