Manuel Vogel
· 22.05.2026
Die Chance sehe ich schon seit Jahren, auch im PWA. In diesem Sport und dieser Disziplin dauert es einfach sehr lange, bis alle Skills zusammenkommen. Das Wichtigste dabei ist die Erfahrung und dass man Schlüsselsituationen immer und immer wieder erlebt hat und somit automatisch die richtige Entscheidung trifft. Das bringt Konstanz auf dem Rennkurs. Beim Defi sind sicher andere Fähigkeiten gefragt, taktische Entscheidungen werden auf ein viel größeres Spielfeld geworfen.
Beim Defi ist ein solider Start zwar extrem wichtig, um nicht von hunderten Windsurfern abgedeckt zu werden. Aber bei einem Rennen im PWA World Cup kommt es noch mehr auf die Zehntelsekunde an. Das erfordert einfach nochmal mehr Wiederholung und Rennerfahrung. Es kommt auch darauf an, dass man die richtige Woche oder den richtigen Tag erwischt. Im PWA World Cup habe ich diese Tage schon vereinzelt erwischt. Mein Speed ist schon länger gut genug, dass es also die Möglichkeit gibt, diese Tage ein paar mal in Folge zu erwischen, ist mit zunehmender Race-Erfahrung immer wahrscheinlicher geworden. Dennoch gehe ich immer mit einer realistischen Vorstellung rein. Die französischen Racer und Locals performen hier beim Defi traditionell immer überdurchschnittlich gut. Daher waren meine klare Zielsetzung Top-5. Am Ende habe ich es geschafft jedes Rennen in den Top-5 zu finishen. Ich würde sagen: Ziel erreicht (lacht).
Meines Erachtens erlebt Finnen-Windsurfen im Allgemeinen ein Revival, der anfängliche Hype im Foiling hingegen ist mittlerweile abgeebbt. Sicher ist auch vieles Richtung Wingfoilen gewandert. Das sehen natürlich auch die Marken, und damit die wichtigsten Partner der Profi- oder Semiprofi-Rider. Ohne Unterstützung kann man keine Leistung bringen und entsprechend bewegt sich die “Masse”. Ich denke also, dass beim Defi so viele auf der Finne gestartet sind, ist ein Spiegelbild des gesamten Windsurfmarktes. Ich persönlich hatte mir vorgenommen, in der Disziplin zu starten, wo die meisten Top-Racer dabei sind. Ich wollte starke Konkurrenz. Dieses Jahr habe ich auch ein sehr gutes Foil, das wäre also auch eine Option gewesen. Ich bin aber auch froh, dass es die Finne geworden ist. Das ist besonders auf Langstrecke und Flachwasser einfach physischer und mehr Action - das mag ich.
Dass beim Defi so viele auf der Finne gestartet sind, ist ein Spiegelbild des gesamten Windsurfmarktes!”
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Die Surfcenter Defi Wind Experience findet zwei Tage vor dem Defi Rennen statt. Wir bereiten die Leute bestmöglich vor. Während des Defi liegt der Fokus der Coaches klar auf den Rennen. Dennoch haben wir uns immer wieder getroffen und ich habe meinen Input gegeben, so gut es geht. Und natürlich mitgefiebert, denn man möchte ja auch, dass die Leute ihre Ziele erreichen. Im Großen und Ganzen ist es sicher eine kleine Doppelbelastung und ich konnte vorab nicht noch einmal das Material gezielt einstellen, aber das Camp ist es mir wert. Die Leute hatten eine so tolle Erfahrung und haben sich auch wahnsinnig mit mir über meinen Sieg gefreut.
Beim Start wollte ich mich einfach vorne in der ersten Linie halten. Das ist zwar ein wenig Stop & Go, aber einfach sicherer. So beschleunigt man zwar erst spät, aber bleibt nicht im Chaos hängen. Meistens bin ich ziemlich mittig gestartet - also weder besonders nah am Strand oder weit draußen. Ich bin meistens den JP Slalom in 62.5 Zentimeter Breite mit dem Neilpryde RS Racing Evo in 5.6 und 6.5 qm gefahren. Beim letzten Rennen musste ich noch einmal zum 72 Zentimeter breiten Slalomboard greifen. Darunter bin ich meine eigenen NP7 Rockstar Finnen gefahren. 32/33 und 37 Zentimeter.

Redakteur surf