Foils 2027Naish Siren & Excalibur - die Foil-Neuheiten im Test

Manuel Vogel

 · 27.10.2026

Das Naish Siren ist als Mid-Aspect-Flügel konzipiert
Fotos: surf-Magazin
Mit Siren und Excalibur hat Naish gleich zwei neue Foil-Modelle im Portfolio. Wir sind bereits beide gefahren und verraten dir im Test, wo die Stärken und Schwächen der Foils liegen.

Themen in diesem Artikel

Zwei neue Modelle in bis zu neun Größen, da stellt sich unweigerlich die Frage: Welcher Flügel macht für mich am meisten Sinn. Der Test gibt eine klare Antwort:

An Land

Beim Siren liegt die Aspect Ratio, je nach Größe, zwischen 8,2 und 8,54, es darf damit noch zu den Mid-Aspect-Foils gezählt werden. Verfügbar ist das Modell in fünf Größen - mit 600/800/1000/1200 und 1400cm2 Fläche. Wir konnten den Flügel in der Größe 1000 bereits ausgiebig fahren, der mit dem S180 Stabilizer kombiniert wird. Empfohlen wird diese Kombination mit einer 64er Aluminium-Fuselage, die Flügel werden hier klassisch aufgeschraubt. Die Passgenauigkeit der Komponenten lässt keine Wünsche übrig. Der Mast taucht tief in die Fuselage ein, das ergibt eine besonders steife Verbindung, die allerdings im Neuzustand sehr stramm sitzt und auch etwas Kraft erfordert, um die Komponenten bei der Montage in die finale Position zu bringen. Insgesamt sitzt der Frontflügel direkt vor dem Mast, weshalb man das Foil in der Box etwas weiter vorne montieren muss, um eine gleichmäßige Druckverteilung zu erreichen. Der Siren 1000 Frontflügel besitzt eine Spannweite von 92,2 Zentimetern und hat ein Camber-Profil. Dieses soll einen niedrigen Stall-Speed ermöglichen.

Die Excalibur Frontwings sind sogar in neun Größen (544/644/744/844/944/1044/1144/1344/1544 cm2) verfügbar. Im Vergleich zum Siren fällt die Streckung noch etwas höher aus, die Aspect Ratio liegt bei 10,2, womit das Foil zu den High-Aspect-Foils gezählt werden kann. Auch das von uns getestete Excalibur 944 ergänzt man idealerweise mit dem S180 Stabilizer und der 64er Fuselage.

Mit beiden Foils kam im Test der HM Carbon Mast in 85 Zentimeter Länge zum Einsatz. Dieser ist sehr steif, mit 1239 Euro aber auch hochpreisig. Naish bietet allerdings mit dem Modell Carbon (899 Euro) und einem Aluminiummast (469 Euro) gleich zwei preiswertere Modell an.

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Auf dem Wasser

Draufstellen, abheben, wohlfühlen - so lässt sich das Fluggefühl auf dem Siren 1000 Flügel zusammenfassen. Das Foil nimmt hervorragend Druck an und lässt sich beim Anfahren sehr einfach anpumpen - dass der Flügel ungeplant wieder durchsackt, muss man kaum befürchten. Auch nach dem Abheben liegt die Strömung wunderbar stabil an, das Foil bietet eine recht ausgetrimmte Fluglage, die es auch weniger geübten Foilerinnen und Foilern leicht macht, entspannte Flüge und Manöver zu fahren. Apropos Manöver: Halsen, Wenden und sämtliche Foilmanöver gehören zu den absoluten Stärken des Flügels, denn die Radien gelingen mit einer tollen Mischung aus Agilität und trotzdem jeder Menge Kontrolle. Auch enge Radien, bei denen das Wingtip mal Frischluft schnuppert, sind ohne Strömungsabriss möglich.

Insgesamt ist das Speedpotenzial des Siren Flügels gut, aber nicht außergewöhnlich. In jedem Fall bietet es genügend Grundspeed und Pop, um auch Jumps und Freestyle-Tricks zu machen. Auch beim Downwinden punktet der Flügel mit smoothen Radien und niedrigem Stall-Speed. Allerdings sollte die Welle schon etwas Druck besitzen, damit man das Drehpotenzial des Foils auch ausreizen kann. In schlappen und kleinen Dünungswellen fehlt mitunter etwas Glide, um so richtig lange Flüge möglich zu machen - genau hier kommt das Excalibur ins Spiel.

