Mit dem Foil Assist springt der Hersteller Duotone auf den E-Foil-Trend auf. Im Gegensatz zu reinen E-Foils wird bei diesem System der Akku am Körper transportiert; ein spezielles Board ist also nicht nötig. Dadurch ist das System deutlich leichter als reine E-Foil-Boards. Der Preis für das Set beträgt 4799 Euro. Es lässt sich das System noch mit einem Carbonmast (D/Lab Upgrade) erweitern (5999 Euro). Auch ein leistungsstärkerer Propeller ist verfügbar.
Der Lieferumfang beinhaltet den Foil-Assist Mast mit der Antriebseinheit, die dann über ein Kabel per solidem Drehverschluss am Akku-Pack eingerastet wird. Damit bei Stürzen der Zug nicht am Stromkabel lastet, ist im Kabel eine dehnbare Leash integriert, die ebenfalls am Gürtel des Akku-Packs eingeklinkt wird. Der Foilmast wird wie gewohnt in der Foil-Box montiert. Auf diesem sitzt dann der Flügel der Wahl, wir haben das System mit zwei Crest-Foils (1050 & 925 cm2) ausprobiert. Das System selbst ist also mit unterschiedlichen Foils und Boards von Duotone kompatibel. Damit das Stromkabel nicht in die Nähe des Propellers geraten kann, wird hinter dem Foilmast eine kleine Kunststoffplatte in der Box verschraubt, die eine saubere Kabelführung nach hinten garantiert. Leash und Stromkabel werden zusätzlich auf der Brettoberseite fixiert, um zu verhindern, dass das Kabel in die Nähe des Propellers gelangen kann.
Zum Starten des Systems legt man zunächst die beiden Akkus in die Akku-Box ein. Durch gleichzeitiges Drücken der Starttasten werden diese in Bereitschaft versetzt. Anschließend startet man die Fernbedienung; die Kopplung mit dem E-Foil-Motor erfolgt automatisch. Die Fernbedienung lässt sich wie eine Uhr am Handgelenk tragen; hier sind der Akkustand des Motors und der Fernbedienung jederzeit sichtbar. Die Fernbedienung ist mit einem kleinen Fingerring verbunden, der zum Beispiel am Zeigefinger aufgeschoben wird. Hier kann man später das Geschwindigkeitslevel des Antriebs regeln. Abschließend legt man den Gürtel mit dem Akku am Körper an und ist bereit, aufs Wasser zu gehen.
Wir haben das System bei stark böigen Bedingungen mit Windgeschwindigkeiten zwischen 4 und 14 Knoten getestet. Beim Aufsteigen sollte man sicherstellen, dass der Leash hinter dem Heck sauber nach oben geführt ist. Nach dem Aufsteigen wird der Antrieb über einen Doppelklick am Fingerring gestartet; er schaltet in der ersten Stufe in einen langsamen, moderaten Vortrieb. Dieser Vortrieb ist aber bereits ausreichend, um das Board auch bei marginalen Windbedingungen zu stabilisieren. Schrittweise kann man nun die Geschwindigkeit erhöhen, dabei sollte man darauf achten, durch dosierten Druck aufs vordere Bein das Board flach zu halten und erst genügend Speed aufzubauen. Hebt man zu früh ab, kommt der Propeller aus dem Wasser und der Schub entfällt. Nach einigen Versuchen bekommt man aber ein gutes Gefühl und kann das Board etwas länger als nötig auf der Wasseroberfläche halten, Speed sammeln, um dann entspannt abzuheben. Sobald man in der Luft ist und sich der Flug stabilisiert hat, löst man den Druck am Fingerring, wodurch der Motor sofort stoppt - ab diesem Moment nutzt man nur noch Welle oder Wing als Antrieb. Die Sorge, bei Stürzen in den rotierenden Propeller zu geraten, erscheint uns relativ unbegründet: Sobald man die Hand vom Wing löst, aktiviert sich automatisch auch der Knopf des Fingerrings, wodurch der Propeller sofort steht. Damit man beim Schwimmen oder Aufsteigen den Propeller nicht versehentlich startet, wird dieser auch über einen Doppelklick aktiviert. Einmal abgehoben, kann man mit dem Duotone Foil-Assist wie gewohnt auf dem Foil seine Bahnen ziehen. Auch der Fahrwiderstand des Motors ist kaum spürbar, da dieser recht schlank designt wurde und zudem weit oben am Foilmast angebracht ist.
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Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Gewicht am Hüftgurt; mit ca. 4,5 Kilo ist der Akku-Gürtel nicht gerade leicht. Die Sorge, dass das Gewicht das Schwimmen erschwert oder einen gar in die Tiefe zieht, ist allerdings unbegründet, denn der Gürtel ist mit entsprechendem Auftrieb versehen und trägt sich selbst. Die weiteren Fahreigenschaften werden primär vom verwendeten Foil bestimmt; das Foil Assist System hat, einmal abgehoben, ja längst Pause. Dementsprechend ist auch die Akkuleistung für diesen Einsatzzweck absolut ausreichend. Da der Motor nicht dauerhaft Schub leisten muss, endet die Session nicht durch eine leere Batterie - sondern allenfalls aufgrund eines leeren Akkus des Foilenden. Nach zwei Stunden auf dem Wasser mit zahlreichen Starts war unser Akku bei sommerlichen Temperaturen noch etwa zu 70 Prozent voll.
Da es sich im ein technisches Gerät handelt, ist etwas Pflege nötig. Sand und Salz an beweglichen Teilen sollten gelegentlich mit Frischwasser abgespült werden. Die Akkus sollten erst vor der Session voll aufgeladen werden, bei längeren Surfpausen lagert man die Akkus am besten bei 50 Prozent Ladezustand.
Der Duotone Foil Assist ist primär zum Downwinden und Pronesurfen sinnvoll. Beim Wingfoilen unterstützt es das Abheben bei marginalen Windbedingungen. Vor allem an Spots mit sehr böigen, leichtem Wind, macht das aber einen gewaltigen Unterschied. Auch Foil-Surfer, die noch an Basis-Manövern oder der perfekten Pumptechnik arbeiten, kommen so deutlich früher und länger aufs Foil. Idealerweise kombiniert man das System mit einem schlanken Midlength-Board wie dem Skybrid oder dem speziell dafür entwickelten Modell Midfish, weil hiermit der Schub besser in Speed umgesetzt werden kann, als auf kurzen, kompakten Boards.

Redakteur surf
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