Zwei Schwestern auf dem PodiumEmma und Frida Miron über das Abenteuer Tiree

Tobias Frauen

 · 16.10.2026

Platz zwei und drei beim Tiree Wave Classic: Frida und Emma Miron holten in Schottland ihr erstes Worldcup-Podium
Foto: PWA/Carter
Heftige Bedingungen, abgelegene Spots und ein knappes Finale: Frida und Emma Miron über das Abenteuer Tiree Wave Classic und ihr Doppel-Podium.

Tiree ist nicht gerade um die Ecke. Was hat euch gereizt, dass ihr zu dem Contest gereist seid?

​Es war Frida, die die Tiree Wave Classics ins Spiel gebracht hat. Sie hat die Fotos von letzten Jahr gesehen und wir haben beschlossen, dass wohl nirgendwo die Bedingungen so sind wie auf Tiree. Besonders die großen Wellen in Kombination mit viel Wind haben uns angesprochen. Es sah nach einem echten Abenteuer aus!

​Wie habt ihr die Insel, die Spots und die Stimmung dort wahrgenommen?

Bereits in Oban am Fährhafen waren alle Menschen am Abend unserer Ankunft sehr freundlich und interessiert daran, was uns zwei in diese Gegend Schottlands brachte. Mit dem Betreten der Insel wurden wir offen begrüßt und jedes Auto hat gewunken. Es wirkt, als würde jede Veränderung auf Tiree Aufmerksamkeit erregen. Am Spot angekommen wurden wir direkt von Familie Maclean, den Veranstalltern der Tiree Wave Classics, begrüßt und mit Insidertipps für den besten Spot und die beste Welle versorgt.

​Bis zu 6 Meter Welle und 55 Knoten offshore Wind - aber genau dafür sind wir nach Tiree gekommen. Es war wirklich ein Abenteuer!

​Am Final-Tag waren die Bedingungen ziemlich heftig, wie war das für euch? Wie habt ihr den Tag erlebt?

Am Abend vorher waren wir beide sehr aufgeregt. Frida hat sich am Vortag souverän für das Finale qualifiziert, doch Emma musste in ihrem Heat lange schwimmen und hatte am finalen Tag einen langen Weg durch die Repecharge Rounds vor sich. Der Forecast für den Finaltag hatte es in sich: Bis zu 6 Meter Welle und 55 Knoten offshore Wind - aber genau dafür sind wir nach Tiree gekommen. Es war wirklich ein Abenteuer! Den richtigen Moment zum Rausfahren zwischen den Wellen zu finden und dann genau die Section beim Reinfahren zu treffen, war in den hohen Wellen und dem typisch schottischen Regenwetter eine echte Herausvorderung. Als wir dann am Ende beide im Finale standen, haben wir uns riesig gefreut. Gemeinsam mit Izzy Adcock und Cori McFarelane auf dem Wasser zu sein und um den besten Turn und die größte Welle zu fahren, war wirklich etwas Besonderes.

​Im Finale ist die spätere Siegerin Izzy Adcock erst in letzter Sekunde an euch vorbeigezogen. Habt ihr auf dem Wasser mitbekommen, wie eng es war?

Nein, wir wussten auch als wir dann an Land zusammen standen eine ganze Zeit nicht, wer gewonnen hatte, aber das spielte auch gar keine Rolle mehr. Jede von uns hatte ihren eigenen Moment in der Welle, und dass es am Ende so knapp ausgegangen ist, zeigt, dass wir einfach das Beste aus den Tiree Wave Classics gemacht haben!

​Wie geht es bei euch weiter, was sind die nächsten Ziele?

Eins ist klar: Nächstes Jahr kommen wir wieder nach Tiree! Im Frühjahr stehen die Moulay Wave Classics in Marokko gemeinsam mit dem Sailboards Tarifa Team auf dem Plan. Allerdings wird es kommende Saison wirklich herausfordernd, weil Emma Abitur schreibt. Für ein Abenteuer in großen Wellen und an besonderen Orten sind wir aber immer zu haben!

Vielen Dank und viel Erfolg weiterhin!


Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Tobias Frauen

Tobias Frauen

Redakteur surf

Tobi verantwortet alles Digitale – von der surf-Webseite bis zu den Social-Media-Kanälen – und sorgt täglich für frischen Bild- und Videocontent. Seine Surf-Wurzeln reichen vom Münsterland über Ijsselmeer, Brouwersdam und Sylt bis nach Kiel und Heidkate. Heute lebt er seit über zehn Jahren in Hamburg als „Weekend Warrior“ und ist so oft wie möglich mit Campingbus und Familie unterwegs – bevorzugt an Ostsee, SPO, Dänemark sowie in Finnland, Schweden oder UK.

Meistgelesen in der Rubrik Windsurfen