JP SportsAir CR 13’x29’’Schnelles Touring-SUP im Test

Stephan Gölnitz

 · 13.08.2026

Auf der Geraden paddelt sich das schlanke Board spurtreu...
Foto: Sonja Duschek
Der JP-Australia SportsAir 13’x29’’ im Detail und auf dem Wasser.
Der SportsAir CR 13’x29’’ bietet auf dem Papier die nahezu perfekten Eckdaten für einen schnellen Sport-Tourer. Und auch auf dem Wasser konnte das Board als steifes, schnelles Touringboard überzeugen.

Themen in diesem Artikel

12’6’’er SUP-Boards gibt es in Hülle und Fülle und in nahezu allen Breiten. Dieses Board nimmt mit 13 Fuß Länge und 29 Inch Breite eine besondere Position ein. Es soll den sportlich orientierten Fitness- oder Touringpaddler ansprechen. Entsprechend wird das Board ausschließlich in der höherwertigen “CR”-Technologie angeboten.

Ausstattung und Verarbeitung

Das JP-Board kommt in 13 Fuß Länge und 29 Zoll Breite bei 6 Zoll Dicke. Die Dicke ist ein Standardmaß für moderne, steife Boards. Die Länge ist etwas größer als das übliche Touringmaß, aber noch unter dem Maß reiner Raceboards, die meistens 14 Fuß messen, aber mit oft weniger als 26 Inch Breite in eine deutlich anspruchsvollere Kategorie zählen. Mit 29 Zoll Breite liegt das SportsAir aber dennoch eher auf der schlanken, sportlichen Seite für Boards dieser (Touring-)Kategorie.

Bauweise

Das getestete SportsAir CR kommt in der CR-Bauweise, wobei CR für „Cross Reinforced“ steht. Dabei handelt es sich um die steifste Bauweise, die JP anbietet. Die Konstruktion basiert auf der LC-Bauweise und verfügt über eine zusätzliche Verstärkungsschicht sowie einen kreuzweise gewebten Dropstitch-Kern. Ergänzt wird das Ganze durch verschweißte Nähte, sogenannte Welded Rails, was die Haltbarkeit der seitlichen Nähte deutlich erhöhen soll.

Standbereich

Der gesamte normalerweise genutzte Standbereich ist mit einem weichen Deckpad abgedeckt, das nicht die übliche Rautenform hat, sondern eine längliche Riffelung. Diese wirkt trocken an Land nicht sonderlich griffig, was sich auf dem Wasser allerdings als absoluter Trugschluss erweist, weil sie dort ganz im Gegenteil besonders guten Halt bietet. Dieses Pad ist nach hinten hin leicht unterteilt, aus Designgründen vermutlich, und endet in einem kleinen Keil ganz hinten vor der hinteren Öse für die Leash, wo der Fuß bei sehr engen Turns Halt finden kann.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Features

Der Tragegriff ist dünn und weich, aber gut gepolstert, stört also kaum, wenn man darauf tritt. Das Board lässt sich daran aber angenehm tragen. Auch weil es mit 8,3 Kilogramm (ohne Finne) bereits auf der relativ leichten Seite liegt. Das Gepäcknetz ist von der Dimensionierung auf den Einsatz als Tagestourer ausgelegt. Hier findet eine mittelgroße Tasche Platz. Wer deutlich mehr Gepäck mitnehmen möchte, muss sich überlegen, im hinteren Bereich für größere Touren noch ein zweites Gepäcknetz beziehungsweise zumindest Halteösen für ein zweites Gepäcknetz nachzurüsten, was ja durchaus möglich ist.

Form und Design

Das Board hat eine schlanke Nose, die relativ gemäßigt und langsam erst in den breitesten Bereich im Center überläuft. Das ergibt einen sehr harmonisch geformten , spitzen Bug. Auch aus Paddlersicht wirkt das sehr stromlinienförmig. Die Bugspitze ist nur leicht übers Wasser angehoben, sodass das Board kaum Wasserlinienlänge verschenkt und dennoch kleine Kabbelwellen gut überwindet. Das hat sich auch beim Paddeln gegen den Wind als sehr funktionell erwiesen. Das Board wirkt im mehrfarbigen Design sehr edel. Die Bahnen sind sehr ordentlich geschnitten und tadellos verklebt.

