Reise-RatgeberSo verpackt ihr euer Windsurf-Material sicher für den Flug

Stephan Gölnitz

 · 04.06.2026

Maximalschutz: mit Pappe um die Rails, Trapez am Heck, einem selbstgebauten Airbag am Bug und den Segeln seitlich sollte nichts passieren.
Foto: Stephan Gölnitz
Wer mit eigenem Material in den Urlaub fliegt, kennt die mehr oder weniger unterschwellige Angst, die Boardbags könnten am Flughafen zu rabiat behandelt werden. Wir geben Tipps zum Einpacken, die die Chancen deutlich erhöhen, das Material nach dem Flug unversehrt wieder auszupacken.

Regel Nummer eins: Keine kantigen Teile ungepolstert ins Bag. Auf surf-Testreise kommen zwar die Finnen zum Board, aber gut in Karton eingepackt. Dennoch hat sich einmal eine Finnenschraube losgerappelt und es irgendwie unters Board geschafft, um sich dort im Laminat „eindrucksvoll“ zu verewigen. Auf Privatreisen sind Finnen noch besser in der Reisetasche aufgehoben.

Auch Teile wie Trapezhaken, Fußschlaufen, Mastfuß und -verlängerung und auch Trapeztampen separat zu verpacken, entlastet die Boardbag auf der Waage, wo bekanntlich jedes Gramm zählt. Das Gewichtslimit ermöglicht meist nur ein Board, zwei Segel, zwei Masten und einen Gabelbaum. „Die 32 Kilo sollte man wirklich nicht überschreiten“, rät Oliver Hilf von Surf & Action. „Mehr ist nicht erlaubt. Ich peile möglichst um die 28 Kilo an. Wenn die Taschen am Limit sind, bekommen die Loader einen Hals, und dann kann, befürchte ich, so ein Ding schon mal eher irgendwo runterfallen.“ Im Worst Case im Sturzflug auf Nose oder Heck – dort entstehen die häufigsten Schäden beim Flugtransport.

Airbags aus Pappe

Mit etwas Pappe lässt sich aber ein wirkungsvoller Airbag zusammenkleben, wie oben auf den Bildern. Wobei Regel 2 ins Spiel kommt: Braunes Klebeband ist vielleicht gut für DHL-Pakete, aber hinterlässt auf dem Board und auf Bags beim Abziehen meist sehr eklige Klebereste. Stabiles (Papier-)Malerkrepp eignet sich deutlich besser.

Dicke Pappe um die Rails, vorne und hinten mit etwas Überstand, und Malerkrepp - damit sollte alles heile ankommenFoto: Stephan GölnitzDicke Pappe um die Rails, vorne und hinten mit etwas Überstand, und Malerkrepp - damit sollte alles heile ankommen

Die Pack-Profis beim Boardhersteller Cobra schützen die Kante rundum ebenfalls mit Pappe. Lässt man diese vorn überstehen, bildet sich gleichzeitig ein schöner Prallbock für die Brettspitze. Dabei sollte man die Gesamtlänge im Blick haben. „Über 2,40 Meter – das ist meine magische Grenze – kann man bei Turkish Airlines beispielsweise gar keine Bag anmelden“, weiß Reiseprofi Oliver. Aufblasbare Dachträger lassen sich – aufgepumpt – vorn aufs Board gurten oder tapen und wiegen dadurch kein Gramm mehr.

Gute Gurte, schlechte Gurte

Würdest du deinen 300-Euro-Neo beim Reifenwechsel als Arbeitsunterlage nehmen? Falls nein, dann ist er auch als Polsterung beispielsweise für die Gabel nicht zu empfehlen. Das Trapez ist dagegen solide und Hüfttrapeze (ohne Hakenplatte!) passen oft hervorragend ums Heck in die Bag.

Bei der Packreihenfolge kann man zunächst unbenötigte Zwischenlagen der Bag unters Board legen – oder auch zwei Masten nebeneinander in der gepolsterten Hülle. Aufs Board kommen dann die Segel und obendrauf die Gabel. Ein drehbares Kopfstück ist vorteilhaft, sollte aber auf jeden Fall nicht aufs Board oder die Segel drücken. Oft unterschätzt: Möglichst in der Bag alles gut vergurten, sodass alle Teile und Polster auch bleiben, wo sie sind. Mit langen Spanngurten lässt sich die Boardbag dann außen, beginnend vom vorderen Tragegriff, wie eine Roulade umwickeln und als möglichst kurze, feste Wurst verschnüren. Das gibt dem Material festen Halt, den Loadern zusätzliche Tragemöglichkeiten und lässt die Bag optisch kleiner wirken – was beim Check-in kein Nachteil ist.


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Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Redakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

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