FoilsurfenWelche Board-Foil-Kombi passt zu mir?

Stephan Gölnitz

 · 05.09.2022

Foilsurfen: Welche Board-Foil-Kombi passt zu mir?Foto: Oliver Maier

Die richtige Kombination von Board und Foil entscheidet darüber, ob man entspannte Rundflüge beim Foilsurfen macht oder sich fühlt wie beim Rodeoreiten. Aber welche Kombis harmonieren perfekt – und welche nicht? Was sollte man bei Hybridboards mit Foiloption beachten? Und wo haben reine Foilboards Vorteile? Hier gibt’s die Tipps für deine Traumkombination.

Wer ins Foilsurfen einsteigt, will oft erst mal kein reines Foilboard kaufen – sondern am liebsten mit einem Brett beide Disziplinen abdecken. Bei wenig Wind wird dann einfach die Finne gegen das Foil getauscht. Soweit die Theorie.

Grundvoraussetzung dafür ist immer, dass die Finnenbox des Boards „foil ready“ ist – also entsprechend verstärkt, um die hohen Kräfte, die beim Foilsurfen auftreten, aushalten zu können. Doch auch wenn das Brett prinzipiell fürs Foilen geeignet ist, steht man zu Beginn vor vielen Fragen. Vor allem die richtige Kombination von Brettgröße, Bretttyp und Foil sorgt immer wieder für Verwirrung und Frust: Denn längst nicht alle Board-Foil-Kombinationen harmonieren auf dem Wasser.

Verlagssonderveröffentlichung

Wir wollen euch daher an dieser Stelle zunächst die unterschiedlichen Foil- und Boardtypen für die Einsatzbereiche Freestyle, Freeride und Racing vorstellen. Euch sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten und typische Fehler aufzeigen – und erklären, wann ein reines Foilboard mehr Sinn macht.

Beim entspannten Foilsurfen sitzt der Foilmast unter der hinteren Schlaufe und der Frontwing zwischen den Füßen. Je sportlicher ein Foil abgestimmt ist, desto weiter vorne sitzt der Flügel – das erfordert dann ein breites Heck und weit außen liegende Schlaufen.Foto: Hersteller
Beim entspannten Foilsurfen sitzt der Foilmast unter der hinteren Schlaufe und der Frontwing zwischen den Füßen. Je sportlicher ein Foil abgestimmt ist, desto weiter vorne sitzt der Flügel – das erfordert dann ein breites Heck und weit außen liegende Schlaufen.

Harmonisches Miteinander beim Foilsurfen

Es gibt auf dem Markt unterschiedliche Arten von Foils, die man kennen sollte, um die passenden Kombinationen auszuwählen. Hier ein kurzer Überblick:

Cruiser Foils: Zeichnen sich durch ein dickes Profil, eine reduzierte Spannweite und einen weiter hinten sitzenden Frontflügel aus. Da sie viel Fläche (1400 bis 2000 cm2) im Verhältnis zur Spannweite haben, spricht man von Foils mit einer „Low aspect ratio“. Solche Cruiser-Foils punkten mit einer niedrigen Abhebe-Geschwindigkeit und einer besonders stabilen Anströmung – auch bei geringen Geschwindigkeiten bleiben sie noch lange in der Luft. Dass Foils dieses Typs nicht zu den schnellsten gehören, ist die andere Seite der Medaille.

Racefoils: Racefoils stellen das andere Ende des Spektrums dar. Sie haben eine schlanke, gestreckte Flügelform. Der Frontflügel ist sehr dünn profiliert und sitzt deutlich weiter vorne, die Fuselage (Längsträger, auf dem die Flügel montiert werden) ist wesentlich länger als bei anderen Foiltypen. Da Racefoils wenig Fläche (500 bis 800 cm2 ) im Verhältnis zur Spannweite haben, spricht man hier von einer „High aspect ratio“. Racefoils benötigen eine höhere Abhebe-Geschwindigkeit, erreichen diese aber aufgrund des geringeren Widerstands im Wasser auch früher. Racefoils sind die sportlichste Foilvariante und dementsprechend schnell.