Finne und Montage

Die Finne wird mit einer Schraube befestigt, die dauerhaft in der Finne verbleibt. Das Gewinde verbleibt im Finnenkasten, was die Montage beschleunigt. Eine griffige Schraube lässt sich leichter drehen als die üblichen Messingplättchen. Die Finne fällt eher klein aus. Dennoch hat das Board einen guten Geradeauslauf. Wer für lange Touren allerdings möglichst guten Geradeauslauf möchte oder diesen noch verbessern möchte, hat hier mit einer großflächigeren Finne sicherlich noch etwas Optimierungspotenzial. Allerdings hat das Board durch die schlanke Form ohnehin bereits einen guten Geradeauslauf, der natürlich durch die große Länge zusätzlich unterstützt wird.

Kippstabilität und Steifigkeit

Das 13 Fuß lange JP SportsAir in 29 Zoll Breite überrascht bereits beim ersten Losfahren. Nach den Erfahrungen mit den 30 bis 32 Zoll breiten 12’6’’er Boards war zunächst zu erwarten, dass die schmalere Variante deutlich kippeliger ausfallen würde. Doch der Unterschied zeigt sich auf den ersten Metern nicht so groß wie befürchtet. Dennoch sollte man sich an einen 29 breiten Sportstourer nur dann herantrauen, wenn man sich auf einem 32’’ breiten Allround-SUP auch bei etwas unruhigerem Wasser wohl und sicher fühlt. Dann steht dem sportlich schnellen Spaß aber wenig im Wege.

Das Board ist sechs Inch dick und die Kanten sind verschweißt.Foto: Stephan GölnitzDas Board ist sechs Inch dick und die Kanten sind verschweißt.

Vor allem die Steifigkeit des Boards fällt sofort auf. Auch gegen die Wellen ist unter den Füßen kein Schwabbeln oder Schlagen zu spüren. Das SportsAir geht besonders ruhig und schneidig durch die Wellen. Bei rund 10 bis 11 Knoten Gegenwind und der dadurch entstandenen kleinen Welle auf dem Starnberger See kommt man - bei ordentlicher Paddeltechnik - auch gegen den Wind gut voran. Das Board biegt beim Auflaufen auf eine Welle nicht auf, sondern sticht elegant halb durch, halb darüber, die leicht aufgebogene Bugspitze verrichtet die Arbeit bestens.

Performance des JP SportsAir 13’x29’’

Gleichzeitig paddelt es sich ausgesprochen leichtfüßig – oder besser: leicht-händig. Im direkten Sprint wird man damit nicht deutlich schneller als mit einem anderen 12'6er. Ein wenig mehr Tempo ist durchaus möglich, doch der eigentliche Vorteil liegt aber woanders: Das gleiche (besonders hohe) Tempo lässt sich mit weniger Kraftaufwand erreichen und vor allem wesentlich entspannter über längere Zeit halten. Dadurch macht es schlicht mehr Spaß, über längere strecken flott zu paddeln. Dazu trägt auch die Form bei. Der Bug ist schön spitz und geht sehr harmonisch in den Rumpf über. Statt einer spitzen Nase mit anschließend breiter Bugfront zeigt das Board eine gleichmäßige, elegante Outline. Auch aus der Distanz wirkt das SportsAir schnittig, wenn jemand darauf paddelt. Und aus Paddlersicht ebenfalls.

Einordnung

Im JP-Programm erinnert das Konzept ein wenig an den Supersport aus dem Windsurfbereich: kein reines Raceboard, aber ein sehr sportlich orientiertes Board. Unter den Inflatables gehört das SportsAir zu den schnellen Vertretern, ohne dabei die Balanceanforderungen eines sehr schmalen Race-Inflatables mitzubringen. Längere Touren sind für bereits etwas geübte Paddler damit durchaus vorstellbar. Bei Downwind-Bedingungen mit größeren Windwellen zeigt sich allerdings der Preis für die schmale Outline. Das Board rollt seitlich stärker als beispielsweise ein 12'6er mit 31 Zoll Breite. Das SportsAir rollt etwas stärker als ein Komforttourer mit 31er Breite. Ähnliches gilt für seitliche Wellen. Alles bleibt dabei jedoch im Rahmen – und gerade im Sommer kann diese zusätzliche Herausforderung durchaus Spaß machen. Bemerkenswert ist dabei der sichere Stand auf dem Deckpad. Die rautenförmigen Pads anderer Boards sind barfuß teil spürbar und nicht immer gleichermaßen griffig. Beim SportsAir sorgt die Längsstruktur dagegen für einen gefühlt weichen, besonders bequemen Stand. Gleichzeitig entsteht seitlich ein enormer Halt. Selbst wenn das Board rollt und man versucht, den Fuß seitlich zum Rutschen zu bringen, ist das kaum möglich. Auch weiter hinten auf dem Board bleibt der Grip sehr ausgeprägt. Barfuß vermittelt das Pad damit ein besonders sicheres Gefühl.