Das Excalibur will beim Anfahren mit spürbar mehr Pumpeinsatz und etwas höherem Grundspeed auf Touren gebracht werden. Wer beim Beschleunigen zu früh auf Höhe geht, muss auch mal hinnehmen, dass das Foil nochmal absackt. Ist diese kleine Hürde gemeistert, zieht das Excalibur aber druckvoll los. Die Kontrolle in Böen ist ebenfalls sehr gut, nie hat man das Gefühl, das Foil würde an die Oberfläche drängen. Trotzdem erfordert der Flügel aufgrund der größeren Spannweite etwas mehr Feingefühl, was vor allem an der größeren Spannweite liegt, die dem Foil etwas mehr Eigenleben verleiht. Wer die Basismanöver sicher beherrscht, kann aber mittlere und weite Radien ebenfalls kontrolliert und smooth ziehen. Ganz enge Haken gehören aufgrund der üppigen Spannweite nicht zur Domäne des Excalibur - das merkt man in Manövern und auch in der Welle. Dafür bietet das High-Aspect-Design deutlich mehr Glide, der es ermöglicht, selbst auf drucklosen Ostseewellen unter einem Meter Höhe schon lange mit neutral gestelltem Wing mitzufliegen.

Beim Thema Glide hat das Excalibur spürbar mehr PotenzialFoto: Marius GuggBeim Thema Glide hat das Excalibur spürbar mehr Potenzial

Naish Siren & Excalibur - das Fazit

Beide Flügel - Siren und Excalibur - ergänzen sich gut. Das Siren ist insgesamt einfacher zu fahren - es hebt noch früher ab, erlaubt sämtliche Radien von eng bis weit und besitzt einen größeren Einsatzbereich, der von Freeride, über Freestyle bis hin zur Brandungswelle reicht. Aufgrund seiner Gutmütigkeit eignet es sich für Aufsteiger und geübte Foiler gleichermaßen.

Das Excalibur hat einen spezielleren Einsatzbereich. Es ist weniger ein Tipp zum Freestylen und Freeriden und auch für Foil-Novizen nicht ideal. Dafür bietet es aber besondere Stärken beim Downwinden in der Dünungswelle, wo man auch aus marginalen Wellenbedingungen viel Foil-Spaß herausholt. Wer primär auf Downwind setzt und bereits sicher anpumpt und die Basismanöver beherrscht, kann darüber hinwegsehen, dass man dafür etwas mehr Feingefühl beim Abheben und in Manövern benötigt und sich stattdessen am super Glide des Foils erfreuen.

Naish Siren - technische Daten

  • ​Testmodell: Naish Siren 1000
  • Fläche Frontflügel: 1000 cm2
  • Spannweite Frontflügel: 92,2 cm (Aspect Ratio 8,54)
  • Fläche Heckflügel (S180): 180 cm2
  • Spannweite Heckflügel: 37,4 cm
  • Fuselage: 64 cm
  • Mast (HM Carbon): 85 cm
  • Preis Test-Set: 2352/1582 Euro (m. HM Carbon-/Alumast)
  • Gewicht Set (eigene Messung): k.A.
  • Lieferumfang: Cover, Werkzeug
  • Besonderheiten: -
  • Infos: Zur Website

​Naish Excalibur - technische Daten

  • Testmodell: Naish Excalibur 944
  • Fläche Frontflügel: 944 cm2
  • Spannweite Frontflügel: 98,2 cm (Aspect Ratio 10,2)
  • Fläche Heckflügel (S180): 180 cm2
  • Spannweite Heckflügel: 37,4 cm
  • Fuselage: 64 cm
  • Mast (HM Carbon): 85 cm
  • Preis Test-Set: 2412/1642 Euro (m. HM Carbon-/Alumast)
  • Gewicht Set (eigene Messung): k.A.
  • Lieferumfang: Cover, Werkzeug
  • Besonderheiten: -
  • Infos: Zur Website

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Manuel Vogel

Manuel Vogel

Redakteur surf

Manuel Vogel (Jg. 1981) lebt in Kiel und stand bereits mit sechs Jahren auf dem Windsurfboard in der Surfschule seines Vaters. Nach über 15 Jahren als Windsurflehrer und seit 2003 im surf-Testteam arbeitet er seit 2013 als Redakteur für Test und Fahrtechnik. Seit 2021 ist er zudem begeisterter Wingfoiler – vor allem an der Ostsee und in den Wellen Dänemarks.

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