Stephan Gölnitz
· 04.09.2026
Goya Windsurfing stellt mit der Slim Base Pro einen komplett neu entwickelten Mastfuß vor, der für alle Disziplinen vom Wave- bis zum Race-Bereich konzipiert sein soll. Das System basiert auf einem reduzierten Konstruktionsprinzip mit weniger Einzelteilen als herkömmliche Modelle.
Das Mastfußsystem besteht aus 316er Edelstahl für alle metallischen Komponenten, während die Basisplatte aus Nylon gefertigt ist. Die schwarze Sehne aus TPU-Material soll laut Hersteller außerdem eine bessere UV-Beständigkeit aufweisen als üblicherweise verwendete Materialien. Die Erfahrungen der surf-Testcrew zeigen tatsächlich, dass dunkle Sehnen häufig bei niedrigen Temperaturen elastischer bleiben und in Summe länger halten als durchsichtige. Die Sehne der Goya Slim Base wirkte in unseren Händen leichter biegbar als die überwiegend recht störrischen, durchsichtigen Tendons, was die Riggmontage erleichtert. Die Sehne soll durch ihre spezielle Form vor allem in der Mitte flexen, wodurch die Krafteinwirkung nicht ausschließlich auf die Befestigungspunkte (an den durchgehenden Stiften) konzentriert werde. Bei unserer Erstmontage ließ sich der Mastfuß mit den vier Griffwulsten ordentlich greifen, bietet nicht ganz die Griffigkeit kantiger Modelle, aber schmiegt sich dafür äußerst elegant ans Deck an. Hier gleitet der Fuß vermutlich eher drüber als dagegen zu stoßen. Die reduzierte Anzahl an Bauteilen soll das Gewicht senken und potenzielle Schwachstellen minimieren. Den Diät-Effekt können wir voll bestätigen. Bei 239 Gramm blieb die Waage stehen, was im Vergleich zu den Modellen aus unserem letzten großen Test Mastfüße von 2021 der mit Abstand leichteste Wert ist (viele deutlich über 300 Gramm).
Der schwarze Tendon wirkt etwas elastischer und nicht ganz so starr wie viele Klarsichtmodelle.” Stephan Gölnitz, surf-Tester
Mit einer gemessenen Bauhöhe von 7,7 Zentimetern liegt die Slim Base Pro ganz klar bei den niedrigsten verfügbaren Mastfüßen. Die Mehrheit der Modelle benötigt sogar mehr als neun Zentimeter zwischen Board und Verlängerung. Nur bei der neuen NeilPryde X-Base (hier im Review) konnten wir bisher im surf-Test eine sechs vor dem Komma messen.
In die Sehne sei ein doppelt geschlauftes Dyneema-Seil integriert, das mit dreifachen Knoten gesichert sei. Dieses interne Sicherheitsseil stelle sicher, dass Board und Rigg auch bei einem Sehnenversagen verbunden bleiben, sodass der Surfer zurück ans Ufer fahren könne. Goya Windsurfing weist darauf hin, dass feuchte Bedingungen, warmes Klima und Nutzungsintensität die Lebensdauer der Sehne beeinflussen könnten. Die schwarze Färbung der Sehne biete aber verbesserten UV-Schutz gegenüber ungefärbten Materialien. Das Sicherheitskonzept basiere auf jahrzehntelanger Erfahrung mit Belastungstests. Die zentrale Biegung der Sehne mache Verschleiß früher sichtbar als bei konventionellen Systemen, bei denen die Belastung primär an den Befestigungsbolzen auftrete.
Die Slim Base Pro liegt flach und ohne jegliche Ecken und Kanten an Deck. Vier Rillen auf der Oberseite ermöglichen laut Hersteller einen sicheren Griff auch bei kalten oder nassen Bedingungen, wenn mehrere Finger zum Festziehen benötigt werden. Bei uns hat das jetzt im Sommer gut geklappt. Der Tendon (die “Sehne”) ist aus schwarzem TPU, was sich leichter biegen lässt als viele klare Modelle. Goya hat den Tendon in der Mitte zusätzlich dünner gehalten, damit sich hier die größte Biegeverformung abspielt und die äußeren Bereiche, wo die Verschraubung durchläuft und häufig der Verschleiß beginnt, entlastet wird. Was das bringt kann erst ein Dauertest zeigen.
Die Slim Base Pro ist super leicht, elegant und ergonomisch durchdacht konstruiert. Mit sehr niedriger Bauhöhe, ohne harte Kanten und dennoch ordentlich greifbar. Die Funktion kann so auf den ersten Eindruck voll überzeugen. Die versprochene, höhere Dauerhaltbarkeit durch den schwarzen modifizierten Tendon muss sich noch beweisen.
Gewicht: 239 Gramm (surf-Messung)
Höhe: 7,7 Zentimeter (surf-Messung)
Preis: 89 Euro

Redakteur surf
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