Freeridefoils: Sie stellen quasi das Mittelding zwischen Cruiser- und Racefoils dar und sollen frühes Abheben mit Kontrolle und passablem Topspeed vereinen. Die Flächen der Frontflügel liegen grob zwischen 1000 und 1400 cm2.

Bei Cruiserfoils (links) sitzt der Mast näher am Frontflügel, die Flügel haben mehr Fläche und sind dicker profiliert als bei Racefoils (rechts).Foto: Hersteller
Bei Cruiserfoils (links) sitzt der Mast näher am Frontflügel, die Flügel haben mehr Fläche und sind dicker profiliert als bei Racefoils (rechts).

Heckbreite vs. Spannweite

Ziel beim Foilsurfen ist es immer, mit gleichmäßigem Druck auf beiden Beinen eine stabile Flugposition finden zu können. Damit dies klappt, müssen Foiltyp und Board zusammenpassen. Dabei gilt: Je größer die Spannweite des Foils, desto breiter muss das Brett im Heckbereich sein, um kontrolliert Foilsurfen zu können. Das erklärt auch, warum reine Foilboards eine gänzlich andere Form aufweisen als Windsurfbretter mit Foiloption. Egal ob Freestyle, Freeride oder Racing: Reine Foilkonzepte sind im Schnitt 20 bis 30 Zentimeter kürzer als Windsurfboards. Die geringere Gesamtlänge lässt das Brett kontrollierter und weniger windanfällig fliegen. Zudem sind reine Foilboards vor allem im Heckbereich deutlich breiter – man steht weit außen und kann dem Hebel des Foils das Körpergewicht besser entgegensetzen.

Das bedeutet aber nicht, dass Windsurfboards mit Foiloption (Hybridboards) per se ungeeignet zum Foilsurfen sind – die passende Abstimmung von Board und Foil ist hier nur besonders wichtig.

Vom Freestyle zum Foilstyle

Meterhohe Sprünge und Tricks bei zwölf Knoten Wind – beim Windsurf-Freestyle unmöglich, beim Foilstylen aber machbar.

„Windsurf-Freestyle-Bretter“, so Stefan Edtmayer von Starboard/Severne „sind reinen Foilboards recht ähnlich. Die Schlaufen sind weit vorne und die Maße sehr kompakt. Daher kann man als Freestyler durchaus mit seinem normalen Freestyleboard ins Foilstylen einsteigen. Man sollte dann aber die Box verstärken lassen, damit diese den Belastungen beim Foilsurfen standhält.“

Auch surf-Mitarbeiter Julian Wiemar nutzt seit Längerem seinen Freestyler zum Foilsurfen: „Wichtig ist aufgrund der innen liegenden Schlaufenposition, dass man am Anfang ein Cruiser-Foil mit geringer Spannweite verwendet, da man sonst keinen Steuerimpuls aufs Foil ausüben kann. Das Foil macht sonst mit einem, was es will. Ich habe zu Beginn ein Starboard Supercruiser Foil mit 1700 cm2 Fläche genutzt. Mein Tipp ist auch, den Mastfuß weit nach hinten zu schieben, dadurch fühlt sich alles kompakter an. In meinem Brett haben wir eine Foilbox etwa drei Zentimeter weiter vorne als die normale Box einlaminiert. Damit das zum Freestylen mit Finne noch funktioniert, braucht man dann eine spezielle Freestyle-Finne (Offset-Finne), die den Versatz wieder ausgleicht.“

Für den Einstieg ins Foilstylen empfiehlt Julian Wiemar Cruiserfoils mit geringer Spannweite. Diese erlauben Foil-360s und andere Manöver. Für Sprünge sind kleine und schnelle Frontflügel besser – aber auch schwieriger zu fahren.Foto: Dudu Levi
Für den Einstieg ins Foilstylen empfiehlt Julian Wiemar Cruiserfoils mit geringer Spannweite. Diese erlauben Foil-360s und andere Manöver. Für Sprünge sind kleine und schnelle Frontflügel besser – aber auch schwieriger zu fahren.

