Mojo ist eine Customschmiede, der Shape ist aber so wie getestet 1:1 bestellbar. Auf Wunsch kann man das Brett individuell anpassen lassen – etwa bei Schlaufenabstand, Finnenboxen, Design und nicht zuletzt der Bauweise. Wir haben das Brett in der “Rock SG“ Bauweise gefahren – diese beinhaltet hochwertiges S-Glass und punktuelle Carbonverstärkungen.
Mit gemessenen 6,05 Kilo ist das Turn Pro 91 (228x59cm) ansprechend leicht. Der Bug läuft spitz zu, es ergibt sich eine recht runde Outline. Die Schlaufen werden doppelt und mit Gewindeschrauben fixiert – ein Ausreißen ist nahezu ausgeschlossen. Die Pads sind fest, dort wo die Hacken das Board bei harten Landungen malträtieren, werden im Produktionsprozess, nach dem Fräsen des Schaumkerns, zylinderförmige Löcher eingefräst, die vom Deck zur Unterseite reichen. In diese wird ein Hartschaum eingesetzt, der oben und unten mit dem Sandwich verbunden wird. So soll verhindert werden, dass der Kern im Standbereich nachgeben kann und das Board weich wird – markenintern „X-Core“ genannt. Der Basispreis für die genannte Rock SG Bauweise beträgt 2090 Euro. Finnen, spezielle Designwünsche und weitere Anpassungen schlagen dann im baukasten-Prinzip gesondert zu Buche. Apropos Finnen: Wir haben das Brett mit einem empfohlenen Finnen-Set von Maui Ultra Fins (16,5/9cm) getestet.
Wir konnten das Board mehrere Tage lang bei abwechslungsreichen Bedingungen in Hanstholm und auf der Ostsee probefahren. Ähnlich wie das bereits getestete Freewave-Board Tidal Max kommt auch das Turn Pro passabel auf Touren, wenngleich die Beschleunigung eher gemäßigt als rasant ausfällt. Angepowert läuft das Brett dann aber sehr kontrollierbar – mit schöner Dämpfung, flacher Gleitlage und ohne Zicken – durch den Chop. Seine Stärken bringt das Board vor allem gut angepowert aufs Wasser: Es hängt bei Sprüngen und Rotationen leicht am Fuß und zieht smooth und berechenbar seine Bahnen. Auf der Welle dreht das Mojo Turn Pro Modell variabel auf dem Rail, dabei liegen den Board vor allem enge Turns über den hinteren Fuß. Auch weit übers Rail gecarvt lässt sich das Brett schön variieren, wenngleich der Kantengriff nicht schienenartig ist und das Brett auf ruppigen Wellen mit mehr Gefühl stabilisiert werden will. Radikale Snaps gelingen vor allem über den hinteren Fuß, über den vorderen Fuß gefahren fällt die Variabiltät durchschnittlich aus. Das Turn Pro bietet in Turns auf dem Heck recht viel Grip – was sauber übers Rail gecarvte Radien mehr unterstützt als loose Slides und Taka-Rotationen.
Mojo beweist mit dem Turn Pro, dass ausgewogene Waveboards nicht nur auf Maui sondern auch am Balaton entwickelt werden. Das Brett ist nicht maximal spritzig und extrem radikal, dafür aber einfach zu fahren und mit einem großen Einsatzbereich gesegnet, der gute Sideshore-Bedingungen ebenso einschließt wie kniehohe Ostsee-Brecher oder sogar Bump & Jump.
Einsatzbereich, Kontrolle, Ausstattung
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Redakteur surf
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