Windsurf-Boards reparieren – alle Tipps im Workshop

Boards Reparatur & PflegeWindsurf-Boards reparieren – alle Tipps im Workshop

Wenn nach dem Schleudersturz die Brettnase an dir vorbeischwimmt oder das Deck so weich geworden ist wie eine Kinderhüpfburg, lässt man – keine Frage – besser Profis ran. Doch mit den richtigen Tipps kann man auch selbst Windsurf-Boards reparieren.

Brettreparaturen sind kein Hexenwerk, trotzdem gibt es Bereiche am Board, die man besser dem Fachmann überlässt. Dies ist der Fall:

  • Bei weichen Stellen oder Beschädigungen im Standbereich
  • Bei Rissen oder weichen Stellen unter den Pads, an den Rails unter den Pads, sowie an Mastspur oder Finnenkästen.
  • Bei großen Beschädigungen, bei denen der Styroporkern beschädigt wurde
  • Wenn die Optik perfekt werden soll.

Im folgenden zeigen wir euch alles zum Thema “Windsurf-Boards reparieren”, am Ende des Artikels gibt’s dann noch eine Übersicht über die verbreiteten Schnellreparatur-Kits.

Laminieren oder Schnellreparatur?

Entscheidend für die Haltbarkeit ist immer das Gewebe, nie der verwendete Klebstoff. Daher gilt: Bei kleinen Löchern und Macken reicht eine Schnellreparatur (Materialien siehe unten), größere Risse im Gewebe sollte man besser laminieren. Ideal für Gelegenheitsreparaturen oder zum Verreisen sind Komplett-Sets wie das "Rigo Epoxy Reparaturset" oder das "Big Ding Epoxy Repair Kit". Erhältlich sind diese Sets in vielen (Online-) Surfshops.

  Baustelle Brett: Help yourself...Foto: Oliver Maier
Baustelle Brett: Help yourself...

Die Polyester-Falle

Es gibt Reparatursets für Polyester und Epoxy zu kaufen. Windsurfboards werden mit Epoxy-Harz laminiert, Boote oder Kayaks oft mit Polyester-Harz. Polyester ist etwas spröder und härtet schneller aus, greift aber die Schaumkerne von Surfboards an, was dazu führen kann, dass man hinterher ein größeres Loch im Brett hat als vorher. Daher sollte man immer auf Epoxy-Harze setzen!

Was brauche ich sonst noch?

Die erwähnten Sets beinhalten Schleifpapier, Gummihandschuhe, Harztopf, Pinsel, Glasfasermatten sowie Epoxy-Harz und Härter. Zusätzlich brauchst du Schere, Tücher, ein scharfes (!) Cuttermesser und – im Idealfall – einen Akkuschrauber mit Rundschleifer.

Harz und Härter anmischen – was ist wichtig?

Erst wenn alles vorbereitet ist, wird angemischt. Wichtig: Genaues Mischverhältnis beachten! Auch bei kleinen Reparaturen besser etwas mehr Harz anmischen, je größer das Gesamtvolumen, desto weniger fallen Mischungenauigkeiten ins Gewicht. Sobald du Harz und Härter mischst, tickt die Uhr. Die Aushärtezeit von Epoxy hängt von der Umgebungstemperatur ab, je wärmer es ist, desto weniger Zeit bleibt dir. Bei Raumtemperatur ist Epoxy etwa 30 Minuten bis eine Stunde verarbeitbar, deshalb empfiehlt es sich vor dem Anmischen des Harzes schon mal drei bis vier Lagen Glasmatten in großzügige, rechteckige Stücke zu schneiden.

  Die perfekte Kombination für unseren Workshop – Oli Schott aus Kiel ist als Bootsbauer Experte für sämtliche Materialien, seit vielen Jahren Top Ten im Deutschen Windsurf-Cup unterwegs und hat schon unzählige Bretter repariert.
Die perfekte Kombination für unseren Workshop – Oli Schott aus Kiel ist als Bootsbauer Experte für sämtliche Materialien, seit vielen Jahren Top Ten im Deutschen Windsurf-Cup unterwegs und hat schon unzählige Bretter repariert.