Manövrierfähigkeit und Spurtreue

Beim Manövrieren wird schon deutlich, dass hier 13 Fuß Länge und eine schmale Breite zusammenkommen. Das Board liegt etwas tiefer im Wasser und dreht entsprechend nicht ganz so flink wie das JP 12’6’’x31’’, das wir im Vergleich ebenfalls im Wasser hatten. Steuerimpulse müssen deutlicher gesetzt werden. Das kürzere, breitere JP CruiseAir 12’6’’ Board reagiert spürbar direkter. Beim Crossboard-Turn (wenn man zum Drehen in der Mitte stehen bleibt) braucht das SportsAir ein, zwei Paddelschläge mehr. Geht man dann zum Pivot Turn nach hinten, wird es ebenfalls wackeliger. Kommen Wellen hinzu, wird der Turn sportlich – was bei sommerlichen Temperaturen durchaus seinen Reiz hat. All das sind keine Board-Besonderheiten, sondern den sportlichen Abmessungen geschuldet, die aber auf der anderen Seite den spritzigen Paddelspaß und das flotte Vorankommen erst ermöglichen.

Der SportsAir, hier bei unserem Test, paddelt sich sehr leichthändig, flott und hält dabei sauber die Spur.Foto: Sonja DuschekDer SportsAir, hier bei unserem Test, paddelt sich sehr leichthändig, flott und hält dabei sauber die Spur.

Die absolute Stärke

Seine größte Stärke spielt das Board deshalb nicht als Spaß- und Badeinsel, sondern als ernstzunehmendes SUP-Board beim sportlichen und schnellen Touring oder für die schnelle Fitness-Runde aus. Der Bug liegt zwar nicht komplett flach auf dem Wasser, hebt sich vorne aber nur geringfügig an. Dadurch wird nur sehr wenig Wasserlinienlänge verschenkt. Das Board kann seine theoretische Rumpfgeschwindigkeit entsprechend gut ausspielen und bietet gleichzeitig noch Möglichkeiten für Zuladung.

Eignung für längere Touren

Gepäck lässt sich vor allem vorne unterbringen. Das hintere Deck bleibt komplett frei, sodass dort nichts im Weg ist. Besonders viel Platz zum Verstauen gibt es entsprechend nicht – schließlich ist das SportsAir eher ein Sporttourer als ein Expeditions-Board für mehrtägige Touren mit umfangreicher Ausrüstung. Mit einer größeren Tasche vorne lässt sich aber durchaus Gepäck für eine Zweitagestour unterbringen. Wer zusätzlich hinten Gepäck transportieren möchte, kann dort natürlich optional ein Gepäcknetz ankleben. Auf dem Wasser bestätigt sich der sportliche Charakter schließlich auch auf dem GPS-Tacho. Das SportsAir erreicht relativ leicht das Tempo anderer 12'6er, benötigt dafür aber weniger Paddeldruck. Genau das macht den Unterschied aus: Es geht flott voran, ohne dass man dafür permanent volle Kraft einsetzen muss.

Technische Daten

  • Modell: JP Australia SportsAir CR
  • Länge: 13'0" / 396 cm
  • Breite: 29" / 74 cm
  • Volumen: 377 Liter
  • Gewicht: 8,3 kg (eigene Messung)
  • Finnenaufnahme: US-Box mit
  • Finnenkonfiguration: Single-Fin
  • Preis: 799 Euro (inkl. Rucksack und Pumpe)

Test-Zusammenfassung

Der Praxistest bestätigt die grundsätzliche Ausrichtung des Boards: Das SportsAir 13’x29’’ ist ein (sehr) sportlicher Tourer, der die gute Geschwindigkeit, aber mit zumindest noch ausreichender Sicherheit und Kippstabilität auch für etwas welligere Bedingungen verbindet. Die Abmessungen 13’x29’’ sind am Markt eher selten zu finden, haben sich im Test aber richtig gut etabliert und stellen neben den üblichen 12’6’’x31’’-Boards eine sehr attraktive Alternative: vor allem für sportlich orientierte oder für eher leichtere oder für bereits etwas geübte Paddler. Für längere Touren ebenso wie für die sportliche Feierabendrunde.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Redakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

Meistgelesen in der Rubrik SUP