A.I.O. – das steht für „All In One“. Konzipiert ist das Konzept zum Windfoilen, Wingen und Foil-SUPen, der Schwerpunkt liegt dabei aber auf der Windfoil-eignung. Ausgestattet ist das A.I.O. mit Doppelschiene sowie einer Foilbox. Über die Ladentheke wandert das mit 2249 Euro vergleichsweise teure aber auch leichte Board in Vollcarbon-Bauweise, laut Hersteller hat man vor allem den Übergang der Boxen besonders stabil gemacht. Statt eines Tragegriffs kann man eine Minifinne im Unterwasserschiff montieren, die als Haltegriff fungiert, weniger Wasserwiderstand bietet und obendrein die Struktur des Boards nicht schwächen soll. Trotz der eher kurzen Länge von 198 Zentimetern kommt man mit dem A.I.O. im Windfoil-Einsatz schnell auf Abfluggeschwindigkeit, die markanten Cutouts im voluminösen Heck sorgen hier offensichtlich für einen sauberen Wasserabriss. Das Phänomen, dass man sich vor dem Abheben erst über eine Bugwelle pumpen muss, taucht beim Patrik glücklicherweise nicht auf, der Übergang erfolgt nahezu stufenlos. Aufgrund der eher sportlich auf der Kante positionierten Schlaufenplugs passt das Brett besser zu schnellen Freeride- oder Freeracefoils als zu sehr dick profilierten Cruiser-Foils mit einer Low Aspect Ratio. Perfekt ausgetrimmt und mit bester Kontrolle über Foils steht man auch bei hohen Geschwindigkeiten an Deck, in Manövern bietet das flache und breite Deck viel Platz für den Fußwechsel.
Beim Wingen gibt sich das Patrik-Konzept ebenfalls keine Blöße. An Deck steht man kippstabil und dank 135 Liter Volumen auch als Schwergewicht noch sicher, die Schlaufenpositionen lassen sich vielfältig in Winkel und Position variieren. In der Luft wirkt der A.I.O. dann schön kompakt, ideal für erste Wing-Erfahrungen oder als Dauerlösung für schwere Surfer oder extreme Leichtwindreviere. Nur für Sprünge und Freestyletricks hat der A.I.O. etwas zu viel Fleisch auf den Rippen.
surf-Fazit: Der Patrik A.I.O. passt perfekt für sportliche Windfoiler in Kombination mit schnellen High-Aspect-Foils sowie Freeride- oder sogar Cambersegeln. Die Wing-Eignung ist ebenfalls überzeugend und auch gegen einen Einsatz als SUP-Foil spricht wenig.
Sportliches Windfoilen & Wingen
Pad im Bereich der Mastspur
*surf-Messung

Stellvertretender Chefredakteur surf
Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.