Mit dem neuen X_Pace wird neben dem E_Pace (camberloses Freeridesegel) und S_Pace (2-Cam Freerace) die Duotone-Range an Flachwassersegeln sehr sinnvoll komplettiert. Gegenüber dem E_Pace mit sechs Latten kommt das X_Pace durchweg mit sieben Latten und geringfügig gestreckterer Outline – also etwas längerem Vorliek bei gleicher Segelfläche. Auf der Waage zählt das X_Pace zu den leichteren Segel dieser Gruppe. Bei der Diät haben die Entwickler aber anscheinend sehr zielgerichtet abgespeckt, denn das Segel macht einen gut verstärkten und soliden Eindruck. Eingespart wurde eine zweite Schothornöse und der Protektor fällt sehr dünn aus. Im Gegenzug wirkt der verwendete Monofilm durchweg solide. Auch im Toppbereich, wo NeilPryde etwa auf dünneres Material setzt, greift sich der Monofilm sehr vertrauenserweckend. Und die zusätzlichen Verstärkungen an den vorderen Enden der Latten beispielsweise sind überdurchschnittlich robust ausgeführt: mit Gurtband über der Latte und einem Kevlar-Patch an der Masttasche bei den untersten drei Latten. Die Diagonallatte in der Gabel wird durch eine Gummileiste geschützt, konzentriert auf den Bereich, wo das Risiko des Scheuerns besteht. Die Lattenenden am Achterliek haben ebenfalls gewichtsoptimierte, kleine Gummiaufsätze.
Das Segel zeigt auf dem Platinum RDM mittelhohe Trimmkräfte, ein einzelner Trimmpunkt im Segel zeigt, wann du mit dem Vorliek fertig bist. Zusätzlich findet man in der Masttasche ein pfiffiges Feature: In einem kleinen Sichtfenster genau dort, wo Mast und Verlängerung aufeinander treffen, lässt sich eine Klettmarkierung individuell ausrichten. Wenn du einmal deinen optimalen Trimm gefunden hast, platzierst du die Marke direkt an der Kante und kannst künftig schnell und sicher immer wieder den gleichen Trimm finden. Beim Test war der Trimmpunkt eine gute Orientierung, dann benötigt das Segel am Vorliek kaum Anpassungen. Das Schnittkonzept mit deutlich sichtbarem Profil an Land bewirkt, dass sich die unteren Latten seitlich am Mast vorbei schieben. Auch bei korrekter (höchstens sehr leichter) Schothornspannung stützen sich die Latten leicht seitlich am Mast. Der Twist übers Achterliek wirkt sehr gleichmäßig, vier zusätzliche Mini-Latten stabilisieren effektiv.
Mit der vergleichsweise langen Gabel wirkt das Segel rein optisch beim Losdümpeln etwas größer – aber das ist es mit 7,3 Quadratmetern auch tatsächlich. Erstaunlicherweise liegt es dabei erfreulich leicht und gut dirigierbar in der Hand. Das Profil steht faltenfrei und solide da, etwas Dämpfung ist auch eingebaut, aber das sportlich direkte Grundgefühl überwiegt. Das straff gespannte und im Bereich der Gabel tiefe Profil zieht stabil ins Gleiten, nahezu selbstständig legt sich das Segel mit dem weit ausgestellten Unterliek auf dem Board ab und stabilisiert sich dort in sportlicher Raceposition. Mit geringen bis moderaten Haltekräften vermittelt das Segel einerseits eine direkte Verbindung, das harmonisch twistende Achterliek federt Böen gut ab und ermöglicht sehr guten Topspeed – so fühlt sich Freerace an!
Mit dem X_Pace sind endlos lange Schläge ebenso entspannt möglich, wie es sich für kürzere, überpowerte Topspeed-Runs maximal aufladen lässt. Auch ohne Umzutrimmen ist die Windrange groß, und auch bei etwas mehr Schothornzug für maximale Kontrolle bleibt die gute Gleitleistung weitgehend erhalten. Das leichte Gefühl findet sich auch in der Halse wieder. Wird das Segel bei Gleitwind auf dem empfohlenen RDM-Mast sportlich genutzt – nach dem Schiften dynamisch mit der hinteren Hand dichtziehen – rotieren die Latten in einem Rutsch um den Mast. Es liegt dabei leicht in der Hand und schiftet schnell. Bei zaghafter Halsentechnik erfordern die beiden untersten Latten dagegen auch mal Nachhilfe.
Das X_Pace vermittelt ein richtig sportliches Feeling, kombiniert mit sehr guten Fahrleistungen. Vor allem die Fahrstabilität, eine Top-Kontrolle und das immense Speedpotenzial bei starkem Wind machen das X_Pace zu einem gelungenen camberlosen Freeracesegel.
STÄRKEN: Schnell, druckpunktstabil, sportliches Feeling, Ausstattung und Dimensionierung der Materialien
SCHWÄCHEN: spürbare Lattenrotation
BESONDERHEITEN: Innovatives System zum Check der Vorliekspannung
*surf-Messung
| Größe | Vorliek | Latten | Mast** | Gabel | Preis |
| 5,4 | 412 | 7 | 400 | 172 | 889 |
| 5,8 | 424 | 7 | 400 | 178 | 909 |
| 6,2 | 446 | 7 | 430 | 186 | 929 |
| 6,6 | 458 | 7 | 430 | 194 | 949 |
| 7,3 | 482 | 7 | 460 | 204 | 979 |
| 7,8 | 494 | 7 | 460 | 210 | 999 |
**ausschließlich RDM
Dieses Segel ist Teil des großen No Cam Freeride-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone X_Pace, GA Matrix, Goya Mark 7, GunSails Rapid, NeilPryde Speedster Evo, Sailloft Cross und Severne NCX. Alle Testergebnisse in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!
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