Wenn ihr alles vorbereitet habt, könnt ihr euch ans Laminieren machen. Die einzelnen Schritte findet ihr in der folgenden Bildergalerie:

Bei der Reaktion von Epoxy-Harz mit Härter wird viel Wärme frei. Benutze daher für das Gemisch einen Topf mit großer Oberfläche, damit die Wärme abgegeben werden kann und dir das Harz-Härter-Gemisch nicht schon bei der Bearbeitung hart wird.
12. Mit feinem Schleifpapier von Hand nachschleifen   Fertig! Die Stelle ist dicht, man kann damit wieder aufs Wasser – oder noch ein wenig Zeit in ein schönes Finish investieren! 
12. Mit feinem Schleifpapier von Hand nachschleifen Fertig! Die Stelle ist dicht, man kann damit wieder aufs Wasser – oder noch ein wenig Zeit in ein schönes Finish investieren! 
1. Der Klassiker – ein Schleudersturz hat die Brettnase zerdeppert, das Laminat ist gebrochen. Ding Stick, Suncure & Co würden hier nur bis zum nächsten Einschlag halten, du musst laminieren. Trockne die Stelle zuerst und öffne die Lüftungsschraube. 
1. Der Klassiker – ein Schleudersturz hat die Brettnase zerdeppert, das Laminat ist gebrochen. Ding Stick, Suncure & Co würden hier nur bis zum nächsten Einschlag halten, du musst laminieren. Trockne die Stelle zuerst und öffne die Lüftungsschraube. 
2. Lose Teile entfernen: Damit die Lagen  wieder haften, sollte man übereinander geschobenes Material wegschneiden. Dann wird "angeschäftet", das heißt, man schleift die Randbereiche harmonisch an, um keine Kanten mehr zu haben. Generell gilt: Der Schleifbereich sollte immer größer sein als die eigentliche Beschädigung, um einen guten Halt des neuen Laminats auf altem, gesundem Material zu ermöglichen. 
2. Lose Teile entfernen: Damit die Lagen  wieder haften, sollte man übereinander geschobenes Material wegschneiden. Dann wird "angeschäftet", das heißt, man schleift die Randbereiche harmonisch an, um keine Kanten mehr zu haben. Generell gilt: Der Schleifbereich sollte immer größer sein als die eigentliche Beschädigung, um einen guten Halt des neuen Laminats auf altem, gesundem Material zu ermöglichen. 
3. Design entfernen: Die meisten Designs sind nur aufgeklebt, auch hier würden die neuen Lagen später nicht haften.
3. Design entfernen: Die meisten Designs sind nur aufgeklebt, auch hier würden die neuen Lagen später nicht haften.
4 Fertig vorbehandelte Reparaturstelle säubern (abfegen).
4 Fertig vorbehandelte Reparaturstelle säubern (abfegen).
5. Mit einem Pinsel das Harz-Gemisch auf den Schleifbereich auftragen.
5. Mit einem Pinsel das Harz-Gemisch auf den Schleifbereich auftragen.
6. Die erste Lage Glas auflegen und von oben mit etwas Harz betupfen bis diese durchsichtig wird – dann ist diese komplett mit Harz getränkt. 
6. Die erste Lage Glas auflegen und von oben mit etwas Harz betupfen bis diese durchsichtig wird – dann ist diese komplett mit Harz getränkt. 
7. Insgesamt drei bis vier Lagen Glas auftragen und jeweils vorsichtig mit Harz betupfen bis diese durchsichtig werden. Nicht zu viel Harz verwenden!
7. Insgesamt drei bis vier Lagen Glas auftragen und jeweils vorsichtig mit Harz betupfen bis diese durchsichtig werden. Nicht zu viel Harz verwenden!
8. Jetzt muss alles trocknen, dazu kann man die Matten vorsichtig mit Tesa-Crepes an den Rändern fixieren oder die Matten mit einer Lage stramm gewickelter Frischhaltefolie fixieren.
8. Jetzt muss alles trocknen, dazu kann man die Matten vorsichtig mit Tesa-Crepes an den Rändern fixieren oder die Matten mit einer Lage stramm gewickelter Frischhaltefolie fixieren.
9. Auf der Zielgeraden: Nach dem Aushärten, bei Raumtemperatur ist dies bei herkömlichem Epoxy nach einer Nacht der Fall, kann man die Stelle nachbearbeiten. Die nicht durchtränkten Ränder der Glasmatten mit dem Cutter abschneiden.
