Freeridesegel No Cam 2026Das NeilPryde Speedster Evo im Test

Surf Testteam

 · 02.09.2026

Das NeilPryde Speedster Evo bringt Worldcup-Gene in die Freeride-/Freerace-Gruppe
Foto: surf Team
​Mit dem NeilPryde Speedster Evo lässt die Marke deutlich mehr Worldcup-Elemente in das camberlose Freeracesegel einfließen. Das hat der Leistung nicht geschadet – ohne das Handling zu schmälern.

​Evolution ist eine natürliche Veränderung oder Anpassung. Bei NeilPryde – und in der Freeraceklasse allgemein – wird häufig eine Leistungssteigerung erwartet. Ähnlich wie in anderen Sportarten geht das oft mit Gewichtseinsparungen einher. Mit 4,25 Kilo hat NeilPryde eine neue Marke gesetzt – weshalb es aber auch bei flegelhaftem Umgang weniger Toleranz zeigt. Mit einem Materialmix ähnlich wie beim RS:Racing liegen einige der Tuningmaßnahmen bereits in der Boxengasse unverhüllt sichtbar. Wie Auspuff-Attrappen an einem Elektroauto verpasst die mehrteilige, schwarze Vorlieksbahn – bei NeilPryde „taffeta luff“ genannt – dem Segel aus der Ferne die Optik eines Racesegels mit riesiger Masttasche und vielen Cambern. Dabei steckt in der leichten, mehrteiligen Masttasche bis zur Größe 7,0 lediglich ein schlanker RDM-Mast. Der ist allerdings hinter verschließbarem Neopren, aerodynamisch optimiert, in der Mastaussparung gut versteckt.

Gewicht wurde beim leichten Masttaschenmaterial gespart und beim Monofilm im Toppbereich, wo es überpowert in Böen auch mal kurz hörbar flattert. Im Segelfenster und Unterliek fällt die Materialstärke normal solide aus. Bei den obersten Latten wurde ebenfalls auf echte Lattentaschen verzichtet, stattdessen überlappen die Segelbahnen sehr breit, mit Platz für die Segellatten zwischen den Nähten. Maßnahmen, die den Schwerpunkt nach unten bringen und damit Handling und Kontrolle verbessern können. Die breite Vorlieksbahn schränkt die Sicht schräg nach vorn geringfügig stärker ein. Die Zugschlaufe an der Masttasche ist höher angenäht als üblich, so kann man den Mast bei hochgeklapptem Protektor besser reinschieben. Die üblichen Lattenspanner lassen sich mit kräftigen Fingern ohne Werkzeug bedienen. Bereits an Land hat das Segel ein sichtbares, sich gleichmäßig nach oben verflachendes Profil. Die Latten stehen knapp am Mast an oder direkt dahinter. Im Bereich der Gabel wirkt die maximale Profiltiefe im Vergleich geringfügig weiter hinten positioniert als beispielsweise bei Severne oder Duotone.

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Maximale Leistung und vorzügliches Handling

Das leichteste Segel auf der Waage spielt den Vorteil auch auf dem Wasser aus. Im Dümpeln und beim Angleiten wirkt das neue Evo besonders leicht. Und auch beim Dichtholen in der Angleit- und Beschleunigungsphase ist weniger Kraft erforderlich als gewohnt. Dabei vermittelt das Segel genau die Dosis Betonung der hinteren Hand, die für druckvolles Beschleunigen so hilfreich ist. Du ziehst das Segel nach hinten und runter, schon spurtet das Speedster eindrucksvoll los – auf Asphalt würde es wohl nach verbranntem Gummi riechen. Schon bei leichtem Gleitwind bietet das Segel so viel Lift, dass du das Board easy ankanten und gut Druck auf die Finne ausüben kannst, was sich in Bestleistungen im Speed, Durchgleiten und Höhelaufen auszahlt. Glücklicherweise bleibt dieser Lift bis in den oberen Windbereich gut beherrschbar.

Unser Trimm für eine große Windrange war knapp unterhalb der Maximum-Markierung am Vorliek, mit nur locker eingehängtem Schothorn. So baust du nach unserer Erfahrung Power und Kontrolle ins Segel – das sich immer gut aufs Deck ablegen lässt und dort vor allem besonders stabil steht. Böen werden mit gleichmäßiger Zugerhöhung auf den Händen quittiert und vor allem in weitere Beschleunigung umgesetzt. Insgesamt zeigt sich das Segel als einfach zu trimmen, die erforderlichen Kräfte für den vorgesehenen Max-Trimm am Vorliek sind allerdings recht ordentlich. Besonders fahrstabil und mit sehr gut kontrollierbarer Kraftentfaltung auch bei starkem Wind surft das Segel im gesamten Windbereich an der Spitze und schneidet damit besonders ausgewogen ab. Das Handling ist vorzüglich, mit kaum wahrnehmbarer Rotation der Latten. Und nach dem Schiften liegt – egal wie schnell du aus der Halse kommst – sofort wieder das volle Drehmoment an.

surf-Fazit zum NeilPryde Speedster Evo 7,0

Hier gibt es camberlose Maximalleistung über den gesamten Windbereich – mit direktem, sportlichem Freerace-Feeling bei obendrein sehr leichtem Halsenhandling.

STÄRKEN: Gleiten, Speed, Kontrollierbarkeit, Handling
SCHWÄCHEN: Etwas empfindlicheres Masttaschen- material, vergleichsweise dünner Monofilm oben
BESONDERHEITEN: Verschließbare Gabelaussparung.

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Technische Daten NeilPryde Speedster Evo 7,0

  • Segelgewicht: 4,25 kg*
  • Mastgewicht: 1,9 kg*
  • Gabelaussparung: 110 - 149 cm*
  • Verwendeter Mast: NeilPryde TPX100 RDM 460; 949 Euro
  • Preis: 1079 Euro
  • Infos unter: neilpryde.com

*surf-Messung

NeilPryde Speedster Evo: Verfügbare Größen und Daten

GrößeVorliekLattenMastGabelPreis
5,04046370 RDM170969
5,54176400 RDM177999
6,04356430 RDM1841029
6,54526430 RDM1901059
7,04696460 RDM1971079
7,54867460 SDM2031099
8,05037460 SDM2101129

​​Dieses Segel ist Teil des großen No Cam Freeride-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone X_Pace, GA Matrix, Goya Mark 7, GunSails Rapid, NeilPryde Speedster Evo, Sailloft Cross und Severne NCX. Alle Testergebnisse in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!


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