360-Grad-Kameras wie die Insta360 oder die neue Osmo 2 von DJI haben im Vergleich zu normalen Action-Cams einen gewichtigen Vorteil. Warum? Zwei gegenüberliegende Weitwinkel-Objektive nehmen zwei Halbkugeln auf, die dann digital zu einem vollständigen 360-Grad-Blick zusammengefügt werden. Die Video-Datei mit kreisrunder Optik ist zunächst relativ unbrauchbar, der Vorteil besteht jedoch darin, dass man den linearen Bildausschnitt später über eine Software frei wählen kann. Das Problem, dass man die beste Action nicht richtig in der Bildmitte gefilmt oder gar verpasst hat, erübrigt sich damit.
Die DJI Osmo 2 ist seit Mitte September 2026 verfügbar und entweder im Standard-Set (589 Euro mit Tasche und Objektivschutz) oder im Adventure-Set erhältlich, welches wir ausprobiert haben. Zum Adventure-Set (739 Euro) gehören zwei zusätzliche Akkus, eine Ladebox, ein Selfie-Stick sowie ein passende Schnellanschlussadapter mit Neige-Funktion.
Die Kamera ist bis zu zehn Meter wasserdicht, wiegt knapp unter 200 Gramm und ist etwas über acht Zentimeter hoch. Über ein Gewinde lässt sie sich mit einem Adapter z.B. an einem Flymount und anderen Befestigungen montieren. Erfreulich ist, dass die Kamera über einen integrierten 128 GB Speicher verfügt, der sich optional über eine microSD-Karte erweitern lässt. Genug Speicherplatz ist auch nötig, denn die Cam filmt 360°-Videos auf Wunsch mit hochaufgelösten 8K und bis zu 60 Bildern pro Sekunde (fps). Daraus lassen sich später Zeitlupen mit halber Geschwindigkeit bei voller Auflösung exportieren. Wer auf Super-Zeitlupen aus ist, kann in 4K-Qualität sogar bis zu 240 fps filmen, das ergibt dann ruckelfreie Action mit 1/8 der ursprünglichen Geschwindigkeit. Für den Windsurf- und Foileinsatz ebenfalls interessant, ist die Pre-Recording-Funktion: Dabei speichert die Cam die Action einer definierten Zeitspanne (5s bis 5min) ab, überschreibt diese aber wieder. Erst sobald man nach einem gelungenen Move den Auslöser drückt, wird die vorangegangene Action dauerhaft gespeichert. Das spart Speicherplatz und Zeit beim Auswerten des Videomaterials, da kaum Ausschuss produziert wird.
Den richtigen Moment verpasst - dieses Problem gibt es mit einer 360-Grad-Kamera nicht
Die DJI Osmo 2 360° ist hinsichtlich ihrer Videofunktionen optimiert! Sie kann zwar auch klassisch Fotos mit bis zu 30 Megapixeln im Single Lens Modus schießen, verfügt allerdings nicht über eine schnelle Serienbildfunktion á la GoPro Hero. Wer Fotos für Web oder Social Media exportieren möchte, tut dies am besten über die Mimo-App: Man wählt den gewünschten Ausschnitt des 360-Grad-Videos und exportiert dann über die Screenshot-Funktion ein Bild. Tipp: Weil dieses Einzelbild nur einen winzigen Ausschnitt des 360-Grad-Blicks darstellt, reduziert sich auch die Qualität. Es empfiehlt sich daher, mit der maximal möglichen Auflösung von 8K zu filmen, dann reichen die exportierten Einzelbilder qualitativ aber absolut aus. Als nur mäßig empfanden wir hingegen die Akkuleistung: Bei unserem Test mit kühlen Temperaturen von 16 Grad hielt der Akku bei voller Videoauflösung (8k/60fps) knapp über eine Stunde durch.
Die Bedienung über das Touch-Display erfordert etwas Übung, die weitere Sichtung und Bearbeitung des Videomaterials erfolgt ohnehin über die DJI Mimo App. In der App lassen sich nun der Bildausschnitt wählen, Objekte nachverfolgen, Screenshots exportieren und kleine Videos schneiden. Dabei wird deutlich: Die Stabilisierung der Kamera ist beeindruckend: Kleine Wackler und Vibrationen, etwa die Schläge bei schneller Gleitfahrt oder Windvibrationen, werden digital ausgeglichen, er ergibt sich ein ruhiger, drohnenartiger Flug. Auch der Horizont wird bei stärkeren Schwankungen verlässlich geradegerückt - für traditionell “wackelige” Action-Sportarten wie Windsurfen oder Wingfoilen ist das ideal.
Der Vorteil, den Blickwinkel hinterher frei wählen zu können, ist DAS Argument für eine 360-Grad-Kamera wie die Osmo 2. Videoqualität, Stabilisierung, Zeitlupenfunktionen und die Bearbeitungsmöglichkeiten über die App sind im Wassersporteinsatz überzeugend. Wer auf Serienfotos in voller Qualität nicht verzichten möchte, ist mit der Osmo 2 nicht optimal beraten, hier bieten klassische Action-Cams wie die GoPro Hero mehr Möglichkeiten.
Top-Videoqualität & Funktionen, Stabilisierung, freier Blickwinkel, praktische App
Akkulaufzeit
Keine Serienbildfunktion

Redakteur surf
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