9. Auf der Zielgeraden: Nach dem Aushärten, bei Raumtemperatur ist dies bei herkömlichem Epoxy nach einer Nacht der Fall, kann man die Stelle nachbearbeiten. Die nicht durchtränkten Ränder der Glasmatten mit dem Cutter abschneiden.
10. Die Reparaturstelle ist jetzt bereit zum Schleifen.
10. Die Reparaturstelle ist jetzt bereit zum Schleifen.
11. Mit grobem Schleifpapier (schneller geht es mit einem Rundschleifer, fünf Euro im Baumarkt, Akkuschrauber auf langsame Stufe einstellen!), loses Material entfernen und die Übergänge zwischen altem und neuem Material verschleifen
11. Mit grobem Schleifpapier (schneller geht es mit einem Rundschleifer, fünf Euro im Baumarkt, Akkuschrauber auf langsame Stufe einstellen!), loses Material entfernen und die Übergänge zwischen altem und neuem Material verschleifen
12. Mit feinem Schleifpapier von Hand nachschleifen   Fertig! Die Stelle ist dicht, man kann damit wieder aufs Wasser – oder noch ein wenig Zeit in ein schönes Finish investieren! 
12. Mit feinem Schleifpapier von Hand nachschleifen Fertig! Die Stelle ist dicht, man kann damit wieder aufs Wasser – oder noch ein wenig Zeit in ein schönes Finish investieren! 
1. Der Klassiker – ein Schleudersturz hat die Brettnase zerdeppert, das Laminat ist gebrochen. Ding Stick, Suncure & Co würden hier nur bis zum nächsten Einschlag halten, du musst laminieren. Trockne die Stelle zuerst und öffne die Lüftungsschraube. 
1. Der Klassiker – ein Schleudersturz hat die Brettnase zerdeppert, das Laminat ist gebrochen. Ding Stick, Suncure & Co würden hier nur bis zum nächsten Einschlag halten, du musst laminieren. Trockne die Stelle zuerst und öffne die Lüftungsschraube. 
1. Der Klassiker – ein Schleudersturz hat die Brettnase zerdeppert, das Laminat ist gebrochen. Ding Stick, Suncure & Co würden hier nur bis zum nächsten Einschlag halten, du musst laminieren. Trockne die Stelle zuerst und öffne die Lüftungsschraube. 
2. Lose Teile entfernen: Damit die Lagen  wieder haften, sollte man übereinander geschobenes Material wegschneiden. Dann wird "angeschäftet", das heißt, man schleift die Randbereiche harmonisch an, um keine Kanten mehr zu haben. Generell gilt: Der Schleifbereich sollte immer größer sein als die eigentliche Beschädigung, um einen guten Halt des neuen Laminats auf altem, gesundem Material zu ermöglichen. 
3. Design entfernen: Die meisten Designs sind nur aufgeklebt, auch hier würden die neuen Lagen später nicht haften.
4 Fertig vorbehandelte Reparaturstelle säubern (abfegen).
5. Mit einem Pinsel das Harz-Gemisch auf den Schleifbereich auftragen.
6. Die erste Lage Glas auflegen und von oben mit etwas Harz betupfen bis diese durchsichtig wird – dann ist diese komplett mit Harz getränkt. 
7. Insgesamt drei bis vier Lagen Glas auftragen und jeweils vorsichtig mit Harz betupfen bis diese durchsichtig werden. Nicht zu viel Harz verwenden!
8. Jetzt muss alles trocknen, dazu kann man die Matten vorsichtig mit Tesa-Crepes an den Rändern fixieren oder die Matten mit einer Lage stramm gewickelter Frischhaltefolie fixieren.
9. Auf der Zielgeraden: Nach dem Aushärten, bei Raumtemperatur ist dies bei herkömlichem Epoxy nach einer Nacht der Fall, kann man die Stelle nachbearbeiten. Die nicht durchtränkten Ränder der Glasmatten mit dem Cutter abschneiden.
10. Die Reparaturstelle ist jetzt bereit zum Schleifen.
11. Mit grobem Schleifpapier (schneller geht es mit einem Rundschleifer, fünf Euro im Baumarkt, Akkuschrauber auf langsame Stufe einstellen!), loses Material entfernen und die Übergänge zwischen altem und neuem Material verschleifen
12. Mit feinem Schleifpapier von Hand nachschleifen   Fertig! Die Stelle ist dicht, man kann damit wieder aufs Wasser – oder noch ein wenig Zeit in ein schönes Finish investieren! 

