Heute steht Chile bei vielen Windsurfern auf der Reise-Liste, 2002 war das Land noch eher ein exotisches Ziel. Bei 4300 Kilometern Küstenlinie muss es dort doch nur so vor guten Surfpots wimmeln! Wie gut, dass Philip Horn in Santiago eine Oma hat, und vom ersten Eindruck der Wellen begeistert war. Zwei Jahre später kommen Autor und Fotograf Tom Körber sowie Mathias Wöhl einfach mit, um gemeinsam die Küste zu erkunden. Die erste Basis des Trios ist Punta Lobos, von wo aus die Spots der Umgebung erkundet werden. Danach geht es auf Entdeckungsreise Richtung Norden, bis nach Topocalma. Der heutige Worldcup-Spot liegt in einem abgesperrten Gebiet, in das man ohne offizielle Genehmigung nicht hereinkommt. Nach der umfangreichen Kontrolle finden Philip und seine Crew traumhafte Wellen - und Worldcupper Andy Wolff. “Diese Welle kann mit jeder mithalten - weltweit!” lautet das einhellig Urteil nach der ersten Session. Auf der Welle lassen sich so viele Turns fahren, “dass man für den Rückweg ein Taxi braucht.” Anschließend geht es noch weiter Richtung La Boca, bevor der Trip nach zwei Monaten endet. Aber die drei sind sich einig: Philips Oma besuchen wir mal öfter!
Im Gegensatz zu Chile sind die Kanalinseln auch heute noch ein weitgehend weißer Fleck auf der Surf-Landkarte. Guernsey und Jersey gehören zu Großbritannien, liegen direkt vor Frankreich und haben ein Klima wie Südspanien. Karin Jaggi und Michi Schweiger gingen auf Entdeckungsreise, entgegen der Warnungen einiger Briten. Wellenreiter hingegen sind häufig anzutreffen, bei neun Metern Gezeitenunterschied ist der Tidenkalender jedoch Pflicht. Nach einer unverhofften Wave-Session in St. Quens auf Jersey folgen mehrere Tage mit Swell zum Wellenreiten, bevor sich Karin und Michi auf die Suche nach weiteren Spots machen. St. Brelades Bay ist auch zum Freeriden geeignet, auch vor dem Red Tower nahe Mont Orugeil geht es aufs Wasser - zur Verwunderung der Touristen. Auch auf Guernsey gibt es viele gute Spots, allerdings braucht man viel Local-Erfahrung, um den besten für die jeweiligen Bedingungen zu finden.
Was macht den wahren Surfer aus? Diese Frage soll ein 24-Stunden-Contest am Gardasee beantworten, der leider auf keiner offiziellen Rangliste auftaucht. Am Start bei “Dr. Schmocks Freestyle-Contest” sind unter anderem Alex Humpel, Josh Stone und surf-Redakteur Steve Chismar, der gleichzeitig Undercover-Judge ist. Die einzelnen Disziplinen hätten bei jedem offiziellen Verband für Panik-Attacken gesorgt, hier hat Organisator Fred Niedner das australische Konzept in Perfektion umgesetzt: Freestyle-Session in der Schweinebucht, Grillen am Conca, Feiern im Moby Dick und um sechs Uhr morgens die finale Mornins Session vor Malecesine. Ansage beim Skippers Meeting: “Dämliche Fragen und Proteste führen zur Disqualifikation!” Eine offizielle Genehmigung gibt es nicht, die Carabinieri auf dem Boot beim Loop ohne Schwimmweste nass zu spritzen, gibt dementsprechend Extra-Punkte. Auch ein Punkte-Lieferant: Zu spät kommen, im Halteverbot an der Gardesana abladen und ein spontaner Railslide über das Gummiboot von Michiel Bouwmeester, der das gar nicht lustig findet. Die Nacht wird wild und lang, die Morgensession fällt dann dem Nieselregen zum Opfer. Sieger am Ende: Rich Forster, weil Josh Stone Punktabzug bekommt, da er mit seiner Frau an ihrem Geburtstag telefoniert. Good old times!
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Redakteur surf
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