Freeridesegel No Cam 2026Das Sailloft Cross HR im Test

Surf Testteam

 · 26.08.2026

Das Sailloft Cross überzeugt mit gutem Handling und sportlichem Fahrgefühl
Foto: surf Team
Mit dem Sailloft Cross 7,2 haben die Hamburger einen Hybriden geschaffen, der sich im Schmelztiegel zwischen Freeride und Freerace mit besonders großer Bandbreite behaupten kann.

​Bei Sailloft gibt es einen interessanten Ansatz zu entdecken, denn erst ab Größe 6,2 geht das Cross HR mit der „neuen“ gestreckten Freeride-Outline an den Start. Das erklärt auch den knappen Abstand zwischen 6,0 und 6,2. Die Größe 6,0 hat etwa eine längere Gabel als das 6,2er und basiert auf einem Freemove-Schnitt. Was früher der Klang beim Zuschlagen einer Mercedestür war, entspricht heute dem Sound beim Auspacken eines Sailloft-Segels – wenn sich der üppige X-Ply-Mix auf den Rasen rollt, klingt das solide. Das Cross HR geht auf einem 460er RDM in den Test, ein dicker SDM würde in die vergleichsweise schmal geschnittene Masttasche auch kaum passen, bereits der RDM benötigt etwas mehr Nachdruck, um in die Masttasche mit viel Biegekurve eingefädelt zu werden. Die Sailloft-RDM-Masten haben sich allerdings bei vergangenen Messungen als ebenbürtig steif im Vergleich zu einigen anderen Marken sehr positiv hervorgehoben.

Schön groß fällt die Aussparung für die Gabelmontage aus, hier kann man den Mast wirklich gut greifen. Und auch die Tampentasche schluckt selbst den längsten Vorliekstampen locker und lässt sich vollständig mittels Klett verschließen. Das Ganze ist integriert in dem besonders langen, und sehr ordentlich verschließbaren Protektor. Das Unterliek und die unteren Nähte sind mit Gummileiste und umgeklappten Tuchbahnen gegen aggressiven Standlack geschützt – die Lattenenden durch die Lattenspanner auf der einen und Gummipatches auf der anderen Seite. Beim verwendeten Material wurde nicht gespart: Vergittertes X-Ply wird großzügig verbaut, die Masttasche ist robust und die mehrteiligen Vorlieksbahn aus X-Ply sorgt obendrein für sehr gute Rundumsicht. Vier zusätzliche Folienverstärkungen stabilisieren das Achterliek zwischen den Latten – die ihrerseits an den vorderen Enden zur Masttasche hin in solide verstärkten Taschen stecken. Im Medium-Trimm zeigt das Segel an Land moderates Loose Leech, bei dem die Latte oberhalb der Gabel am RDM-Mast nur gerade eben seitlich anliegt.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Butterweiches Handling und reichlich Kontrolle

Einen Trimmpunkt sucht man im Sailloft vergeblich, aber die zusätzlichen Mini-Latten bis zur Gabel und eine bekannte Design-Philosophie geben bereits vor, dass man dem Segel gerne ordentlich „Loose“ verpassen darf. Das Schothorn lässt sich bei wenig Wind dagegen auch nur leicht einhängen, Kontrolle bietet das Segel dennoch reichlich. Und dazu gleich vorab: Das Handling ist in jedem Trimm butterweich. Die Latten streifen den Mast nur dezent und ohne spürbaren Ruck. Der Mast wirkt dagegen ordentlich steif und verpasst dem Rigg genau den sportlichen Anstrich, den man in dieser Klasse bestellt hat. Das Segel wirkt sportlich-direkt, auf einem SDM könnte das nicht passender sein.

Das Segel bietet bereits mit nahezu null Schothornspannung gute Kontrolle, die hohe Spannung im Profil hält den Druckpunkt sicher im Zaum. Der lockere Schothorntrimm generiert überzeugende Gleitleistung mit gleichzeitig großer Windrange. Etwas mehr Zug am Schothorn, und du bekommst solide Kontrolle bis in einen Windbereich, in dem du bereits gar nicht mehr mit einem 7er Segel surfen willst. Das Segel liegt dabei jederzeit besonders eigenstabil in der Hand, mit einer Druckpunktlage, die spürbar, aber nicht übertrieben, Lift auf die Finne gibt und kraftvolles Dichtholen mit der hinteren Hand mit einer Dosis Extra-Leistung belohnt. Entspanntes Easy-Going-Gleiten, mit beiden Händen locker auf der Gabel, erlaubt das Cross HR aber gleichermaßen, was die gute Freeride-Eignung unterstreicht.

surf-Fazit zum Sailloft Cross HR 7,2

Das Sailloft Cross hat ein besonders breites Einsatzprofil, vom Aufsteiger über Freerider bis zum Freeracer. Mit butterweicher Lattenrotation in der Halse und dennoch direktem Fahrgefühl auf der Geraden wirkt es sportlich und handlich zugleich.

STÄRKEN: Manöverhandling, Fahrstabilität, direktes Fahrgefühl, Speed bei Mittelwind
SCHWÄCHEN: Keine
BESONDERHEITEN: 5,6 und 6,0 als Freemovesegel mit fünf Latten. Ab 6,2 mit Freeride-Outline und sechs Latten.

Freeride
Freerace
Aufsteiger

Technische Daten Sailloft Cross HR 7,2

  • Segelgewicht: 4,85 kg*
  • Mastgewicht: 1,95 kg*
  • Gabelaussparung: 107 - 160 cm*
  • Verwendeter Mast: Sailloft Red Line RDM 460; 839 Euro
  • Preis: 939 Euro
  • Infos unter: sailloft.de

*surf-Messung

Sailloft Cross: Verfügbare Größen und Daten

GrößeVorliekLattenMastGabelPreis
5,64375400/430179899
6,04495430186909
6,24516430185919
6,74636430/460191929
7,24736460198939
7,74856460205949
8,25016490213959

​​Dieses Segel ist Teil des großen No Cam Freeride-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone X_Pace, GA Matrix, Goya Mark 7, GunSails Rapid, NeilPryde Speedster Evo, Sailloft Cross und Severne NCX. Alle Testergebnisse in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!


Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Meistgelesen in der Rubrik Windsurfen