Trotzdem hat auch Julian Wiemar beobachtet, dass viele Trickser, die es mit dem Foilstylen ernst meinen, früher oder später auf reine Foilboards und kleine High-Aspect-Flügel wechseln: „Der große 1700er Frontflügel war zum Anfangen super, Foil-360s und andere Moves gingen damit leicht. Zum Springen war mir dieser Flügel aber bald zu groß. Deshalb fahre ich mittlerweile das GTR Foil von Starboard mit nur noch
800 cm2 großem Frontwing. Dieses ist deutlich schneller und taucht bei Landungen sanfter ein. Damit klappen auch Sprünge wie Shaka, Culo oder Burner. Auf der Geraden ist dieses Foil auf dem schmalen Freestyle-Brett im Vergleich zu einem reinen Foil-Freestylebrett natürlich schwerer zu kontrollieren, aber das nehme ich in Kauf.“

Wer beim Windsurfen auf Wave- oder Freemove-Brettern mit nur drei Schlaufen surft, wird dies auch bei Foilen mögen. Foil-Freestyler sind  auch für Leute ideal, die in erster Linie Foil-Manöver zelebrieren.Foto: Hersteller
Wer beim Windsurfen auf Wave- oder Freemove-Brettern mit nur drei Schlaufen surft, wird dies auch bei Foilen mögen. Foil-Freestyler sind auch für Leute ideal, die in erster Linie Foil-Manöver zelebrieren.

Marius Kofler von Slingshot sieht das ähnlich: „Für Carving-Manöver sollte das Foil recht groß sein, damit es in der Kurve auch ohne Segelzug lange oben bleibt. Foils mit etwa 1400 bis 15oo cm2 Fläche, etwas dickerem Profil und moderater Spannweite, wären für einen mittelschweren Surfer (75 bis 85 Kilo) gut geeignet. Ein Beispiel für diesen Foiltyp wäre das Cruiser-Foil Slingshot Infitity 76 mit Alumast. Oder wahlweise als noble Carbon-Version ein Foil wie das Phantasm PFI 730/872 (Spannweite/Fuselage). Zum Cruisen bei Leichtwind und für Carving-Tricks bist du mit so einem Flügel gut ausgerüstet für Segel bis etwa sechs Quadratmetern. Der Manöverspaß beim Foilsurfen kann dann schon bei etwa zehn Knoten beginnen. Strebst du dagegen nach Höherem, nämlich reichlich Air Time, dann brauchst du in meinen Augen 13 bis 14 Knoten Wind – und vor allem ein schnelles und agiles Foil. Ein Hover Glide Infinity 65 wäre das bei uns zum Beispiel, mit nur 841 cm2 Fläche“, so Marius. Der kleine, schnelle Flügel sorgt dabei nicht nur für den nötigen Speed, sondern reduziert im Vergleich zu sehr großen Flügeln auch die Kräfte aufs gesamte Fahrwerk bei den oft doch recht knackigen und strapaziösen Landungen.

Reine Freestyle-Foilboards gibt‘s mit Volumina zwischen 90 und 115 Litern. Sie haben deutlich unter zwei Meter Länge, bieten aber genügend Heckbreite, um Kontrolle übers Foil zu bekommen (links). Foils für Manöver und Sprünge haben eine geringere Spannweite und eine vergleichsweise kurze Fuselage (rechts).Foto: Hersteller
Reine Freestyle-Foilboards gibt‘s mit Volumina zwischen 90 und 115 Litern. Sie haben deutlich unter zwei Meter Länge, bieten aber genügend Heckbreite, um Kontrolle übers Foil zu bekommen (links). Foils für Manöver und Sprünge haben eine geringere Spannweite und eine vergleichsweise kurze Fuselage (rechts).

