Freeraceboards 2026Der Severne Fox 135 im Test

Surf Testteam

 · 19.07.2026

Der Severne Fox kommt sportlich daher, bietet aber gleichzeitig einen gewissen Fahrkomfort
Foto: surf Team
​In der Range der Marke wird der Severne Fox als Performance Freeride eingestuft. Nach unseren Testerfahrungen steckt tatsächlich aus beiden Gattungen eine bunte Mischung darin.

​Mit 2,49 Meter ist der Severne Fox mit Abstand das längste Board, was ihm einen ordentlichen Schuss Freeride-Charakter verleihen dürfte. Die zumindest in der äußeren Dübelreihe sehr extremen Schlaufenpositionen, das unglaublich dick aufgeblasene Heck und die gründlich ausgedünnte Bugpartie stammen eher vom Slalom-Racing. Das Unterwasserschiff des vergleichsweise langen Fox präsentiert sich mit einem flachen Scoop, während die Gleitfläche selbst mit 78 cm etwas kürzer ausfällt. Im Heck lässt sich ein minimaler Rocker von gerade einmal einem Millimeter messen. Wie seine Mitbewerber verfügt auch der Fox über mittelgroße Cut-Outs sowie eine Powerbox, in der eine 44er Finne mit gerader Outline sitzt. Mit der Powerbox fällt die Foiloption weg, was bei der großen Länge aber nicht vermisst werden dürfte.

Im Bereich vor der Mastspur zeigt das Board in der Gleitfläche überdurchschnittlich viel V und Konkaven mit einer Tiefe von rund drei Millimetern. Das V zieht sich dabei bis in den hinteren Bereich vor der Finne durch, während die Konkaven ab dem Bereich zwischen den Fußschlaufen allmählich verschwinden. Das Deck gestaltet sich im vorderen Bereich über die gesamte Breite sehr flach. Um ein Überstrecken der Fußgelenke zu vermeiden, sind die Pads im Zehenbereich dick unterfüttert. Allerdings fallen diese zur Zehenseite größer als nötig aus, was den Bewegungsraum an Deck verkleinert. Im Heck hingegen ist das Board in der Mitte extrem gewölbt, sodass sich eine ausgeprägt domige Deckform ergibt. Die griffigen Pads fallen hier im Fersenbereich etwas dünner aus als vorne. Etwas Gewöhnung erfordert die äußere Schlaufenposition, die vor allem hinten sehr weit außen auf der Kante liegt und das Einsteigen dadurch spürbar kniffliger macht.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Volles Potenzial im mittleren und oberen Windbereich

Im unteren Windbereich gleitet der Fox auf Halbwind bereitwillig und ohne großen Aufwand an, liegt dabei in der Spitzengruppe und das ohne sensible Tricksereien. Die anschließende Beschleunigung fällt jedoch nicht so brachial aus wie auf den kürzeren Boards. Der Fox fliegt dabei nur halb über die Wellen, halb gleitet er obendrüber, ohne dabei unkontrolliert zu wirken. Im mittleren bis oberen Windbereich entfaltet der Fox dann sein volles Potenzial – er läuft freier, legt im Speed deutlich zu und zeigt dann eine überzeugende Performance. Auf dem Severne Fox kommt man sich im Vergleich zum Starboard Futura dann vor, wie ein weit hinten sitzender Pilot auf einem, der gerne auch als Rennzigarre bezeichneten, super langen Speedboote – nur man fühlt sich deutlich sicherer.

Die Ergonomie in den Schlaufen profitiert von der starken Verrundung im dicken Heck, die einen sicheren und ermüdungsarmen Stand auch über längere Sessions ermöglicht. Die hintere Schlaufenposition liegt in der äußeren Einstellung sehr weit außen auf der Kante und entspricht eher dem Standard eines Slalomboards – das Einsteigen erfordert Erfahrung und Präzision und dürfte viele Freerider an ihre Grenzen bringen. Ambitionierte Freeracer finden darin aber eine perfekte Raceoption, die auch noch bequem ist. Die innere Plug-Reihe dürfte hier für viele Freerace-Aufsteiger die bevorzugte Wahl sein. Bei wenig Wind und Kabbelwellen fehlt dem Board etwas Lift, was die Entfaltung der vollen Leistung etwas einschränkt. Mit zunehmendem Wind hängt der Fox weiterhin äußerst stabil am Fuß, verträgt hohen Finnendruck und zeigt keinerlei Spinout-Tendenz. In der Halse gleitet das Board gut durch, vor allem im glatten Wasser, im Kabbelwasser helfen kleine Kurskorrekturen, den langen Shape sauber und flott durch die Kurve zu steuern.

surf-Fazit zum Severne Fox

Der Severne Fox vereint sehr kontrolliertes, schnelles Windsurfen bei richtig Druck im Segel mit ebenfalls sehr einfachem, frühem Angleiten. Das ergibt eine große nutzbare Windrange. Der gute Fahrkomfort empfiehlt das Board ganz besonders auch für angepowerte und dennoch entspannte Langschläge á la Defi Wind.

Komfort; Speed bei schwierigen Bedingungen
Powerbox; extravaganter Standbereich
-

Freeride
Freerace

Technische Daten Severne Fox 135

*surf-Messung, ohne Finne und Schlaufen

Severne Fox: Verfügbare Größen und Daten

VolumenBreiteLängeGewicht**Finne
95612366,1932
105562396,5936
115692416,940
125712447,3342
135762497,8444

**Herstellerangabe​

Dieses Board ist Teil des großen Freerace-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone Blitz, Future Fly White Tiger, Goya Bolt, JP-Australia Super Ride, JP-Australia Super Sport, Patrik F-Race, Severne Fox, Starboard Futura, Tabou Fifty und Tabou Rocket+. Alle Testberichte in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Meistgelesen in der Rubrik Windsurfen