boot 2023Die Messe-Neuheiten bei GunSails

Tobias Frauen

 · 22.01.2023

Jörg Müller, Chef von GunSails, mit dem neuen Flylite.
Foto: Tobi Frauen

Mit dem Flylite präsentiert GunSails auf der boot ein neues Foil-Segel ohne Camber für Aufsteiger und Freerider. Neben dem Seal gibt es auch das Torro und das Zoom jetzt in der nachhaltigeren “Re-”Variante. Außerdem wollen die Saarbrücker den Bau von Surfboards revolutionieren.

Bei den meisten Segellinien setzt GunSails für 2023 auf Updates und Optimierungen. So wurden beim Wavesegel Seal beispielsweise die Anordnung der Latten und die Krümmung der Masttasche verändert, so GunSails-Chef Jörg Müller im Gespräch mit surf. Ganz neu im Sortiment ist das Flylite, ein camberloses Foil-Segel, das sich vor allem an Freerider und Einsteiger in den Foil-Bereich wendet. “Wir haben ein Foilsegel mit zwei Cambern und ein Rennsegel, da sind wir gut aufgestellt. Jetzt ein gibt es mit dem Flylite ein drittes Segel, dann decken wir auch den gesamten Foilbereich ab”, so Müller.

Neu sind auch das Re-Torro und das Re-Zoom als Brüder der normalen Varianten, die im Zeichen der Nachhaltigkeit stehen. “Der Kunde kann auswählen, ob er sich ein normales Segel holt oder eines, wo der Großteil des Materials aus recycelten PET-Flaschen gefertigt ist“, berichtet Jörg Müller. Weil mit den drei Re-Linien das Material günstiger wird, sind zumindest Re-Seal und Re-Torro zum gleichen Preis zu haben wie die herkömmlichen Varianten. Beim Re-Zoom hingegen ist mehr X-Ply verbaut als beim Zoom, so dass es laut Müller ein wenig teurer wird.

Auch die Taschen und einige Features der Neoprenanzüge sind aus nachhaltigen Materialien gefertigt. “Das gehört zu unserem Konzept, dass wir versuchen, uns da nach und nach umzustellen”, beschreibt Jörg Müller die Nachhaltigkeits-Pläne von GunSails. “Es ist nach wie vor viel Plastik, aber wir gucken schon dass die Verpackung wenigstens stimmt.”

GunSails will den Surfboard-Bau revolutionieren

Dazu passt, dass GunSails mit einer neuen Bauweise den Bau von Surfboards revolutionieren will. Kanoa Boards, die Wellenreitermarke von Thilo von Osterhausen, hat sich eine “Honey Root Technology” (HRT) genannte Technologie patentieren lassen, bei der das Board aus 100% recycleten Materialien besteht. “Man kann das Board komplett schreddern und hat dann das Rohmaterial, aus dem man ein neues Brett bauen kann”, erzählt Jörg Müller. Das sei auch auf Windsurfboards übertragbar und soll zusammen mit dem Partner Sunova weiter vorangetrieben werden. Später solle es dann möglicherweise eine Lizenz für andere Marken geben.

Nicht auf dem Stand zu sehen ist dieses Jahr das Bow, hier wird laut Müller an einer zusätzlichen, camberlosen Variante gearbeitet. “Das ist nicht ganz einfach, weil man einen Mast mit starker Biegung in einer recht starren Masttasche unterbringen muss.” Im Bereich der Cambersegel kündigte der GunSails-Boss etwas ganz Neues für 2024 an.

Beim Wing-Material ist GunSails inzwischen lückenlos aufgestellt. Der Wing wird im Laufe des Jahres überarbeitet, die Hardboards zum Wingfoilen haben Ende 2022 die schon vorhandenen Inflatables ergänzt. Auch bei den Foils soll es im Laufe des Jahres noch weitere Neuerungen geben.


Mehr zur boot 2023: