Wingboards 2026Leicht & steif - das Starboard Above Air Foil im Test

Manuel Vogel

 · 14.08.2026

Das Starboard Above ist in drei Größen verfügbar
Beim aufblasbaren Wingboard Above Air Foil geht Starboard bezüglich der Konstruktion eigene Wege. Im Test erfährst du, ob das Konzept auf dem Wasser überzeugen konnte.

Themen in diesem Artikel

​Das Modell Above ist das neue Inflatable-Konzept von Starboard. Als Midlengthboard konzipiert, ist das Board ist in drei Größen verfügbar (95/110/125 Liter) - wir konnten die Größe mit 95 Litern testen.

An Land

Verglichen mit anderen Inflatable-Konzepten wie dem Skybrid Air von Duotone ist dieses Modell etwas schmaler; die Breite beim 95-Liter-Testboard beträgt nur 21 Inch (53,3 cm). Starboard setzt grundsätzlich ein völlig anderes Konstruktionskonzept um: Statt das Foil auf einer harten Platte auf der Unterseite des Boards zu montieren, setzt Starboard die harte Platte aufs Deck. Die Montage des Foils erfolgt dann in einer großen Aussparung, die abschließend durch eine Kunststoffabdeckung verschlossen wird. Die Vorteile: Man steht auf einer harten Deck-Platte, vergleichbar mit einem normalen Hardboard. Das Foil wird direkt in der rigiden Platte verschraubt, was eine sehr steife Verbindung zwischen Board und Foil zur Folge hat. Allerdings muss man damit leben, dass man durch dieses System etwa zehn Zentimeter Mastlänge verliert. Auch die Montage in der Aussparung ist etwas diffiziler. Für die Montage sind spezielle Track-Nuts nötig, diese gehören allerdings zum Lieferumfang des Boards. Ebenso dabei sind beim Board die Schlaufen, eine Pumpe sowie die Tasche. Das Packmaß des Bretts beträgt etwa 95x60x15 Zentimeter.

Montiert wird das Foil an der harten Deckplatte. Das sorgt für Hardboard-Feeling, reduziert aber die Mastlänge um rund zehn ZentimeterFoto: Manuel VogelMontiert wird das Foil an der harten Deckplatte. Das sorgt für Hardboard-Feeling, reduziert aber die Mastlänge um rund zehn Zentimeter

Das feste und mit Plugs versehene Deck ermöglicht es, Fußschlaufen zu montieren; zudem ist es mit einem griffigen Deckpad versehen. Verglichen mit anderen aufblasbaren Boardkonzepten hat das Starboard Above einen aufwändigeren Shape: Üblicherweise sind die Shapes von aufblasbaren Brettern konstruktionsbedingt limitiert - nicht so beim Starboard Above: Im Unterwasserschiff wurde dem Brett sogar etwas “V” verpasst, was dafür sorgt, dass das Board sanft in Kabbelwellen einsetzen kann. Um den Fahrwiderstand beim Anfahren zu minimieren, wurde eine Abrisskante im Heckbereich aufgeklebt. Attraktiv ist auch das Gewicht - das Testboard brachte es auf nur 5,61 Kilo.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Auf dem Wasser

Das Deck des Above ist recht schmal, wird aber durch das montierte Foil auf der Längsachse spürbar stabilisiert. Trotzdem erfordert das schmale Deck durchaus etwas Feingefühl; im Vergleich mit anderen Boardkonzepten wirkt dieses Modell eher einen Tick kleiner bei gleichem Volumen.
Sehr positiv ist das Verhalten beim Abheben: Das Brett schneidet in der Anfahrphase durchs Wasser, kommt hervorragend auf Touren, setzt sanft in die Kabbelwellen ein und bietet einen überdurchschnittlich flüssigen Übergang hin zur Abfluggeschwindigkeit. Das Resultat ist eine Leichtwind-Performance, die im Prinzip auf dem Level eines vergleichbaren Hardboards anzusiedeln ist. In der Luft hängt das leichte Board kompakt und spielerisch am Fuß, aufgrund der geringen Breite von Board und Heck muss man allerdings schon sicher an Deck stehen und das Einsteigerstadium hinter sich gelassen haben, um wirklich entspannt fliegen zu können. Hintergrund: Je schmaler das Deck und je zentraler die Standposition, desto geringer der Hebel und damit auch die Kontrolle übers Foil. Gleiches gilt auch für Manöver - hier bietet das schmale und leicht domige Deck etwas weniger Raum für Fehltritte.

Das Unterwasserschiff des Above ist überdurchschnittlich differenziertFoto: Manuel VogelDas Unterwasserschiff des Above ist überdurchschnittlich differenziert

Starboard Above Air Foil - das Fazit

Das schmale und sehr steife Inflatable-Board bietet unter den aufblasbaren Konzepten vielleicht die beste Leichtwind-Performance. Mit geschlossenen Augen ist beim Abheben und Freeriden kaum ein Unterschied zu einem Hardboard spürbar - diesbezüglich setzt Starboard hier die Messlatte auf dem Markt. Die Kippstabilität ist vergleichsweise gering und das schmale Deck erfordert auf der Geraden und in Manövern einfach etwas mehr Feingefühl - wenn die Basismanöver noch nicht sicher sitzen, sollte man das Modell einfach eine Nummer größer wählen. Im Endeffekt bekommt man mit dem Starboard Above aber ein sehr performantes und steifes Board für Leichtwind, Freeride und auch zum Downwinden in der Welle.

Steifigkeit, Leichtwind-Performance

Fühlt sich etwas kleiner an; Mastlänge wird reduziert

-

Starboard Above Air Foil - technische Daten

  • ​​Testmodell: Starboard Above Air Foil 6’0
  • Länge: 6’0’’ (183 cm)
  • Breite: 22,7’’ (53,3 cm)
  • Gewicht (eigene Messung, ohne Schlaufen): 5,61 Kilo
  • Volumen: 95 Liter
  • Verfügbare Größen: 6’0’’x95 // 6’6’’x110 // 6’9’’x125 Liter
  • Lieferumfang: Board, Tasche, Fußschlaufen, Track-Nuts, Pumpe, Foil-Abdeckung
  • Preis: 1256 Euro
  • Info: Zur Website
  • Besonderheiten: Harte Deckplatte

Hinweis der Redaktion: Wir haben das Starboard Above ausgiebig getestet. Leider haben wir am Tage unseres Fotoshootings unsere Wasserkamera versenkt und können dir (noch) keine Action-Bilder liefern.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Manuel Vogel

Manuel Vogel

Redakteur surf

Manuel Vogel (Jg. 1981) lebt in Kiel und stand bereits mit sechs Jahren auf dem Windsurfboard in der Surfschule seines Vaters. Nach über 15 Jahren als Windsurflehrer und seit 2003 im surf-Testteam arbeitet er seit 2013 als Redakteur für Test und Fahrtechnik. Seit 2021 ist er zudem begeisterter Wingfoiler – vor allem an der Ostsee und in den Wellen Dänemarks.

Meistgelesen in der Rubrik Wingsurfen