Ergänzend zum Standardmodell Chimera, welches in zehn Größen verfügbar ist, gibt es das Board auch in Hohlbauweise, Chimera NVision genannt. Hiervon sind vier Größen (68/78/88/108 Liter) verfügbar.
Das Chimera NVision besitzt keinen EPS-Schaumkern, die Lasten werden hier von Stringern und einer dickeren Hülle getragen. Damit werden im Vergleich zur Standardbauweise rund 2-2,5 Kilo Gewicht eingespart. An der Ladentheke schlägt sich die Gewichtsersparnis nieder - mit 2999 Euro kostet die NVision-Variante satte 1250 Euro mehr als die Standard-Variante (1749 Euro). Dringt mal Wasser in die hohle Konstruktion ein, kann dieses über eine Schraube am Heck einfach wieder abgelassen werden. Die von uns getestete Größe mit 88 Litern kommt mit einer Länge von 6’3’’ (190,5 cm) recht gestreckt daher. Auf einen Tragegriff wurde konstruktionsbedingt verzichtet, mit langen Armen lässt sich das schmale Brett allerdings noch unter den Arm klemmen. An Deck wurde ein recht dünnes aber griffiges Pad verklebt, Fußschlaufen können in den Plugs montiert werden, sind jedoch nicht Teil des Lieferumfangs.
Auf der Unterseite fallen sofort die massiven Bevels (angeschrägte Kanten) ins Auge, wodurch das Unterwasserschiff nochmal deutlich schmaler ist als das Deck. Verbaut wurde eine sehr lange Foilbox, die insgesamt recht weit vorne sitzt.
Dass das Chimera im Vergleich zu anderen Midlengthboards etwas gestreckter und schmaler ausfällt, merkt man beim Aufsteigen kaum, denn die Längsachse wird bei montiertem Foil stets gut stabilisiert, Aufgrund der üppigen Länge von 6’3’’ liegt das Board auch um die Querachse schön stabil im Wasser, Belastungsfehler werden beim Anfahren großzügig ignoriert. Insgesamt entlockt man dem gestreckten Board ein sehr gutes Abhebeverhalten, das Board setzt Pumpenergie 1:1 in Vortrieb um und hat keinen störenden Fahrwiderstand beim Anfahren. Einmal in der Luft hängt das Board extrem leicht und agil am Fuß, das geringe Gewicht wirkt sich hier absolut positiv aus. In Verbindung mit der geringen Breite erfordert das Naish Chimera NVision allerdings etwas Feingefühl, um kontrolliert zu fliegen, Boards mit mehr Breite bieten diesbezüglich Vorteile. Als wir die Standardbauweise mit 108 Litern getestet haben, waren wir mit dem Touchdown-Verhalten nicht zu 100 Prozent glücklich. Die kleinere Version in der NVision-Bauweise lässt diesbezüglich aber keine Wünsche offen, denn die Outline wirkt vor allem im vorderen Bereich insgesamt etwas harmonischer. Wer mal absetzt oder auf der Kreuz eine Kabbelwelle trifft, wird sanft wieder nach oben geleitet, ohne, dass das Board zu sehr abbremst.
Absolut positiv performt das Board auch in Manövern und beim Abreiten von Dünungswellen: Die größere Länge wird durch die geringe Schwungmasse ausgeglichen, wodurch das Brett kompakter wirkt, als es eigentlich ist. Damit steht flüssigen Manövern und engen Radien beim Downwinden nichts im Wege.
Das federleichte Chimera NVision überzeugt in Leichtwindbedingungen mit sehr frühem Abheben. Damit punktet es sowohl in windarmen Binnenrevieren, motorisiert mit großen Wings, als auch beim Downwinden, in Kombination mit quirligen Foils. Um das schmale Konzept entspannt fliegen zu können, sollte man dem Einsteiger-Niveau bereits entsprungen sein und sichere Basismanöver fliegen können. Wer viel springen oder gar freestylen möchte, wird wohl ohnehin zu einem kompakteren Modell greifen, abgesehen davon ist die Leichtbauweise dafür nicht prädestiniert.
Takeoff, Agilität
Einsteiger-Eignung
Kein Tragegriff

Redakteur surf
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