Diese Erfahrung hat auch Freestyler Julian Wiemar gemacht: „Als ich mit einem 1700er Frontflügel, einem 103-Liter-Freestyle-Brett und einem 5,6er Segel begonnen habe, lag mein Windlimit etwa bei zehn bis elf Knoten. Mit dem aktuellen 800er Frontflügel unterscheidet sich das nur marginal – wenn ich pumpe, kann ich damit auch bei elf bis zwölf Knoten Wind abheben. Erst mal abgehoben, bin ich aber dann viel schneller unterwegs.“

Wird die Box zum Foilen in einem Freestyleboard weiter vorne eingebaut (unteres Board), 
muss die Finne den Versatz ausgleichen. Finnen gibt‘s auf <a href="https://lagoa-fins.ch"  rel="noopener noreferrer">Anfrage bei Lagoa Fins-></a>Foto: Julian Wiemar
Wird die Box zum Foilen in einem Freestyleboard weiter vorne eingebaut (unteres Board), muss die Finne den Versatz ausgleichen. Finnen gibt‘s auf Anfrage bei Lagoa Fins->

Die besten Freeride-Kombis zum Foilsurfen

Auch für Freerider gilt: Den leichtesten Zugang zum Foilsurfen hat man immer mit reinen Foilboards. Das stellt auch Stefan Edtmayer immer wieder fest, der für Starboard/Severne regelmäßig Events und Testivals betreut: „Normale Windsurf-Freerideboards und reine Foilboards sind ziemlich unterschiedlich. Die Hecks von Windsurf-Freerideboards sind deutlich schmaler als bei reinen Foilbrettern, dadurch befinden sich auch die Schlaufen näher an der Mittellinie des Boards. Wodurch man einen schlechteren Hebel hat – der Flug wird unruhiger.“

Große Windsurf-Freerideboards über 130 Liter Volumen und 75 Zentimeter Breite harmonieren gut mit Freeridefoils.Foto: Bartek Jankowski
Große Windsurf-Freerideboards über 130 Liter Volumen und 75 Zentimeter Breite harmonieren gut mit Freeridefoils.

Unsere Erfahrung aus den surf-Tests ist ebenfalls, dass große Windsurf-Freerideboards über 130 Liter Volumen und 75 Zentimeter Breite mit Freeridefoils noch recht gut harmonieren. Vor allem sportlichen Freeraceboards, die naturgemäß mit breiteren Hecks und kompakteren Maßen designt wurden als Freerideboards mit vergleichbarem Volumen, funktionieren zum Foilen oft gut. Problematisch wird es hingegen bei kleinen Freerideboards. Wer ein typisches Freeridefoil in einen 105-Liter-Freerider steckt, fährt oft unruhig und benötigt ein deutlich höheres Fahrkönnen – als wenn er das gleiche Foil in einem 130-Liter-Board und vor allem unter einem reinen Foilboard fahren würde. Daher gilt unterm Strich: Reine Foilboards harmonieren sowohl mit sportlichen Freeride- und manöver-orientierten Cruiserfoils. Große Windsurf-, Freeride- und Freeraceboards können dies mit kleinen Abstrichen ebenfalls leisten: Je kleiner und schmaler die Bretter werden, desto mehr sollte man darauf achten, ein Cruiserfoil mit geringer Spannweite zu verwenden.

Mastlängen & Flügelgrößen

Noch immer ist der Irrglaube verbreitet, dass kurze Foilmasten zum Üben besser geeignet sind und mehr Kontrolle ermöglichen. Das Gegenteil ist der Fall: Je kürzer der Mast, desto weniger Spielraum hat man, um ein Aufsetzen des Bretts oder das Auftauchen des Foils auszugleichen. Ideal sind Masten mit 75 bis 95 Zentimetern Länge. Kürzere Modelle machen nur in Revieren mit geringer Wassertiefe Sinn. Marius Kofler von Slingshot ergänzt: „Für Freeride und Freestyle ist ein langer Foilmast von Vorteil. Beim Carven lässt sich das Board darauf stärker ankanten, und du hast in Gleitmanövern mehr Zeit, bis das Board ganz aufsetzt. Und beim Springen entspricht der Mast deiner Rampenhöhe. Du setzt vor dem Absprung kurz mit der Boardnase auf und hast dann die volle Mastlänge als Rampe auf dem Weg nach oben“, zieht Marius den Vergleich.

Bleibt die Frage nach der richtigen Flügelgröße. „Die Wichtigkeit der Flügelgröße wird beim Windfoilen oft überschätzt“, behauptet Stefan Edtmayer: „Wer etwa ein dick profiliertes Cruiser-Foil mit 1700 cm2 Fläche nutzt, kann damit bei zehn Knoten Wind und einem 6,5er Freeride-Segel abheben. Schlankere Freeridefoils, die oft Flächen zwischen 1000 und 1200 cm2 aufweisen, benötigen zum Abheben zwar einen höheren Speed, erreichen diesen aber bei ähnlicher Windstärke, weil sie beim Anfahren weniger Fahrwiderstand im Wasser haben. In der Luft sind Freeridefoils mit kleinerem und dünner profilierten Frontflügel dann spürbar schneller als typische Cruiserfoils. Einen kleineren Flügel zu fahren, bedeutet also nicht, erst bei mehr Wind ins Fliegen zu kommen.“

Spezielle Foil-Freerider (linkes Board) sind deutlich kompakter und vor allem mit breiterem Heck ausgestattet als Windsurfboards mit Foiloption (rechts).Foto: Hersteller
Spezielle Foil-Freerider (linkes Board) sind deutlich kompakter und vor allem mit breiterem Heck ausgestattet als Windsurfboards mit Foiloption (rechts).

Slalom-Racing: immer kleiner, immer schneller

„Die Profi-Racer haben sich innerhalb eines Jahres so stark verbessert, dass sie jetzt immer kleinere Flügel fahren“, beschreibt Robert Stroj, Entwickler der aktuell sehr erfolgreichen NeilPryde-Foils, die Situation im World Cup. Und Amateur-Racer folgen den PWA-Trends meist mit kurzer Verzögerung. In der aktuellen NeilPryde-Range, in der Frontflügel mit 70, 80 und 90 Zentimeter Spannweite verfügbar sind, greifen die Fahrer kaum noch zum größten Flügel. Die Flächen betragen hier schon winzig anmutende 515, 670 bzw. 850 cm2. Und das Entwicklungsteam arbeitet an der neuen Range mit 60, 70 und 80 Zentimetern Spannweite.

Beim Foil-Racing setzen Pros wie Sebastian Kornum auf sehr kleine Frontflügel mit nur 500 bis 800 cm2 Fläche.Foto: Markus Greber/Skyshot
Beim Foil-Racing setzen Pros wie Sebastian Kornum auf sehr kleine Frontflügel mit nur 500 bis 800 cm2 Fläche.

