Hersteller North hat mit dem Modell Sonar ein Medium-Aspect-Foil in elf Größen von 500 bis 2400 cm² im Portfolio. Wir konnten die Größen 1050 cm² und 1200 cm² testen. Die Range ist so gestaltet, dass die größeren Größen von 1500 bis 2400 cm² durch ihr gutmütiges Flügeldesign in erster Linie Foil-Einsteiger ansprechen sollen, die kleineren Größen von 1200 bis 500 cm² wurden dann mehr auf Speed und die Belange geübter Foilerinnen und Foiler ausgelegt.
Die getesteten Größe mit 1050 und 1200 cm² sind von moderaten Spannweiten (85/87,5 cm) und Aspect Ratios von 6,9 bzw 6,4 gekennzeichnet. Die Flügelspitzen sind sanft abgerundet; das Profil ist offensichtlich nicht sonderlich dünn und auf Topspeed optimiert, sondern fällt etwas dicker aus. Die Flügel werden klassisch auf die Carbon-Fuselage aufgeschraubt. Stichwort Fuselage: Wir haben zum Test die mittlere Länge mit 65 Zentimetern verwendet, die, laut Hersteller, für den Allround-Einsatz am besten funktioniert. Alternativ stehen eine noch stabiler laufende 70er Fuselage und eine drehfreudigere 60er Fuse zur Verfügung. Ergänzend zum 1050er Frontflügel stabilisiert hinten der 210er Heckflügel den Flug, in Kombination mit dem 1200er Frontwing ist dann der Sonar S270 Stabilizer erste Wahl.
Alle Verbindungen werden mit soliden Torx-Schrauben (M8) versehen, die passenden Schraubenlängen sind an Ort und Stelle aufgedruckt. Die Verbindung zum Mast ist schön steif, denn das Verbindungsstück taucht hier tief in die Carbon-Fuselage ein und wird mit zwei Bolzen fixiert. Mast und Montageplatte bestehen beim verwendeten UHM 85 Carbonmast aus einem Teil. Insgesamt ist die Passgenauigkeit auf hohem Niveau. Das Komplettset mit dem edlen Carbonmast UHM 85 kostet 2639 Euro. Wer es preisgünstiger möchte, landet beim Wechsel auf den CF 85 Carbonmast bei 2235 Euro, mit dem Alumast AF 85 kostet das Set dann nur 1630 Euro.
Auffällig ist, dass das Sonar Foil auch bei niedriger Geschwindigkeit schon stabil anströmt wird. Das Abheben erfolgt bei vergleichsweise geringer Geschwindigkeit, und es gibt nahezu keine Überraschungen, dass der Flügel ungeplant wieder absackt. Der 1200er Flügel ist dabei auftriebsstark genug, um für sehr leichte Fahrerinnen und Fahrer (<70 Kilo) als Leichtwind-Option durchzugehen. Aber auch der 1050 bietet überdurchschnittlich frühen Lift und eine sehr verlässliche Anströmung bei niedrigen Geschwindigkeiten. In der Luft vermittelt der North Sonar MA Flügel einen ordentlichen, wenngleich nicht außergewöhnlich hohen Topspeed - die Profildicke limitiert die Geschwindigkeit etwas, sorgt umgekehrt aber für eine sehr einfaches Fahrverhalten und stabile Anströmung. Mit seiner mittleren Aspect Ratio wirkt beide Flügel jederzeit wunderbar drehfreudig; schon mit geringem Druck lassen sich auch mit der 65er Fuselage sanfte Turns aus dem Fuß schütteln, ideal für eng gefahrene Manöver wie Foil-360s. Erfreulich: Auch wenn man am Ende der Kurve mal Geschwindigkeit verliert, trägt der Flügel lange und sicher weiter. Die Kontrolle ist insgesamt auf einem sehr guten Niveau, dass der Flügel in starken Böen an die Oberfläche drängt, muss man ebenfalls nicht befürchten.
Seine größte Stärke hat der Flügel beim Arbeiten von Dünungs- und moderaten Brandungswellen. Dann lassen sich wunderbar sanfte Radien auf die Welle ziehen. Der Glide fällt trotz der geringeren Spannweite durchaus passabel aus. Dass der North Sonar MA Flügel nicht den Glide eines gestreckten High-Aspect-Flügels haben kann, liegt auf der Hand. Wer aber am steilen Teil der Dünungswelle bleibt , kann auch aus typischer Ostsee-Dünung Einiges herausholen. Auch zum Springen und Freestylen ist der Flügel durchaus einsetzbar. Er liefert guten Pop und wird nach Landungen sofort wieder angeströmt.
Sowohl der Sonar MA 1050 als auch der 1200er punkten mit frühem Lift, viel Kontrolle und wunderbaren Dreheigenschaften. Damit sind die Flügel ideal für entspanntes Cruisen, flüssige Manöver und vor allem den Einsatz in moderaten Dünungs- oder Brandungswellen. Wingfoil-Einsteiger sollten bei den größeren Frontwings ab 1500 die 70er Fuselage ins Auge fassen, die 65er Fuse bietet eine gute Mischung aus Stabilität und Drehpotenzial. Wer voll auf Welle fixiert ist, greift zur 60er Fuse. Unterm Strich punktet das North Sonar MA V2 vor allem als einfach zu fahrender Allrounder für Freeride, Manöver, Dünung und Basic-Freestyle, weniger als extrem schnelles Performance-Foil für Topspeed und hohe Sprünge.
Früher Lift, Kontrolle, Manöver & Dünungswelle
Speedpotenzial
-

Redakteur surf
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.