Der Super Ride kam 2020 als Nachzügler in die JP-Familie – als Magic Ride und Super Sport bereits ausgewachsen waren. Mit schlankerer Outline als der besonders einfach zu surfende Magic Ride bot es bereits in früheren Vergleichstests die agileren, leichtfüßigeren Halseneigenschaften und war obendrein eine Nuance schneller. Das macht nun den Vergleich in der Freeraceklasse interessant. Bei nahezu gleicher Breite und etwas schmalerem Heck ist der JP-Australia Super Ride 135 trotzdem um 13 Liter mehr aufgepumpt als der vergleichbare Super Sport. Bei der Auswahl für den Test haben wir die ähnliche Breite als wichtigeres Kriterium angesehen. Das zusätzliche Volumens steckt überwiegend im voluminösen Bug und in den volleren Rails, besonders im Bereich der Mastspur. Das V im Unterwasserschiff ist ebenfalls verrundet, fällt aber vor allem in der vorderen Boardhälfte deutlich stärker aus.
Die Schlaufenreihen bieten viel Spielraum in Längsrichtung und sitzen weiter innen als beim Super Sport, die Innenposition ist durchaus für Freeride-Aufsteiger geeignet. Für schnelle Boxenstopps werden alle Schrauben mit Torx bedient, die robuste G-10-Finne ist in einer verstärkten Foil-Tuttlebox verankert. Mit 135 Litern unter der Haube ist der Super Ride eigentlich eine halbe Nummer größer als das Gruppenmittel, andererseits passt die Breite sehr gut. So jedenfalls zieht der JP beim Angleiten aus dem zusätzlichen Hubraum maximalen Nutzen und schiebt die Nase als erstes über die Gleitschwelle. Das muss man erst mal aufholen. Zumal du auch ebenso flink in den Schlaufen bist und dich bereits gemütlich aufs Reisetempo vorbereiten kannst, während auf einigen Semi-Raceboards noch Zehenhakeln mit den Fußschlaufen veranstaltet wird. Wenn es darum geht, früh und einfach anzugleiten, kommt in dieser Gruppe am Super Ride kein Board vorbei.
Bei der weiteren Beschleunigung wirst du nicht gerade in die – sehr bequemen, gemäßigt weit außen vorgesehenen – Schlaufen gepresst. Du brauchst hier nicht die Nehmerqualitäten eines Jetpiloten, denn dieser JP beschleunigt nicht ruckartig und bissig, sondern eher konstant und dafür unaufhaltsam. Selbst bei lässigem Abhängen an der Gabel kommt der Super Ride auf guten Speed, hohes Fahrkönnen ist nicht erforderlich. Im autonomen Surfen auf der linken Spur wirst du bei starkem Wind vielleicht mal von Futura und Co. weggeblinkt, dafür genießt du den guten Speed bei maximalem Komfort und kannst mit 70 Prozent Krafteinsatz gefühlte 95 Prozent der möglichen Leistung aus dem Board holen.
Easy Going ist auch das Motto beim Wenden, wenn du gemütlich auf dem breiten Deck um den Mastfuß spazierst. Du magst es auch sportlicher? Perfekt, denn Gleithalsen nahezu ohne Speedverlust gelingen auf dem Super Ride besonders einfach. Das Board greift nach dem Einleiten der Powerhalse sicher, schneidet dabei durch Kabbelwellen so sanft wie das Tortenmesser durch die Donauwelle. Es hält eigenstabil den eingeschlagenen Radius und kommt auch ohne perfekte Belastung mit gutem Gleitspeed aus der Kurve – und mit guter Technik dann nahezu ungebremst.
Der JP-Australia Super Ride ist ein sehr halsenfreudiges Freerideboard mit sportlichem Touch, aber ohne bissiges Freerace-Feeling. Perfekt für mühelos durchglittene Powerhalsen und guten Speed – und das alles ohne fahrtechnisch fortgeschrittene Tricks.
Sehr einfaches Angleiten und Powerhalsen, Fahrkomfort
Foil ready; mehr Freeride- als Freeracefeeling
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*surf-Messung, ohne Finne und Schlaufen
| Volumen | Breite | Länge | Gewicht** | Finne |
| 115 | 69 | 238 | 7,5/- | 38 |
| 125 | 73 | 240 | 7,7/9,0 | 40 |
| 135 | 77 | 242 | 8,1/9,4 | 42 |
| 145 | 81 | 246 | 8,6/9,9 | 44 |
**Herstellerangabe, Wood Pro/ES, Preise: 2499/1899 Euro
Dieses Board ist Teil des großen Freerace-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone Blitz, Future Fly White Tiger, Goya Bolt, JP-Australia Super Ride, JP-Australia Super Sport, Patrik F-Race, Severne Fox, Starboard Futura, Tabou Fifty und Tabou Rocket+. Alle Testberichte in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!
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