„Vor einem Jahr haben die Fahrer gesagt, der 60er Flügel wäre praktisch unmöglich zu halsen, heute ist die Fahrtechnik aktiver und einfach besser geworden“, sagt Robert. Und das Training auf kleinen Foils lohnt sich offensichtlich, denn „man kann grob sagen, dass – unabhängig von anderen Faktoren – das Topspeed-Potenzial mit jeder kleineren Flügelgröße um rund drei Knoten steigt.“ Bei den etwas nervöseren, kleinen Flügeln stabilisiert eine längere Fuselage die Fluglage – hat aber auch mehr Widerstand. Für Robert manchmal schwierig zu entscheiden: Ist jetzt der 60er Flügel mit einer 105er Fuselage schneller? Oder der 70er Flügel mit der 95er Fuselage? Bei Masten scheint der Trend klar: „Wir sind vom 105er Mast wieder zum 95er, weil der mehr Stabilität im Flug gibt und steifer ist. Etwas schmaler werden dazu auch die Boards. Was eine logische Folge ist, denn um richtig schnell zu sein, werden im Slalom die Boards immer stärker angekantet gesurft. Dabei würde ein zu breites Board nur stören und wird nicht gebraucht. Auch weil die schmaleren Flügel weniger Hebel erfordern. Das 91 Zentimeter breite JP Hydrofoil SL 180 nehmen die Fahrer nur mit 9,0er Segel bei absolutem Leichtwind“, verrät Robert, „als zweites Board kommt der Hydrofoil 133 mit 84 Zentimeter zum Einsatz.“

Hobbyracer: Auf den Spuren der Pros

Wer als Hobbyracer Spaß auf einem Slalombrett mit weit außen montierten Schlaufen und Camber-Segeln hat, will auch beim Foilen vor allem schnell sein. Während man z.B. 2-Cam-Segel gut zum Foilen nutzen kann, kommt man um ein reines Foilbrett nicht herum: Nur damit lassen sich die schnellen Racefoils gut kontrollieren. Für einen Hobbyracer, der zum Beispiel am Gardasee mit einem Foilboard auskommen muss, wäre ein Hydrofoil 155 mit 89er Breite ein guter Kompromiss – dazu ein Frontflügel mit 80 Zentimetern Spannweite und 700 bis 800 cm2 Fläche. Wie immer gilt: Je kleiner der Flügel, desto höher ist die Abhebe-Geschwindigkeit – Anpumpen gehört beim Foilracing daher immer mit dazu. Wer aktiv anpumpt, ist z.B. mit einem 7,8er Segel und der genannten Board-Foil-Kombination bei zehn bis zwölf Knoten in der Luft.

Schlanke Foils, breite 
Foilboards, lange Fuselage – 
so sieht das Foil-Setup beim 
Racen idealerweise aus.Foto: Hersteller
Schlanke Foils, breite Foilboards, lange Fuselage – so sieht das Foil-Setup beim Racen idealerweise aus.

Bezüglich Segel gilt beim Foilen der alte Grundsatz, „dass der Fahrer, der das größte Segel halten kann, am schnellsten ist, nicht mehr.“ Robert Stroj: „Für besten Speed darf man kein zu großes Segel nehmen. Kleine Segel sind schneller, die Fahrer nehmen zum Foilracen rund 1,5 Quadratmeter kleinere Segel als beim Slalomsurfen mit Finne. Schnell bist du auf dem Foil nur, wenn du die perfekte Position stabil halten kannst, du brauchst ja auch nicht so viel Power, um das Board durch den Kabbelwellen zu pushen. Du musst das Board stark ankanten und mit Druck auf den Mastfuß das Board nach unten drücken. Dadurch wird der Anströmwinkel am Foil flacher.“ Das sind ziemlich gute Nachrichten für alle Nicht-Hühnen. Groß zu sein, ist zwar auch beim Foil-Racing von Vorteil, aber man muss anscheinend nicht mehr unbedingt extrem viel Gewicht mitbringen und Riesensegel fahren, um richtig schnell zu werden. Wie ist die Prognose? „Finnenslalom wird, zumindest im World Cup, wohl aussterben“, vermutet Robert, „die Fahrer werden auch in Fuerte ihre Rennen mit Foil fahren. Auch wenn du mit der Finne auf der Geraden schneller bist: Bei den Halsen holst du das mit dem Foil alles wieder raus.“

Weitere Infos über die richtige Board-Foil-Kombi findet ihr hier im Video-> und hier im Foilsurf-Lexikon->