PWA World Cup YokosukaMaciek Rutkowski und Marion Mortefon sind Weltmeister

Tobias Frauen

 · 15.11.2022

Maciek Rutkowski ist neuer PWA-Slalom-Weltmeister
Foto: Carter/pwaworldtour.com
Maciek Rutkowski ist neuer PWA-Slalom-Weltmeister

Weltmeister-Drama am letzten Tag des Slalom-Worldcups in Japan: Nach einer endlosen Zitterpartie ist Maciek Rutkowski zum ersten Mal Weltmeister. Bei den Damen holte Marion Mortefon ihren Titel deutlich entspannter.

Maciek Rutkowski ging als WM-Führender in den letzten Tag des PWA-Worldcups in Japan und hatte es selbst in der Hand, seinen ersten Titel sicher zu machen. Doch in seinem ersten Heat, auf dem ersten Schlag verschwand der Pole plötzlich in einer Gischtwolke. Vermutlich hatte er einen Gegenstand im Wasser getroffen. Keine Chance aufs Weiterkommen, damit musste Rutkowski für den Rest des Tages tatenlos am Strand zuschauen.

Der Wind hatte wieder nachgelassen, so dass im Laufe des Vormittags immer wieder Heats abgebrochen werden mussten. Bei den Damen erreichte die Führende Marion Mortefon nur das B-Finale, doch auch ein 9. Platz genügten ihr nach starken und konstanten Leistungen zum Event-Sieg und damit zum zweiten Weltmeister-Titel in Folge. Dahinter folgen Newcomerin Justine Lemeteyer und Delphine Cousin Questel, Sarah-Quita Offringa wurde Siebte.

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Rechenspiele um den WM-Titel

Bei den Herren gab es derweil diverse Szenarien, wer wann wie Weltmeister werden könnte. Als im Halbfinale klar wurde, dass Amado Vrieswijk, der Event-Sieger von Sylt, es nur ins B-Finale schaffen würde, war der Mann von Bonaire aus dem Rennen. Damit richteten sich alle Augen auf Matteo Iachino, der im Finale mindestens Dritter werden musste. Doch der Italiener und Weltmeister von 2016 biss sich die Zähne am wieder einmal sehr starken Johan Søe aus und ging als Fünfter über die Ziellinie. Damit war klar: Trotz des desaströsen Starts in den Tag ist Maciek Rutkowski zum ersten Mal Slalom-Weltmeister!

Vorne holte Enrico Marotti seinen zweiten Elimintaion-Sieg in Japan und damit auch den Event-Sieg. Eine starke Leistung des Kroaten, der auch auf Sylt schon konstant in der Spitze mitfuhr. Sebastian Kördel beendete den Worldcup auf Platz 15, im letzten Lauf kam er bis ins Finale. Der frischgebackene iQFoil-Weltmeister hatte aber zuvor angekündigt, in Japan ohne Druck an den Start gehen zu wollen, zudem wurde er am ersten Tag von einem zerstörten Segel ausgebremst.

Worldcup Japan wurde zum Windroulette

Zu Beginn des Worldcups in Japan hatten die Fahrerinnen und Fahrer noch mit schwachem Wind und vielen Fehlstarts zu kämpfen. Nur sechs Herren-Heats und ein Damen-Heat konnten am ersten Tag gefahren werden. Auch der zweite Tag war zäh, immerhin konnte die erste Damen-Elimination beendet werden, dort landete Marion Mortefon vor Helle Oppedal und Ma Kwan Shing. Erstmal konnten auch die Damen zwischen Finne und Foil wählen - eine Chance für Spezialistinnen wie iQFoil-Starterin Helle Oppedal aus Norwegen. Dauer-Weltmeisterin Sarah-Quita Offringa hingegen war noch nicht ganz auf dem Foil angekommen und war nur einmal in der Spitzenguppe dabei. Die Herren arbeiteten sich bei höchstens zehn Knoten Wind bis zu den Final-Heats vor. Amado Vrieswijk, der nach seinem Sieg auf Sylt das WM-Ranking anführte, schied allerdings schon vorher aus, ebenso wie Sebastian Kördel.

