Tobias Frauen
· 27.09.2026
Es könnte die einzige Chance gewesen sein, hier beim Citroën Windsurf World Cup Sylt 2026 eine Freestyle-Wertung zu gekommen. Denn die Vorhersage für den Rest der Woche sieht wenig vielversprechend aus, deswegen setzte die Wettfahrtleitung alles daran, heute die Single Elimination durchzuziehen. Der ablandige Ostwind war zwar in der Nähe des Strandes noch marginal, weiter draußen dann deutlich besser. Sobald der Wind gegen Mittag ausreichte, wurden die ersten Heats gestartet. Lennart Neubauer, der WM-Führende und Sylt-Sieger der letzten drei Jahre, war einer der ersten der rausging, die Bedingungen checkte und den Judges signalisierte: “Es geht, legt los!”.
Lennart musste dann noch ein wenig auf seinen ersten Einsatz warten, zunächst ging es durch Runde eins. Arne Jörn, einziger Deutscher Freestyler und relativ spontan auf Sylt dabei, hatte dabei mit Sam Esteve ein hartes Los erwischt. “Die Bedingungen waren das Gegenteil von dem was ich erwartet hatte”, berichtete Arne später. “Ich war mit 5,2 ein bisschen unterpowert, aber 5,6 hätte ich auch nicht fahren wollen. Ich hab nicht alle Moves gestanden, aber es war toll, einen Worldcup-Heat gefahren zu sein!”
In der zweiten Runde, den Achtelfinals, griffen dann auch die anderen Top-Fahrer ins Geschehen ein. Dieter van der Eyken, Jacopo Testa, Takumi Moriya und Yentel Caers, alle gaben von Beginn an Vollgas und knackten ebenfalls die 30er-Marke. Auch Balz Müller und Steven van Broekhoven kamen weiter, besonders spannend war es zwischen Youp Schmit und Takuma Sugi, als der Japaner kurz vor Schluss mit nur 0,52 Punkten in Führung ging.
Lennart Neubauer startete dann im letzten Achtelfinale - aber wie: Er haute gleich mal mit über 37 Punkten einen neuen Highscore raus und ließ dem Italiener Cosmo Pezetti keine Chance. Beim Viertelfinale warf dann Dieter van der Eyken im ersten Heat Jacopo Testa raus, der nach einem Blitzstart des Belgiers noch bis auf knapp drei Punkte herankam. Anschließend wurde es noch knapper: Yentel Caers, der noch amtierende Weltmeister, legte gegen Takumi Moriya zunächst ordentlich vor, doch der Japaner holte noch auf. In den letzten zwei Minuten des Heats wechselte die Führung dann mehrfach, der Abstand blieb hauchdünn, bis Moriya mikt einem Last Minute-Kabikuchi die Sache klar machte. Caers raus, damit war Lennart Neubauer seinem zweiten WM-Titel einen großen Schritt näher gekommen. Eine große Überraschung schon im Viertelfinale!
Nachdem Balz Müller dann Steven van Broeckhoven zurück an Land geschickt hatte, kam Lennart Neubauer gegen Takuma Sugi ebenfalls mit einem komfortablen Vorsprung weiter. Dabei setzte er den Judges kurz vor Ende des Heats noch einen Shaka into Shaka vor die Nase - eine neue Combo, die mit über sieben Punkten honoriert wurde!
Von Runde eins bis zu den Viertelfinals konnten die Judges die Heats wie am Schnürchen durchziehen, auch wenn die Transition-Phasen dazwischen etwas länger dauern mussten, um die Drohnen mit neuen Akkus zu versorgen. Doch mit dem ersten Halbfinale verabschiedete sich der Wind. Dieter van der Eykens Heat gegen Takumi Moriya - der Mentor und Coach gegen seinen Schützling - wurde zweimal abgebrochen, danach wurde die Contest Area spontan in Richtung Süden verlegt, in der Hoffnung dort bessere Bedingungen zu finden. Dort konnte van der Eyken dann in marginalen Bedingungen seinen Final-Einzug feiern, bevor das zweite Halbfinale wieder abgebrochen werden musste. Das war’s, kein Sieger der Single Elimination heute, und auch keine WM-Entscheidung. Die Hoffnung ist, dass zumindest die letzten verbleibenden Heats vielleicht am Mittwoch noch gefahren werden können.
Alle Heats und Ergebnisse unter pwaworldtour.com

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