PWA Worldcup FuerteventuraHuvermann und Neubauer gewinnen die Single Elimination

SURF

 · 19.07.2026

Die besten Bilder von Tag 2 beim PWA Freestyle Worldcup Fuerteventura
Foto: Carter/PWA
Maaike Huvermann setzte am zweiten Tag des Fuerteventura PWA Grand Slam 2026 ein Ausrufezeichen und besiegte Sarah-Quita Offringa im Finale der Single Elimination. Lennart Neubauer und Yentel Caers lieferten sich bei den Männern ein mega-spannendes Duell.

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Der zweite Wettkampftag des Fuerteventura PWA Grand Slam 2026 brachte die erwartete Steigerung. Über Nacht legte der Swell zu, der Wind blieb konstant und schuf damit die perfekten Bedingungen für die Fortsetzung der Freestyle Single Elimination. Das Niveau übertraf bereits den ohnehin starken ersten Tag deutlich. Maaike Huvermann gelang dabei ein historischer Erfolg gegen die 28-fache Weltmeisterin Sarah-Quita Offringa, während Lennart Neubauer sich in einem der knappsten Finals der Tour-Geschichte gegen Yentel Caers durchsetzte.

Huvermanns historischer Sieg gegen Offringa

Maaike Huvermann erreichte ihr Hauptziel für dieses Event: Sarah-Quita Offringa zu besiegen und sich in Position für den ersten Weltmeistertitel zu bringen. Die 28-Jährige gewann in einem hart umkämpften Finale die Single Elimination gegen die Windsurf-Queen. Zwar hatte Huvermann bereits dreimal zuvor Heats gegen Offringa gewonnen – in Fuerteventura 2017, Bonaire 2019 und erneut hier im vergangenen Jahr – doch diese Siege führten lediglich zu Super Finals in Double Eliminations. Der entscheidende Unterschied: Diesmal führt Huvermann das Event an, nachdem sie die Single Elimination gewonnen hat. Die Niederländerin verzichtete komplett auf Sliding Moves und setzte ausschließlich auf Power Moves. „Ich bin begeistert. Ich habe etwa 15 Jahre auf diesen Moment gewartet. Es ist ein Traum, der wahr wird. Ich weiß, es ist nicht das Endergebnis, aber die Single zu gewinnen ist einfach großartig", sagte eine sichtlich emotionale Huvermann nach ihrem Sieg.

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​ Ich habe etwa 15 Jahre auf diesen Moment gewartet. Es ist ein Traum, der wahr wird!” (Maaike Huverman)

Offringa kämpft in der Double Elimination zurück

Sarah-Quita Offringa zeigte sich nach der Niederlage fair und selbstkritisch. Die 28-fache Weltmeisterin räumte ein, dass sie im Finale nicht ihre beste Leistung abrief, obwohl sie in Viertelfinale und Halbfinale jeweils die 30-Punkte-Marke durchbrochen hatte. Ein verhaltender Start kostete sie im Winners' Final entscheidende Punkte. „Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, das Finale nicht gewonnen zu haben, denn das ist das Ziel, wenn man hier in Fuerteventura antritt. Aber insgesamt bin ich extrem stolz auf meine Performance heute. Ich denke, ich habe wahrscheinlich einige der besten Heats meines Lebens in den ersten beiden Runden gefahren”, erklärte Offringa.

Besonders hob sie hervor, dass sie erstmals einen Pasko im Wettkampf landete – eine Premiere sowohl für sie persönlich als auch für die Damen-Division. Offringa betonte, dass Huvermann möglicherweise die einzige Athletin sei, die ihre Nerven ins Wanken bringen könne, da sie eine echte Bedrohung im Freestyle darstelle. Für die Double Elimination kündigte sie an: „Ich habe in meinen ersten beiden Heats gezeigt, dass ich auf einem sehr hohen Niveau performen kann, also wird das meine Einstellung für das Double sein."

Kloster komplettiert das Podium

Deutschland beste Freestylerin Lisa Kloster sicherte sich den dritten Platz in der Single Elimination und hob sich damit deutlich vom Rest des Feldes ab. Kloster zeigte ein starkes Halbfinale gegen Huvermann, bei dem es lange Zeit ausgeglichen blieb, bevor sich die Niederländerin im Schlussspurt durchsetzte. Kloster demonstrierte, dass sie ihr Niveau erneut gesteigert hat und den Abstand zu den Top zwei verringern konnte. Sie landete eine Vielzahl von Sliding und Power Moves und bewies damit ihre Vielseitigkeit auf dem Wasser.