Am dritten Worldcup-Tag legte der Wind dann endlich zu: Bis zu 25 Knoten, aber auch immer wieder Regenschauer mit Windschwankungen sorgten für anspruchsvolle Bedingungen. Im Fokus stand das WM-Duell zwischen Amado Vrieswijk und Maciek Rutkowski. Dort ging es wie perfekt gescripted hin und her: Elimination eins: maues Ergebnis für Vrieswijk, solider vierter Platz für Rutkowski. Elimination zwei: Dritter Platz für den Mann von Bonaire, Gabelbaum-Knockout für den Polen. Elimination drei: Gebrochene Gabel bei Vrieswijk, zweiter Platz für Rutkowski. Davor zeigten Matteo Iachino und Enrico Marotti ihre Klasse und fuhren jeweils einen Sieg ein.

Bei den Damen behauptete Marion Mortefon ihre Führungsposition vor Justine Lemeteyer und Blanca Alabau. Während Alabau sich kontinuierlich steigern konnte, zeigte Newcomerin Lemeteyer auf beeindruckende Weise ihre Klasse und Konstanz.

Hochspannende Duelle Finnen vs Foils

Richtig spannend wurde es am vierten Tag: Mehr als 35 Knoten wurden am Morgen auf dem Kurs gemessen, allerdings mit starken Böen und immer größer werdenden Windlöchern. Jordy Vonk wählte ein Finnen-Setup und konnte so einige seiner Läufe gewinnen, dahinter waren Finnen und Foils bunt gemischt. Viele Crashes und enge Szenen sorgten für Spannung und zwei Vorentscheidungen: Amado Vrieswijk schied in der vierten Elimination bereits im ersten Lauf aus - damit waren seine WM-Chancen arg zusammengeschmolzen, den sein enger Konkurrent Maciek Rutkowski fuhr solide bis ins Finale.

Kurz darauf schied der bislang Führende in der Event-Wertung, Matteo Iachino, in einem Foto-Finish im Halbfinale aus und rutschte dadurch auf Rang drei ab. Nicolas Goyard holte den Sieg und belegte damit Platz zwei. Bei den Damen konnte Sarah-Quita Offringa mit einem zweiten Platz ihre Klasse zeigen, ganz vorne ging abermals Marion Mortefon über die Ziellinie. Gegen Mittag ließ der Wind jedoch abrupt nach, so dass keine weiteren Wettfahrten mehr möglich waren und die Entscheidungen auf den hochspannenden letzten Tag verschoben wurden, an dessen Ende Rutkowski und Mortefon jubeln durften!

Antoine Albeau wird verabschiedet

Am Ende des Events wurde dann noch Antoine Albeau nach dem letzten PWA-Event seiner Karriere gebührend verabschiedet:

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Ergebnisse PWA Worldcup Japan

Damen

  1. Marion Mortefon
  2. Justine Lemeteyer
  3. Delphine Cousin Questel
  4. Helle Oppedal
  5. Blanca Alabau
  6. Ma Kwan Ching
  7. Sarah-Quita Offringa
  8. Jenna Gibson
  9. Rina Niijima
  10. Veerle ten Have

(Event-Wertung gleichzeitig auch WM-Stand)

Herren

  1. Enrico Marotti
  2. Nicolas Goyard
  3. Matteo Iachino
  4. Maciek Rutkowski
  5. Johan Soe
  6. Mateus Isaac
  7. Amado Vrieswijk
  8. Pierre Mortefon
  9. Basile Jacquin
  10. Jordy Vonk

WM-Ranking Slalom Herren

  1. Maciek Rutkowski
  2. Matteo Iachino
  3. Enrico Marotti
  4. Amado Vrieswijk
  5. Nicolas Goyard
  6. Mateus Isaac
  7. Pierre Mortefon
  8. Johan Søe
  9. Jordy Vonk
  10. Sebastian Kördel

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