Im August 1965 stellte der US-amerikanische Erfinder S. Newman Darby in der Zeitschrift “Popular Science” eine neue Wassersportart vor. Unter dem Namen “Sailboarding” beschrieb er ein neuartiges Konzept des Segelns auf einem flachen Brett, das völlig ohne Ruder auskam - ein Vorläufer des Windsurfens. Paul van Bellen postete einige Screenshots des Original-Artikels, den Bruce Matlack ausgegraben hatte, der erste Weltmeister auf dem Windsurfer.
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Ziel von Darby war es laut dem Artikel, die Faszination des Segelns für breite Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen, ohne dass damit die hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten eines klassischen Segelboots verbunden wären. Das “Sailboard” zeichnete sich durch seine bemerkenswerte Vielseitigkeit aus. Es konnte nicht nur als eigenständiges Segelgerät genutzt, sondern ebenso hinter einem Motorboot gezogen oder schlicht als Schwimmplattform zum Sonnenbaden verwendet werden.
Die wesentlichen Unterschiede zum modernen Windsurfen waren dabei der Mastfuß, der Baum (noch nicht gegabelt) und die Standposition: Statt fest mit dem Board verbunden zu sein, wurde das Rigg nur in einer Vertiefung im hinteren Bereich abgestellt. Der “Surfer” selber stand dabei vor dem Rigg mit dem Rücken zum Segel, ließ sich also schieben. Festgehalten wurde das Ganze an einer Art Griffleiste auf der Lee-Seite des Segels. Jim Drake und Hoyle Schweitzer entwickelten dann wenig später den Gabelbaum und das flexible Mastfußgelenk, die zum Kern des berühmt-berüchtigten Patents wurden und das moderne Windsurfen groß machten.
In seinem Artikel in “Popular Science” beschreibt S. Newman Darby nicht nur die Konstruktion seiner Erfindung, sondern gibt auch gleich praktische Tipps für alle, die es ausprobieren möchten: Für Anfänger sei das Halsen vor dem Wind die einfachste Methode zur Richtungsänderung, da der Wind das Board von hinten herumschiebe und kein Querausschlag eines schweren Baums drohe. Die Wende gegen den Wind hingegen verlange mehr Geschicklichkeit, man verliere jedoch weniger Speed. Eine Besonderheit des Drachen-artigen Riggs stellte das sogenannte “Boxhauling” dar. Bei diesem von alten Großseglern inspirierten Manöver werde das Board direkt in den Wind gestellt und das Segel nach hinten gekippt, wodurch man rückwärts segelte, um auf engstem Raum zu wenden.
Gute Schwimmkenntnisse bildeten die Grundvoraussetzung für das Sailboarding, da Stürze ins Wasser fester Bestandteil des Lernprozesses waren. Um Verletzungen zu vermeiden, riet Darby dazu, das Segel bei drohendem Gleichgewichtsverlust einfach loszulassen und vom Board wegzuspringen. Im Wasser liegend erfüllte das Segel die Funktion eines Seeankers, was ein Abtreiben des Boards verhinderte. Über eine Sicherheitsleine blieb das Rigg stets mit dem Rumpf verbunden.
Übrigens behauptete 1982 ein Engländer, er habe die Grundidee zum Windsurfen schon 1958 gehabt. Beweise gab es jedoch nicht, und trotz Unterstützung aus der Industrie, die einen Ausweg aus dem Patent-Streit witterte, wurde die Klage vor Gericht abgewiesen (siehe surf 7/1982)
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