Am ersten Wettkampftag beim PWA Freestyle Grand Slam 2026 in Fuerteventura ging es nach Registrierung, Warm-Up und dem obligatorischen Gruppenfoto direkt in die Freestyle Single Elimination. Die ersten beiden Runden der Herren konnten durchgezogen werden, die meisten waren mit 4,4 oder 4,8 am Start. Alle Top-Fahrer überstanden den Auftakt ohne unerwartete Niederlagen. Die Frauen blieben am ersten Tag an Land und sollen am Samstag in den Wettbewerb einsteigen.
Die Jury implementierte eine Anpassung des Bewertungssystems, das jahrelang auf einer gleichmäßigen Verteilung der Manöver auf beiden Seiten basierte. Bisher mussten die Fahrer beispielsweise exakt drei Tricks auf jedem Bug stehen. Das neue System verlangt nun mindestens zwei Manöver pro Seite, erlaubt aber die Wertung von bis zu vier besten Tricks auf jeder Seite. Diese Änderung gibt den Athleten mehr Flexibilität in ihrer Taktik und ermöglicht es, Stärken auf einem bevorzugten Schlag besser auszuspielen. Die Punktzahlen der einzelnen Manöver werden dabei weiterhin nach technischer Schwierigkeit, Ausführung und Stil bewertet. Die Modifikation könnte sich besonders bei den anspruchsvollen Windbedingungen als vorteilhaft erweisen, da sie den Fahrern ermöglicht, ihre Runs strategischer aufzubauen.
Lennart Neubauer war der Fahrer des Tages und stellte die beiden höchsten Heat-Wertungen auf. Der Weltmeister von 2024 startete in der ersten Runde gegen Primus Sorling und erreichte 41,78 Punkte. Sein radikaler Skopu brachte ihm acht Punkte ein, während ein Shifty mit 7,86 Punkten bewertet wurde. In der zweiten Runde steigerte Neubauer seine Leistung auf 42,30 Punkte gegen Davy Scheffers. Der Niederländer zeigte mit 36,70 Punkten eine solide Performance, die in allen anderen Heats der zweiten Runde außer einem zum Weiterkommen gereicht hätte. Scheffers wird in der Double Elimination eine weitere Chance erhalten. Neubauer präsentierte sich klinisch präzise, stilsicher und kraftvoll auf dem Wasser. Er war der einzige Fahrer, der gestern die 40-Punkte-Marke durchbrach.
Titelverteidiger Yentel Caers erhielt ein Freilos für die erste Runde und musste bis 18:15 Uhr auf seinen ersten Einsatz warten. Die lange Wartezeit erwies sich möglicherweise als ungünstig für den Belgier, der nicht sofort in Bestform startete. Caers unterliefen zu Beginn mehrere uncharakteristische Fehler auf dem Steuerbord-Bug, der normalerweise seine stärkere Seite in Fuerteventura darstellt. Dennoch erreichte er 39,85 Punkte und beendete damit den Lauf von George Grisley. Auf Backbord zeigte der amtierende Weltmeister seine gewohnte Klasse mit einem Shifty Shaka, Shifty, Pasko und Air Chachoo. Im Viertelfinale trifft Caers auf Bodhi Kempen, der sich gegen Youp Schmit durchsetzte.
Dieter Van der Eyken sicherte sich seinen Platz im Viertelfinale durch Siege gegen Maarten Molenaar und Sam Esteve. Der Belgier bewältigte besonders die zweite Runde gegen den anspruchsvollen Gegner Esteve erfolgreich. Van der Eyken trifft nun auf Neubauer in der nächsten Runde. Balz Müller unterhielt das Publikum mit seiner gewohnt spektakulären und kreativen Fahrweise. Der Schweizer landete in seinem ersten Heat eine neue Kombination - einen Toad into Kono - gegen Björn Saragoza, der nach längerer Pause zur Tour zurückkehrte. In der zweiten Runde stand Müller einem schwierigen Duell mit Takuma Sugi gegenüber. Er meisterte die Herausforderung mit dem höchstbewerteten Manöver des Tages, einem massiven Shifty für 8,40 Punkte, sowie einem charakteristischen Chebongka. Müller bekommt es im Viertelfinale mit Jacopo Testa zu tun.
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Jacopo Testa zeigte nicht durchgehend seine beste Leistung, fand aber ausreichend Glanzmomente, um Sebastian Gux und Tim Gerdes zu besiegen. Takumi Moriya benötigte ebenfalls Anlaufzeit. Der 19-jährige Japaner, der im Vorjahr den vierten Platz belegte, entging nur knapp einer Erstrunden-Niederlage gegen Eugenio Marconi in Heat 9. In Heat 21 entwickelte sich zunächst ein enges Duell mit Tigo Kort, doch Moriya setzte sich gegen Ende deutlich durch und qualifizierte sich komfortabel für das Viertelfinale. Steven Van Broeckhoven überstand eine brenzlige Situation gegen Nicolas Akgazciyan in Heat 22. Nur 1,48 Punkte trennten die beiden Fahrer am Ende. Akgazciyans Shuvit Spock kam unmittelbar nach dem Schlusssignal und wurde nicht mehr gewertet - möglicherweise hätte dieser Trick das Ergebnis umgekehrt. Van Broeckhoven hatte zuvor einen starken Heat gegen den Debütanten Pier Sergio Bongianni absolviert und muss diese Form im Viertelfinale gegen Moriya abrufen.
Die Wettervorhersage für Samstag prognostiziert ähnliche Bedingungen wie am Eröffnungstag mit Windstärken zwischen 19 und 24 Knoten. Wenn alles klappt, sollten sowohl in der Männer- als auch in der Frauen-Konkurrenz Ergebnisse in den Single Eliminations erzielt werden.
Alle Heats und Ergebnisse unter pwaworldtour.com
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