Das Goya Mark 7 ist bei Goya als Freeracesegel eingeordnet und in drei unterschiedlichen Technologien erhältlich: Die in 7,2 getestete Club Edition wird als Monofilmversion mit einem soliden, umlaufenden X-Ply-Rahmen verstärkt. Die X-Version kommt in Farbe Fuchsia, vor allem sind aber alle Monofilmbahnen durch Gittermaterial ersetzt. Die Version Evo ist bis auf das Monofilmsegelfenster komplett mit zweilagigem und neongelb-leuchtend gefärbtem Film ausgestattet. Bereits unser getestetes Basis-Modell muss sich hinsichtlich der Ausstattung nicht verstecken. Während auf dem Wasser das aufällig leuchtende Tuch den optischen Eindruck dominiert, sieht man an Land viel Monofilm. Dieser fällt im gefährdeten unteren Bereich aber solide dimensioniert aus und obendrein wird das gesamte Achterliek von einem handbreiten, stabilen X-Ply-Rahmen umsäumt. Auch unter der Gabel und im Topp finden sich Verstärkungen an allen „Ecken und Enden“. Mit den zusätzlichen vier stabilisierenden Mini-“Latten“ ist das Achterliek gegen lästiges Flattern gut gewappnet.
Die Diagonallatte läuft so weit hinten durch die Gabel, dass ein Scheuerschutz hier überflüssig ist. Das Unterliek ist dagegen solide mit einer Gummileiste abgesichert. Statt einer gepressten Öse ist am Schothorn ein Ring ans Segel genäht – mit fünf Gurtbändern so solide, dass man daran vermutlich auch einen ausgewachsenen Bullen durch die Manege führen könnte. Gleichzeitig verlaufen von dort Kevlarfäden radial entlang der Nähte ins Segel. Der RDM-Mast fällt beim Aufriggen nahezu von alleine in die breite Masttasche, die Trimmkräfte sind sehr gering. Wir haben das Vorliek immer auf den Trimmpunkt getrimmt, bei viel Wind auch mal leicht darüber. Am Schothorn wird gespannt, bis die Latten den Mast noch leicht seitlich berühren.
Du willst vor allem möglichst früh gleiten aber ohne Camber-Stress, mit viel Komfort und gutem Halsen-Handling? Genau darauf scheint das Goya perfekt abgestimmt. Gib dem Segel genügend Vorliekspannung und immer spürbaren Zug am Schothorn: keine Sorge, Gleitleistung bleibt reichlich erhalten. Ähnlich soft, wie sich das Segel am Vorliek trimmen lässt, liegt es dann auch komfortabel gedämpft und leicht federnd in der Hand. Im Tuch ist genügend Spannung, aber es ist nicht super straff auf hohes C gestimmt wie die Folie bei den Semi-Racesegeln der Gruppe. Das Goya gleitet bei moderatem Gleitwind schön fahrstabil, mit besonders geringen Haltekräften und vor allem so, als wären Anfahrhilfe, Tempomat und Spurhalteassistent mit an Bord – es ist super easy und entspannt zu surfen.
Und ganz nebenbei hält es im normalen Windbereich mit den schnellsten Segeln mit. Erst wenn es Richtung Topspeed-Bedingungen geht und die Schlaufen auf dem Freeraceboard nach außen geschnallt werden, erfordert das Goya Nachtrimmen am Schothorn und bietet dennoch dem engagierten GPS-Racer auf dem RDM-Mast nicht das das volle Potenzial und motiviert vielleicht zwei Knoten früher, aufs kleinere Segel umzusteigen. Manöver werden dafür mit dem Goya-Segel bei jedem Wind zum Genuss. Die Latten gleiten wie frisch gefettet um den Mast, nach dem Schiften baut sich zügig, aber weich und angenehm Druck auf, der dich flott und gleichzeitig sehr kontrolliert auf neuen Kurs beschleunigt. Unter dem nur moderat ausgestellten Unterliek bleibt dabei sogar genügend Platz für lässige Duck Jibes, die bei dieser Segelgröße oft einen Sonderapplaus wert sind.
Mit leichtem Trimm, bester Gleitleistung, viel Speed im normalen bis oberen Gleitwindbereich und tollem Halsenhandling gewinnt das Goya Mark 7 die Freeridewertung. Für ein strafferes Freerace-Feeling dürfte der alternativ empfohlene SDM-Mast eine gute Wahl sein. Die breite Masttasche ist dafür jedenfalls bestens vorbereitet.
STÄRKEN: Angleiten, Komfort, Easy Surfing, Manöver, Speed bei leichtem bis mittlerem Gleitwind
SCHWÄCHEN: Keine
BESONDERHEITEN: Wahlweise auch auf SDM-Mast empfohlen.
*surf-Messung
| Größe | Vorliek | Latten | Mast** | Gabel | Preis |
| 5,4 | 407 | 6 | 400 | 178 | 675 |
| 5,8 | 418 | 6 | 400 | 182 | 710 |
| 6,2 | 432 | 6 | 430 | 185 | 725 |
| 6,6 | 450 | 6 | 430 | 189 | 745 |
| 7,2 | 466 | 6 | 460 | 196 | 769 |
| 7,8 | 481 | 6 | 460 | 206 | 795 |
| 8,5 | 501 | 6 | 460 | 220 | 815 |
**bis 5,8 nur RDM, ab 6,2 RDM/SDM
Dieses Segel ist Teil des großen No Cam Freeride-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone X_Pace, GA Matrix, Goya Mark 7, GunSails Rapid, NeilPryde Speedster Evo, Sailloft Cross und Severne NCX. Alle Testergebnisse in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!
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