Der klassische Rocket ist im Vergleich in der Größe 125 Liter eineinhalb Zentimeter schmaler und fast zehn Zentimeter länger. Während der Rocket das klassische Freerideboard schon nahezu symbolisch vertritt, spricht der „Plus“ mit der kompakten Outline und dem deutlich breiteren Heck den sehr sportlich orientierten Freeracer an und wird idealerweise auch mit Freeracesegeln kombiniert. In einem Renn-Skischuh erwartet man auch keine weiche Polsterung – die Pads auf dem Tabou Rocket sorgen ganz ähnlich für guten Halt, komfortable Dämpfung steht bei den dünnen Teppichen aber nicht im Vordergrund. Dafür kann das ausgeprägt doppelkonkave Unterwasserschiff mit dem tiefen V einiges absorbieren. Der Dübelabstand der Schlaufen ist etwas schmaler als üblich, was ebenfalls für sportlich straffen Sitz sorgen kann, allerdings lassen sich die Fußschlaufen nicht ganz so klein einstellen wie die meisten anderen Modelle im Test. Die vordere Schlaufenposition kann man als gemäßigt und sportlich einstufen, hinten befindet sich zumindest die äußere Dübelreihe in Race-Position – was aber gut zum Boardcharakter passt.
Wie beim Fifty ist die Unterseite großteils glänzend poliert und nur im hinteren Bereich, der auch noch im Vollgleiten benetzt wird, matt angeschliffen, um die Gleiteigenschaften zu optimieren. Das Deck ist leicht abgesenkt, bietet aber reichlich Aktionsfläche. Unter den Schlaufen sind die Rundungen des Decks sehr angenehm, die Standposition, wenn man erst mal in beiden Schlaufen steckt, komfortabel. Von der harmlos wirkenden 40er Finne sollte man sich nicht täuschen lassen, denn bis zu dem leichten Knick in der Outline ist es eine nahezu lupenreine Slalomfinne, die entsprechend schnell wird.
Der Rocket+ gleitet gut an – wenn man die richtigen Schalter kennt. Leicht abfallen hilft bei dem kompakten Shape, dann start er ebenfalls früh durch und das im wahrsten Wortsinn. Denn nach dem Angleiten – ob mit Pumphilfe bei leichtestem Wind, oder ohne – hebt der „Plus“ sich auf ein gehobenes Gleit-Level und hoovert über jeden Chop. In der Beschleunigungsphase in die hintere Schlaufe einzufädeln erfordert etwas Übung, dann gibt‘s aber kein Halten mehr. Der Rocket+ gleitet immer hoch und frei, die große Boardbreite stabilisiert dabei sehr gut um die Längsachse. Allerdings will das Board auch aktiv leicht auf die Leekante gestellt werden. In Kombination mit der kurzen, schnellen Finne bietet es – bei gehobenem Fahrkönnen – im gesamten Windbereich Spitzenpotenzial. In jeder Böe beschleunigt es druckvoll, in Windlöchern hält es lange den Speed.
Die guten Gleiteigenschaften schlagen in der Halse nicht voll durch. Auch hier zeigt sich das Board anspruchsvoller zu surfen, denn der breite, dünne Shape erfordert deutlichen und dennoch dosierten Fußdruck. Dann gelingen auch weite Carving Jibes. Beim Queren von Wellen fällt der Spurhalteassistent auch mal aus und der Fahrer muss eingreifen. Dennoch bietet das Board in Kombination hervorragende Freeracequalitäten ohne Wenn und Aber.
Der Rocket+ bietet dem versierten Freeracer maximales Speedfeeling – wie nur wenige andere Boards und das bereits bei leichtem Gleitwind. Mit entsprechender Technik und Körperspannung bleibt er auch bei Topspeed gut kontrollierbar, wenn man das Board aktiv über die Kabbelwellen hinweg fliegen lässt. Der normale, ebenfalls schnelle Rocket bleibt für sportliche Freerider mit mehr Manöverambitionen eine gute Alternative.
Beschleunigung; Speed im gesamten Windbereich
Hochglanzfinish im Unterwasserschiff; Foil ready
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*surf-Messung, ohne Finne und Schlaufen
| Volumen | Breite | Länge | Gewicht** | Finne |
| 103 | 69 | 232 | – /7,2/6,7 | 36 |
| 113 | 73 | 232 | – /7,6/6,9 | 38 |
| 123 | 77 | 232 | 9,0/7,9/7,5 | 40 |
| 133 | 81 | 232 | 9,3/8,1/7,9 | 44 |
| 143 | 85 | 232 | 9,6/8,7/8,3 | 46 |
**Herstellerangabe, MTE/LTD/Team-Bauweise, Preise: 1899/2299/2599 Euro
Dieses Board ist Teil des großen Freerace-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone Blitz, Future Fly White Tiger, Goya Bolt, JP-Australia Super Ride, JP-Australia Super Sport, Patrik F-Race, Severne Fox, Starboard Futura, Tabou Fifty und Tabou Rocket+. Alle Testberichte in surf 4/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!
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