Neue KollektionWie das Beach House Sylt mit Saltwater eine eigene Modewelt schafft

SURF

 · 06.10.2026

Neue Kollektion: Wie das Beach House Sylt mit Saltwater eine eigene Modewelt schafftFoto: Jan Magatzki
Das Beach House auf Sylt von Jan Scharfe (2.v.l.) präsentierte seine eigene Kollektion, die gemeinsam mit Saltwater ungesetzt wurde. Zur Party kamen neben Saltwater-Chef Timo Perschke (2.v.r.) auch Björn Dunkerbeck mit Sohn Liam und Promis wie Ulla Kock am Brink
Das Beach House auf Sylt hat seine eigene Fashion-Kollektion präsentiert. Gastronom Jan Scharfe über seinen Weg von der Sansibar zum eigenen Restaurant und seine Philosophie.

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Wer das Beach House auf Sylt betritt, kommt nicht nur wegen eines Schnitzels oder eines Kaffees. Das Restaurant ist Treffpunkt, Bühne, Ausstellungsraum und Netzwerk in einem. Seit elf Jahren führt Jan Scharfe das Haus – und entwickelt es nun gemeinsam mit Saltwater zu einer eigenständigen Lifestyle-Marke weiter.

Von der Sansibar ins Beach House

Scharfes Geschichte auf Sylt begann nicht im Beach House. Zuvor arbeitete er acht Jahre in der legendären Sansibar. Dort, sagt er selbst, habe er viel von dem gelernt, was ihm gefällt – und einiges davon später ins Beach House mitgenommen. Vor elf Jahren übernahm Scharfe das Restaurant zunächst gemeinsam mit einem Partner. Nach dessen Ausstieg führte er das Haus in den Dünen südlich der Innenstadt von Westerland allein weiter. Seitdem hat sich das Beach House zu einem Ort entwickelt, an dem Gastronomie, Kunst, Musik und Mode zusammenkommen.

„Ich mache das Ganze nicht, weil ich so gerne Schnitzel und Kaffee an den Tisch bringe“, sagt Scharfe. Was ihn antreibt, sind vor allem Kooperationen, Begegnungen und die Dynamik des Ortes. Im Beach House finden wechselnde Ausstellungen und Konzerte statt. Gemeinsam mit Holger Hübner, dem Gründer des Wacken Open Air, entstanden bereits Veranstaltungen, im vergangenen Jahr war unter anderem die Band Fury in the Slaughterhouse zu Gast.

Das Netzwerken, das große Ganze und bunte Leute treffen – das ist jeden Tag ein Überraschungsei hier.”

Viele prominente Gäste, die regelmäßig im Beach House einkehren, seien inzwischen Freunde geworden. Die Grundlage dafür bleibt für Scharfe jedoch die Küche. Sie müsse stimmen – denn ohne Qualität, betont er, funktioniere auch der Rest nicht.

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Eine Kollektion mit eigener Idee

Die neue Fashion-Kollektion, die das Beach House gemeinsam mit den Saltwater-Surfshops entwickelt, soll bewusst mehr sein als klassisches Veranstaltungs-Merchandise. Kein beliebiges T-Shirt mit Jahreszahl und Veranstaltungslogo, sondern eine eigenständige, tragbare Marke. Der Anstoß dafür kam unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Holger Hübner. Jan Scharfe steht Merchandise grundsätzlich kritisch gegenüber. Oft werde günstige Ware produziert, die weder qualitativ noch sozial oder ökologisch überzeugend sei. „Es braucht keiner das 25. Beach-House-Sylt-Pfingsten-25-Copy-Shop-T-Shirt“, erklärt er. Stattdessen sollte eine Kollektion entstehen, die modischer, langlebiger und hochwertiger gedacht ist.

