Emotionaler Tag zum Abschluss des Fly! ANA Windsurfing World Cup in Yokosuka: Dieses Jahr gab es kein Drama, sondern große Gefühle bei den neuen Weltmeistern. Wie angekündigt blieb es nahezu windstill, weitere Rennen waren nicht möglich, so dass sich an den Rankings nichts mehr änderte. Johan Søe und Marion Mortefon gewinnen den Japan-Event, im Jahresranking bleiben Justine Lemeteyer und Pierre Mortefon vorne.
Für Lemeteyer ist es der erste WM-Titel, sie hat ein paar harte Tage hinter sich: “Ich kam sehr müde hier an und konnte mit dem Druck nicht gut umgehen”, sagte die 22-Jährige. Oftmals telefonierte sie mit ihrer Familie, die Justine von der Normandie aus unterstützte: “Die haben diese Woche nicht viel Schlaf bekommen.” Immer wieder kamen Lemeteyer im PWA-Interview Tränen: “Ich habe mal zu meiner Oma gesagt, dass ich mal Weltmeisterin werden möchte, und nun ist es so weit.” Dass nach dem verpatzten Rennen im letzten Finale ihr Helm über den Strand flog, kommentiert sie schmunzelnd: “Ich habe früher mal Handball gespielt, das kam da wohl nochmal durch....”
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Bei den Herren machte Pierre Mortefon das Double aus Foil-WM und Slalom X perfekt. Der Franzose legte eine extrem konstante Saison hin und beendete alle drei Foil-Events auf Fuerteventura, Sylt und in Japan auf Platz Zwei. “Mission erfolgreich”, kommentierte er seinen insgesamt dritten WM-Titel nach der Verkündung in Japan. “ Am Anfang des Jahres war das ein Traum. Ich freue mich über alle, die an mich glauben. Es ist manchmal nicht leicht, ich habe zwei Kinder, die mich jeden Tag motivieren, und für die ist der Titel!” Im Vergleich zu seinem ersten Weltmeistertitel 2019 sagte Mortefon: “Ich bin happy über Slalom X, das war eine der besten Saisons!”
Daniele Benedetti lieferte Mortefon einen engen Kampf um den Titel und darf sich über den Vize-Weltmeistertitel freuen. Der Italiener erzielte in Elimination 4 sein bestes Ergebnis des Events und kam bis auf 2,3 Punkte an Mortefon heran, hatte aber wegen der Flaute keine Chance mehr auf einen letzten Showdown. Wie Mortefon kam auch Benedetti kein einziges Mal außerhalb der Top Fünf ins Ziel. Matteo Iachino komplettiert das Podium, der Italiener lag nach zwei zweiten und zwei dritten Plätzen nur 0,3 Punkte hinter Mortefon. In der Jahreswertung verpasst Iachino das Podium nur knapp hinter Enrico Marotti, den nur 100 Punkte von den ersten beiden Plätzen trennen.
Überflieger Johan Søe gewinnt somit seinen zweiten Event nach Sylt und fuhr ein weiteres Mal in einer Klasse für sich. Der Däne dürfte in dieser Form der Top-Favorit auf den WM-Titel im kommenden Jahr sein - 2024 war er wegen seines Olympia-Starts auf Fuerte nicht dabei und hatte somit keine WM-Chancen mehr. Auf Platz drei hinter Søe und Mortefon komplettiert Matteo Iachino das Japan-Podium. Nico Prien bleibt auf Platz Acht, Michele Becker wurde Zehnter.
Bei den Damen gewinnt Marion Mortefon, den Event vor der neuen Weltmeisterin Justine Lemeteyer. Lina Erzen, die im letzten Jahr hier gewinnen konnte, kommt auf Platz drei. Mit Tamar Steinberg und Sara Wennekes schieben sich zwei weitere iQFOilerinnen vor Blanca Alabau auf Platz Sechs.

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