Ein wunderschöner metallicblauer Mercedes S123 war Hauptdarsteller in der surf-Geschichte zum richtigen Transport von Surfboards. Wobei das originär nicht mal eine Reportage war, die von der surf-Redaktion angestoßen wurde, sondern eine hochseriöse Versuchsreihe der Daimer-Benz AG. Dort hatte man “über 100.000 Mark” investiert, um den surfenden Mercedes-Eignern wissenschaftlich belegte Ratschläge an die Hand zu geben, wie sie ihre Ausrüstung optimal auf dem besternten Gefährt transportieren. Doch die Ergebnisse gelten “tendenziell für alle Fahrzeuge”, wie eingangs betont wird. Nach Praxis-Tests auf dem Hockenheimring mit einem Mercedes 500 (von dem es leider keine Bilder zu sehen gibt), wird auf besagtem T-Modell im Windkanal weiter getestet. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Ein Board verursacht etwa 50 kg Auftrieb, zwei Boards übereinander rund 70 bis 75 kg. Wenn zwei Bretter jedoch nebeneinander aufs Dach geschnallt werden, entstehen sagenhafte 200 bis 230 kg Auftrieb - also Kräfte, die den Vorderwagen nach oben ziehen und so die Straßenlage und Sicherheit spürbar schlechter werden lassen. Diese Werte wurden zwar bei 220 km/h gemessen, die Tendenz war aber auch bei 130 km/h identisch. Weitere Erkenntnis: Bei Kombis wird der Luftwiderstand kaum erhöht, bei Limousinen hingegen schon.
Eine recht unscheinbare. halbseitige Anzeige für einen “Freizeitspaß bei Flaute”: Der “swing surf” ist offenbar ein Konstrukt, das in den Schwertkasten gestöpselt werde kann. Auf das Deck kommt eine schwenkbare Trittfläche mit Fußschlaufen, unten ist eine Art Flossenkonstruktion über einen Mechanismus verbunden. Wer sich nun oben auf den Teller stellt und rhythmisch beweget, erzeugt über die Flossen Vortrieb. Ob das Wort “beschleunigen” bei den versprochenen 6 km/h passende gewählt ist, sei einmal dahingestellt, interessant wird das Ganze aber auf jeden Fall.
Darby, Drake, Schweitzer - die Erfindung des Windsurfens war oftmals Thema in surf und anderen Publikationen und Dank der zweifelhaften Geschäftstüchtigkeit gewisser Patentinhaber noch öfter vor Gerichten. Umso kurioser, dass 1982 plötzlich ein weiterer Protagonist auf die Bühne trat: Peter Chilvers behauptete, als Zwölfjähriger (!) eine Konstruktion gebastelt zu haben, die entfernt an ein Windsurf-Setup erinnert. Das Brett war eine hohle Holzkonstruktion, das Rigg ein Leinentuch mit biegsamen Leisten eine Holzjalousie als “Gabelbaum”. Bilder oder Original-Zeichnungen gab es schon 1982 nicht, Chilvers, damals 36 Jahre alt, skizzierte seine Konstruktion aus dem Gedächtnis. Im Trubel der Patent-Prozesse wurde Tabor Marine, der britische Importeur von Bic, auf Chivers aufmerksam und holte ihn als Zeugen im Prozess gegen Schweitzer vor Gericht. Die Richter und Anwälte begaben sich sogar auf Spurensuche auf den Campingplatz, wo Chivers’ Konstruktion angeblich ein unrühmliches Ende als Steg-Planke gefunden hatte. Tatsächlich reichte dem Gericht die dünne Beweislage, um das Schweitzer-Patent in Großbritannien zu kippen.
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