Die Beach House-Kollektion mit vielen schicken Farb-VariantenFoto: Jan MagatzkiDie Beach House-Kollektion mit vielen schicken Farb-Varianten

Die Verbindung zu Saltwater lag für Scharfe nahe. Der Name Beach House sei eng mit dem Thema Meer verbunden – und damit mit einer Marke, die ebenfalls für Küste, Wasser und einen bewussteren Umgang mit Ressourcen stehe. Aus dieser Nähe soll eine gemeinsame Geschichte entstehen: Das Beach House bringt seine gastronomische und kulturelle Identität ein, Saltwater das Know-how für die Entwicklung und den Vertrieb der Bekleidung.

Hochwertig, limitiert und aus Deadstock

Ein zentraler Bestandteil der Kollektion ist die Verwendung von Deadstock-Materialien. Dabei handelt es sich um Stoffe, die aus Überproduktionen stammen und andernfalls möglicherweise nicht mehr verwendet würden. Geplant sind neue Farbvarianten und Drucke in einem Rhythmus von etwa sechs bis acht Wochen. Die Grundschnitte sollen dabei bestehen bleiben. Die Kollektion umfasst Unisex- und Ladies-Modelle.

Der Produktionsprozess unterscheidet sich deutlich von klassischen Bestellungen. Statt im Vorfeld eine feste Stückzahl zu definieren und dafür gezielt Stoff einzukaufen, wird mit den vorhandenen Materialien gearbeitet. Die Designerin wählt in der Produktionsstätte geeignete Stoffe aus und entscheidet anschließend, wie viele Teile daraus gefertigt werden können – einmal 68, ein anderes Mal 86 oder 200 Stück. „Wenn weg, dann weg“, bringt Scharfe das Prinzip auf den Punkt.

Salitos war Getränke-Partner für die Launch-Party im Beach HouseFoto: Jan MagatzkiSalitos war Getränke-Partner für die Launch-Party im Beach House

Das Beach House als Marke

Die Kollektion ist bereits im Beach House auf Sylt erhältlich und wurde in der vergangenen Woche mit einer großen Party vorgestellt. Neben Freunden und Partnern waren auch Windsurf-Legende Björn Dunkerbeck und Sohn Liam sowie Promis wie Ulla Kock am Brink dabei und genossen die von Salitos bereitgestellten Getränke. Ein Teil der Produkte wird vor Ort auf Lager gehalten, außerdem erfolgt der Verkauf online über den Saltwater-Shop. Auch in den Filialen von Saltwater soll die gemeinsame Linie angeboten werden. Für die Zukunft ist zudem eine größere Vertriebspartnerschaft geplant. So soll die Kollektion voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 bei About You platziert werden.

Darüber hinaus denkt Jan Scharfe über weitere Beach-House-Flächen nach. In Kiel könnte beispielsweise eine eigene Ecke entstehen, in der neben der Bekleidung auch Beach-House-Weine und Kaffee angeboten werden. So soll aus der Kooperation Schritt für Schritt ein umfassenderes Konzept werden – mit Gastronomie, Mode und Genussprodukten.

Für Jan Scharfe ist die neue Kollektion ein weiterer Schritt in der Entwicklung des Beach House. Das Restaurant soll nicht nur ein Ort sein, an dem man isst, sondern eine Marke, die unterschiedliche Lebensbereiche miteinander verbindet. Mode, Musik, Kunst, Kaffee, Wein und Gastronomie gehören für ihn zusammen, wenn sie glaubwürdig miteinander verknüpft sind. Die Kleidung ist dabei kein Zusatzartikel zum Restaurantbesuch, sondern eine eigenständige Kollektion mit begrenzten Stückzahlen und eigener Handschrift.

Party mit einer großen Auswahl von Partner Salitos und Blick aufs Renn-Geschehen beim Windsurf Worldcup SyltFoto: Jan MagatzkiParty mit einer großen Auswahl von Partner Salitos und Blick aufs Renn-Geschehen beim Windsurf Worldcup Sylt

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