Neubauer gewinnt das engste Finale der Geschichte

Bei den Männern fuhren die beiden Top-Gesetzten Yentel Caers und Lennart Neubauer erwartungsgemäß ins Single Elimination Winners' Final. Caers besiegte Takumi Moriya, während Neubauer Balz Müller ausschaltete. Was als potentiell einseitiges Finale begann, entwickelte sich zu einem der spannendsten Duelle der Tour-Geschichte. Neubauer startete furios und durchbrach in der ersten Hälfte des Heats die 40-Punkte-Marke, während Caers ungewöhnlich langsam in Gang kam. Doch der Belgier bewahrte Ruhe und steigerte sich kontinuierlich. Er landete einen Pasko, einen Shifty Shaka und einen verbesserten Double Air Culo, wodurch er praktisch gleichauf mit Neubauer lag. Beide Athleten zeigten zum Abschluss außergewöhnlich starke Manöver – Caers einen Air Bob into Culo, Neubauer einen Air Funnel Burner. Letzterer wurde mit 8,10 Punkten als höchstwertiger Move des Heats bewertet und gab den Ausschlag. Am Ende trennten nur 0,11 Punkte die beiden Kontrahenten.

Müller feiert ersten Podiumsplatz

Balz Müller zeigte sich in Bestform und erreichte erstmals in seiner 22-jährigen Karriere einen Top-drei-Platz in einer Single Elimination. Der Schweizer besiegte Moriya im Kampf um Platz drei und vier. Im Viertelfinale gegen Jacopo Testa stellte Müller mit 45,4 Punkten den höchsten Heat Score der gesamten Single Elimination auf und bewies damit, dass er sein Freeriding in den Wettkampfmodus übertragen kann. „Ich bin sprachlos! Ich kann es nicht glauben. Normalerweise, wenn es hart auf hart kommt, performe ich nicht. Je mehr ich mich mit Stress belade, desto weniger funktioniert es meistens, aber heute hat es funktioniert. Ich bin einfach so begeistert vom Windsurfen. Ich muss nur meinen Kopf von Gedanken befreien und rausgehen und mein Ding machen und Spaß haben. Es ist verrückt, es hat 22 Jahre gedauert, bis es endlich passiert ist, es ist wahnsinn. Aber ich freue mich auf das Double. Es ist noch nicht vorbei, aber ich werde mein Bestes geben", erklärte ein überglücklicher Müller.

​”Ich muss nur meinen Kopf von Gedanken befreien und rausgehen und mein Ding machen und Spaß haben. Es ist verrückt, es hat 22 Jahre gedauert, bis es endlich passiert ist.” (Balz Müller)

Testa mit historischem Shuvit Triple Spock

Jacopo Testa hatte Pech, im Viertelfinale auf Müller zu treffen. Der Italiener erzielte mit 40,6 Punkten den dritthöchsten Score der Viertelfinale-Runde, schied aber dennoch aus. Als Trost landete Testa den besten Move des gesamten Tages – einen Shuvit Triple Spock, der mit 8,60 Punkten bewertet wurde und zum ersten Mal in einem Wettkampf gezeigt wurde. Wie im Vorjahr, als er Zweiter wurde, muss sich Testa nun durch das Double Elimination kämpfen.

Takumi Moriya erreichte zum zweiten Mal in Folge das Halbfinale der Single Elimination und liegt aktuell auf Rang vier. Der 19-jährige Japaner zeigte im Viertelfinale gegen Steven Van Broeckhoven vielleicht nicht seine Bestleistung, fand aber genug, um den belgischen Routinier zu besiegen. Im Halbfinale steigerte er sich deutlich und präsentierte mehr von der Leistung, die alle nach seinem letztjährigen Auftritt erwartet hatten. Die Top fünf wird aktuell von Dieter Van der Eyken komplettiert, der Neubauer im Viertelfinale alles abverlangte. Testa, Van Broeckhoven und Bodhi Kempen teilen sich Rang fünf. Für Kempen bedeutet dies sein bestes Ergebnis in einem Single Elimination.

Double Elimination gestartet

Nach Abschluss der Single Elimination wurde die erste Runde der Double Elimination bei den Herren absolviert. Die Italiener Ercole Rosso-Chioso und Pier Sergio Bongianni sowie Cosmo Pezzetti setzten sich durch. Ebenso erfolgreich waren Sebastian Gux aus Deutschland, Björn Saragoza von Bonaire, der Schwede Primus Sorling und Luka Stomp aus Curaçao. Sie alle qualifizierten sich für die zweite Runde des Double Elimination.

​ Im Moment denke ich, dass Freestyle lebendiger ist als je zuvor.” (Lennart Neubauer)

Die Wettervorhersage für Sonntag verspricht nahezu identische Bedingungen wie am zweiten Tag – sowohl was Wind als auch Wellen betrifft. Das Skippers Meeting ist für 10:30 Uhr (GMT+1) angesetzt, der Start der Double Eliminations für 11:00 Uhr. Neubauer blickte bereits voraus: „Im Moment denke ich, dass Freestyle lebendiger ist als je zuvor. Balz [Müller] beweist, dass wir noch nicht fertig sind mit neuen Moves. Vor ein paar Jahren dachten wir alle, dass Dinge wie der Shifty, Shifty-Shakas und Double Air Culos das Neue waren, aber das ist schon alt. Ich bin ziemlich aufgeregt, selbst ein bisschen über Innovation nachzudenken."

Alle Heats und Ergebnisse unter pwaworldtour.com

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