Unter 1400 Euro sucht man üblicherweise auf dem Gebrauchtmarkt. Bei We One bekommst du dafür originalverpackte Neuware. Die getesteten Finnen kosten zusätzlich jeweils knapp 140 Euro (Force Style Wave Single oder das Thruster-Set) und sind nicht beim Board dabei. Unser Testboard erreichte mit 7,3 Kilo (ohne Schlaufen/Finnen) nicht ganz das anvisierte, supergeringe Gewicht, dafür preist Hersteller We One die hochwertige Carbon-Doppelsandwich-Konstruktion im Deck mit zwei Lagen PVC-Platten und zusätzlichen Carbonverstärkungen im Bug an.
Bei der Shape-Begutachtung an Land sticht die Boarddicke ins Auge: Das Deck ist durchgehend sehr gewölbt und das Board in der Centerlinie dicker als alle anderen Testkandidaten. Die allesamt Manöver-orientierten Schlaufenpositionen bieten nur einen geringen Verstellbereich, haben aber gut gepasst. Die Pads sind zur Fersenseite auch für große Füße lang genug. Auf dem Testboard waren selbstklebende Pads montiert, in Serie sollen diese mit Harz unlösbar verklebt sein. Die Mittelfinne ist nahe am Heck vorgesehen, die Side-Fins stehen parallel. Ab Größe 104 Liter wird eine Carbon-Powerbox im Center verbaut, bei den kleineren Modellen dagegen eine US-Box. Finne und Schlaufen werden mit dem mitgelieferten, soliden Inbusschlüssel bedient, der auch als Trimmgriff funktioniert. Der Unterwassershape zeichnet sich durch eine überwiegend scharfe Abrisskante aus, einen nur kleinen Rocker von zwei Millimetern und eine „übliche“, gerade Gleitfläche von rund 42 Zentimetern. Die gesamte Gleitfläche dominiert ansonsten ein durchgehender, sehr deutlicher V-Shape mit starker Doppelkonkave von den vorderen Schlaufen bis zum Bug.
Wo ist hier bloß das Volumen versteckt? Im Positiven wie im Negativen wirkt der We One vom Schotstart bis zum Speedloop kleiner als alle anderen Boards der Gruppe. Im Dümpeln scheinen zehn Liter wie spontan weggeschrumpft, das Board liegt weniger kippstabil im Wasser. Im Gleiten, beim Springen, in Manövern wirkt es dafür auf dem Freewave, als wäre man vom Skischuh in luftige Sneaker umgestiegen. Das lebendige Fahrverhalten zieht sich durch die gesamte Charakteristik: Wedeln, eng drehen – alles gelingt leichtfüßig und mühelos.
Es überrascht die spritzige Beschleunigung nach kurzem Anpumpen (nimmt das Board dankbar an) und wie gut das ansonsten drehfreudige und eher Wave-lastig wirkende Board auch in Windlöchern den Speed halten kann. Über Kabbelwellen fliegt das Board souverän hinweg, die Dämpfung unter den Fersen ist komfortabel. Engen Halsen sind keine Grenzen gesetzt, und mit Gefühl gelingen auch weite Radien sehr flott und stabil. Die Kontrolle lässt ebenfalls nicht zu wünschen übrig, das Board benötigt bei Topspeed aktive Führung, macht dann aber genau, was man will, und keinerlei Zicken.
Ein besonders drehfreudiges, agiles Board mit guter Waveeignung, das bei aktiver Fahrweise auch ordentliche Gleitleistungen abliefert. Als vergleichsweise klein wirkendes, agiles Funboard mit Spaßgarantie sehr gut für geübte Windsurfer, aber weniger für Gleitaufsteiger geeignet. Mehr Sprungvermögen gibt’s in dieser Klasse nicht.
Superdrehfreudig, spritziges Gleitgefühl; Springen
Finnen nach Wahl: 1x Powerbox, 2x Slotbox
Für 114 Liter recht klein wirkend
*surf-Messung
** Finnen nicht im Lieferumfang
| Volumen | Breite | Länge | Gewicht*** | Finne**** |
| 78 | 59 | 214 | 5,5 | - |
| 84 | 60,5 | 218 | 5,9 | - |
| 94 | 62,5 | 224 | 6,2 | - |
| 104 | 63 | 227 | 6,5 | - |
| 114 | 64 | 230 | 6,7 | 1x26+2x9,5 |
| 124 | 66,5 | 232 | 6,9 | - |
***Herstellerangabe
****Größen 78 bis 84 im Center mit US-Box, alle anderen mit Powerbox
Dieses Board ist Teil des großen Freemove-Tests 2026. Mit dabei sind außerdem Duotone Freewave, Goya One, JP-Australia Freestyle Wave und Magic Move, Patrik F-Cross, Severne Dyno, Starboard Kode, Tabou 3S+ und We One We Freewave. Weitere Test-Artikel aus dieser Gruppe erscheinen in loser Reihenfolge auf surf-magazin.de und in surf 3/2026 ab 14. April.