Wie bekommt man ein schönes Finish hin? Die Reparaturstelle (Bild 12) ist noch zu rau, um sie optisch ansprechend zu lackieren. Wer sein Brett auch optisch wieder aufwerten möchte, kann daher abschließend eine dünne Lage Epoxy-Spachtel (z.B. M2 Epoxy Spachtel) auftragen, aushärten lassen und nochmals schleifen. Die groben Poren des Glasgewebes sind dann verschlossen und geglättet. Anschließend kann man entlang der Reparaturstelle abkleben und mit einer Dose Autolack in mehreren Schichten vorsichtig ein farblich passendes Finish auftragen.

Schnellreparaturen

Nicht immer muss man laminieren – kleine Köcher kann man bedenkenlos mit folgenden Materialien flicken. Welche Vor- und Nachteile die einzelnen Produkte haben und welche vor dem nächsten Trip unbedingt mit ins Boardbag sollten, erfahrt ihr jetzt:

Wenn du aus dem kalten Wasser kommst, dehnt sich die Luft im Brett aufgrund der Erwärmung aus und drückt nach außen, das Reparaturmaterial löst sich wieder. Daher gilt: Lüftungsschraube auf und Reparatur im Schatten durchführen. Wenn der Unterschied zwischen Luft- und Wassertemperatur sehr groß ist, sollte man dem Brett 60 Minuten Zeit geben, um den Druckunterschied auszugleichen.
  Reparatur-Sets fürs Surfbrett: Wenn's mal schnell gehen muss...
Reparatur-Sets fürs Surfbrett: Wenn's mal schnell gehen muss...

Gruppe 1: Zwei-Komponenten-Kits

Ding Stick (ohne Bild), Session Saver (2), Tekkno Stick (1) oder Gumball (3) – viele Namen, hinter denen sich das Gleiche versteckt: Ein Zwei-Komponenten-Kit von dem man ein Stück abschneidet, dieses verknetet bis die Masse weiß wird und damit die Stelle abdichtet. Wichtig: Zuvor anschleifen und Finger etwas anfeuchten!

Mischungsverhältnis automatisch richtig; härtet auch im Wasser aus; unabhängig von UV-Strahlung; schnell trocknend (etwa 15 Minuten); kein Schleifen nötig

bei Kälte längere Trocknungsdauer; bei flächigen Reparaturen wenig dauerhaft

Bezugsquelle: In quasi jedem Surfshop

surf-Fazit: Dort, wo man nicht immer auf Sonne setzen kann, unverzichtbar!

Gruppe 2: UV-härtende Materialien

Solarez (4/5), Dura Rez (6) und das Phix Doctor Set (7) basieren auf UV-härtendem Epoxy. Das Phix Doctor Set hat zusätzlich Glasmatten und Zubehör für größere Reparaturen dabei. Stelle trocknen, anschleifen und Material im Schatten auftragen. Die Harze sind mit Microballoons – einem Füllstoff aus kleinen Glasfaser-Schnipseln – versetzt, das Harz kann mit mitgelieferten Folien glattgezogen werden (kaum nachschleifen nötig). Erst dann der Sonne aussetzen.

innerhalb kürzester Zeit hart (2-5 Min. bei direkter Sonneneinstahlung); Temperatur-unabhängig ; taugt auch zum Verfüllen tiefer Löcher, die abschließend laminiert werden sollen; dauerhafte Reparatur

bei mäßiger Sonneneinstrahlung oft stark verzögertes Aushärten

Bezugsquelle: Im Surfshop oder HIER:

surf-Fazit: Bei Reisen in den Süden die beste Wahl! Als Ergänzung taugt ein Zwei-Komponenten-Kit perfekt.

Gruppe 3: Weitere Klebematerialien

Tear Aid (8): PVC-Klebefolie, die – laut Herstellerangabe – auch für Surfboards geeignet sein soll. Stelle anschleifen, mit den beigelegten Alkoholtüchern entfetten, aufkleben, fertig!

unabhängig von Sonne & Temperatur

wenig dauerhaft im Unterwasserschiff und auf dem Deck (Standlack); bringt keine Festigkeit.

Bezugsquelle: www.tt-project.com

surf-Fazit: Weniger empfehlenswert für Surfbretter, gut für aufblasbare SUPs.

Gruppe 4: Sekundenkleber

Zum Beispiel von Conrad: Reagiert innerhalb von Sekunden durch die Feuchtigkeit der Luft. Für kleine Haarrisse pur, ansonsten in Verbindung mit "Füllstoff für Sekundenkleber" verwenden.

extrem schnell; unabhängig von Sonne und Temperatur

Vorsicht bei tiefen Löchern: Bei Kontakt mit dem Schaumkern löst es diesen auf.

Bezugsquelle: Baumarkt & Modellbau

surf-Fazit: Allzweckwaffe für Haarrisse!

Gruppe 5: Epoxy-Spachtel

M2-Epoxy Spachtel (10) und Härter im Verhältnis 2:1 anmischen, Stelle überspachteln (perfekt sind alte EC-Karten) und aushärten lassen.

gut schleifbar und überlackierbar

bei Kälte längere Trocknungsdauer; bei flächigen Reparaturen nicht dauerhaft

Bezugsquelle: Surfshops & www.ascan.info

surf-Fazit: Eigentlich nur zum Finishen gut geeignet, unterm Strich aber zu umständlich!