In den Größen 110 bis 135 Liter wurden beim Starboard Futura für das Jahr 2026 vornehmlich die Cut Outs überarbeitet. Der 95er soll mit verlängerter Gleitfläche und 59er Breite die ganz neue Defi-Wind-Alternative zum Slalomracer sein. Und natürlich für alle anderen Starkwind-Spots mit langen Runways. Alle Größen sind ausschließlich in der sehr leichten Wood-Sandwich-Version verfügbar. Unter den markanten konstruktiven Eigenheiten sind die ausgeprägten Cut-Outs im Heck, die über einen zusätzlichen Step verfügen und sich weit nach vorne erstrecken, besonders auffällig. Die Nase ist vergleichsweise stark aufgebogen „wie ein türkischer Pantoffel“. Die Kanten fallen durchweg bullig und boxig aus, während die äußere Schlaufenposition weit außen platziert ist. Die Pads ziehen sich weit um die Kanten und sind unter den Fersen bei der hinteren Schlaufe besonders dick und erweisen sich als die weichsten der gesamten Testgruppe. Unter der vorderen Schlaufe ist der Kontakt straffer und direkter. Die dick gepolsterten, bequemen Starboard-Schlaufen werden mit Torx-Schrauben fixiert, wobei zwei vergleichsweise weit außen liegende Dübelreihen zur Verfügung stehen.
Die kurze Mastspur ist um über einen Zentimeter abgesenkt, und der gesamte vordere Bereich des Boards ist leicht konkav gehalten. Im Vergleich zu einem Board wie dem Fox bietet der Starboard Futura vor der Mastspur rund 17 Zentimeter weniger Länge, was sich spürbar auf das Fahrverhalten auswirkt. Im Heck steckt eine racige, gerade Carbon-Finne mit 42 cm Länge. Die Bodenkurve ist hinten mit 94 Zentimeter Gleitfläche sehr gerade und geht dann schnell in den steilen Scoop über. Besonders vor der Mastspur ist das V in der Gleitfläche deutlich sichtbar ausgeprägt, die Doppelkonkaven fallen dagegen sehr dezent aus.
Das Angleiten auf dem Starboard Futura will gelernt sein. Die kurze, breite Form und das nach hinten verlagerte Volumen erfordern eine klare Technik: etwas weiter hinten stehen, idealerweise leicht abfallen und bereits im Halbgleiten in die Schlaufen steigen – wer das nicht beherzigt, wird feststellen, dass das Board länger schiebt und sich der Übergang ins Gleiten verzögert. Das schmal eingezogene Heck ermöglicht dafür auch mit dem hinteren recht leichtes Reinschlüpfen in die Schlaufen.
Im Gleiten zeigt der Futura dann sein wahres Gesicht: Die Beschleunigung in Böen ist beeindruckend, es fliegt förmlich über den Chop, die Dämpfung unter den Schlaufen ist wirkungsvoll, und bei Topspeed bietet es eine super freie Gleitlage, die sich aber leicht kontrollieren lässt und maximalen Fahrspaß bietet: Vollgas ballern übers Kabbelwasser – wenn der Futura in seiner Paradedisziplin die Kür abliefert, steht Racern das Wasser in den Augen. Halsen und Wenden sind auf dem Futura dagegen das Pflichtprogramm. Zum Wenden gehts auf den dünnen Bug bergab. In der Halse ist die volle Einfahrgeschwindigkeit zwar möglich, aber dosiertes Steuern Pflicht. Denn ordentliches Durchgleiten gelingt nur bei mittleren Radien, bei weiten Carving Turns bremst der breite Bug.
Wer sein Segel gerne groß und angepowert fährt und Gefallen an schnellen, langen Schlägen findet, bekommt hier einen überzeugenden, super schnellen Freeracer: mit bester Kontrolle auch dann noch, wenn alle anderen bereits kleinere Segel aufriggen.
Kontrolle bei Starkwind; Topspeed, Fahrkomfort
Keine Foil-Option
Passives Angleiten
*surf-Messung, ohne Finne und Schlaufen, ** die Größen 95 bis 110 kosten 2699 Euro
| Volumen | Breite | Länge | Gewicht*** | Finne |
| 95 | 59 | 225 | 6,4 | 32 |
| 105 | 67 | 229 | 6,8 | 36 |
| 110 | 71 | 229 | 7,0 | 38 |
| 120 | 76 | 230 | 7,4 | 42 |
| 135 | 83 | 234 | 8,0 | 44 |
***Herstellerangabe
Dieses Board ist Teil des großen Freerace-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone Blitz, Future Fly White Tiger, Goya Bolt, JP-Australia Super Ride, JP-Australia Super Sport, Patrik F-Race, Severne Fox, Starboard Futura, Tabou Fifty und Tabou Rocket+. Alle Testberichte in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!
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