Das Open Fleet Format hatte seine Premiere beim vergangenen Tourstopp in Podersdorf und übertraf die Erwartungen der Veranstalter. Während das Konzept bereits länger diskutiert wurde, bot Österreich die ideale Gelegenheit für die erste praktische Umsetzung. Die Freestyle Pro Tour erweitert damit ihre Wettkampfstruktur, ohne das bestehende Pro Fleet System zu verändern. Stattdessen entsteht ein paralleler Wettbewerb, der verschiedenen Fahrergruppen neue Möglichkeiten eröffnet. Besonders Neueinsteiger, lokale Größen und auch ehemalige Profis profitieren vom neuen Format. Die Teilnehmer erhalten wertvolle Wettkampferfahrung und können sich für die Pro Fleet qualifizieren. Das Finale zwischen Max Brinnich und Max Matissek entwickelte sich zu einem der engsten Heats des gesamten Events.
Für viele Fahrer stellte sich die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Teilnahme. Gleichzeitig gebe es an jedem Veranstaltungsort lokale Größen und halb-pensionierte Profis, die noch auf hohem Niveau tricksen würden, aber vor einem Wettkampfstart zurückschreckten. Das neue Format solle entspannter und einladender für diese Leute sein, während es gleichzeitig das Niveau der aktuellen Elite weiter anhebe. Die Open Fleet verändert nichts für die bereits in der Pro Fleet startenden Fahrer, sondern erweitert lediglich die Eventstruktur.
Die Wettbewerbsintensität in der Open Fleet überraschte die Veranstalter. Viele enge Duelle und knappe Heats, die normalerweise erst in späteren Wettkampfphasen auftreten, prägten bereits die ersten Runden. Die Fahrer kämpften von Beginn an um bedeutsame Platzierungen, was genau die Spannung erzeugte, für die das Format konzipiert wurde. Die Atmosphäre ähnelte den oft spannenden Double Elimination Runden etablierter Wettbewerbe. Lokale Fahrer wie Michi Czech erhielten die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu demonstrieren und sich einen Startplatz in der Pro Fleet zu sichern. Der zusätzliche Zeitaufwand für die Durchführung der Open Fleet fiel überraschend gering aus, was das Format zu einer praktikablen Ergänzung der bestehenden Pro Fleet Struktur macht.
Head Judge Flo Ragossnig wertet das Feedback als klaren Indikator für die richtige Entwicklungsrichtung. Das Feedback der Teilnehmer in Podersdorf sei sehr positiv ausgefallen, ebenso wie das Interesse von Fahrern außerhalb des Events, die an zukünftigen Wettbewerben teilnehmen möchten. Viele Fahrer wollten Wettkampferfahrung sammeln, seien aber nicht unbedingt daran interessiert, ihre ersten Heats gegen die weltbesten Fahrer zu bestreiten. Die Open Fleet gebe ihnen die Chance, einzusteigen, Erfahrung zu sammeln und sich schrittweise in die Pro Fleet vorzuarbeiten. Aus Sicht der Judges integrierte sich das Format reibungslos in den Event und eröffnet Möglichkeiten für zukünftige Experimente.
Je nach Veranstaltungsort und lokaler Community könnten Konzepte der German Freestyle Battles adaptiert werden, einschließlich Community-geführter Bewertungsformate. Die Freestyle Pro Tour zeigt sich offen für ein “Riders Judge Riders Format”, wie es bei den German Freestyle Battles praktiziert wird.
Der Erfolg der Open Fleet hängt stets von der lokalen Szene und der Anzahl teilnahmewilliger Fahrer ab. Nach dem ersten Einsatz in Österreich fallen die Zeichen positiv aus. Das Format erreicht genau das angestrebte Ziel: mehr Menschen für den Wettkampfsport zu gewinnen, zusätzliche Möglichkeiten auf dem Wasser zu schaffen und die Brücke zwischen Grassroots Freestyle und professionellem Sport zu stärken. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Open Fleet zu einem festen Bestandteil zukünftiger Freestyle Pro Tour Events wird.
Nach dem erfolgreichen Debüt in Podersdorf setzt die Freestyle Pro Tour das Open Fleet Format fort und bringt es an einen der legendärsten Freestyle-Spots Europas: Risco del Paso auf Fuerteventura. Am 1. Juli findet dort erstmals ein Wettkampf statt, bei dem die Veranstalter bewusst auf ein unkompliziertes Ein-Tages-Event setzen. Das Riders Meeting ist für 14:00 Uhr angesetzt, der frühestmögliche Start gegen 16:00 Uhr. Die Registrierung läuft bis zum 30. Juni ausschließlich vor Ort bei Shaka Fuerte in Costa Calma. Mit einer Startgebühr von nur 20 Euro und ohne Erfordernis einer FPT-Mitgliedschaft setzt die Tour auf niedrige Einstiegshürden. Segelnummern werden dringend empfohlen. Den Abschluss des Tages bildet eine Pizza-Party mit Siegerehrung um 20:30 Uhr im BSide. Das Event richtet sich gezielt an lokale Fahrer und Touristen, die in entspannter Atmosphäre erste Wettkampferfahrung sammeln möchten. Fuerteventura bietet damit die ideale Gelegenheit, das Open Fleet Konzept an einem der ikonischsten Freestyle-Spots zu testen.
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