Tobias Frauen
· 21.03.2023
Wir steigen ins Archiv und werfen einen Blick in alte Ausgaben! Hier zeigen wir euch die besten Fundstücke, bemerkenswerte Test-Ergebnisse, skurrile Anekdoten und vieles mehr! In dieser Folge geht es zurück ins Jahr 1982!
surf testet vor Gran Canaria acht neue Funboards, also sportliche Bretter zum Gleiten, Springen und mehr. Mit dabei: Der Mistral Take Off als Weltpremiere, der allerdings unter seinem unausgereiften Finnen-Klapp-System leidet. Der Bic Show ist das “hässliche Entlein” und wenig beliebt bei den Testern. Erst nach einem Machtwort von Testleiter Wolfgang Windhager steigt Kutte Priessner auf das Brett - und fährt den anderen um die Ohren. Der TenCate (”das Ei aus Holland”) fällt komplett durch, der Point Rainbow leidet unter dem miserablen Rigg: “Dieses Tuchwerk lässt sich kaum noch als Segel bezeichnen!” Der löffelförmig gebaute Dynamit überzeugt mit herausragendem Speed, ist aber ansonsten kaum fahrbar.
In der Mai-Ausgabe 1982 feiert surf den 15. Geburtstag unseres Sports - erkennbar auch am besonderen Cover und vielen zusätzlichen Seiten. Darin: Eine große Geschichte, wie Jim Drake das Windsurfen erfand, eine große Fotostory mit Bildern aus jedem Jahr, ein Porträt von Deutschland Surf-Pionier Calle Schmidt und die besten Patent-Umgehungen. Außerdem wurde surf gleichzeitig fünf und zeigte die Highlights der bisherigen Geschichte.
Heutzutage kennt fast jeder Surfer Tarifa, 1982 musst der surf-Autor noch überzeugtw erden, sich doch mal diese touristisch noch relativ unberührte Gegend anzuschauen. In der Hoffnung auf andalusische Authentizität angereist, sorgen die Bettenburgen von Torremolinos auf der Fahrt vom Flughafen zunächst für Ernüchterung - um dann vom Poniente begeistert zu werden. Damals gab es nur eine Station am Strand, die speziell gefertigte 3,8-Quadratmeter-Sturmsegel und Boards aus Hawaii vorhielt. Sicherheit wird groß geschrieben, alle Kunden bekommen eine Leuchtrakete, Alufolie im Trapez zur Radar-Ortung und ein ausführliches Merkblatt mit aufs Wasser. Zudem sind die Masten transparent, um mögliche Haarrisse schnell erkennen zu können. Außer Surfen ist noch nicht viel los: “Es gibt weder Telefon noch Television, und um zehn Uhr schickt José, der Barjunge, selber sichtlich müde, seine Gäste kurzerhand ins Bett.”
Der PanAm-Cup auf Oahu galt damals als härtestes Rennen der Welt, doch 1982 kommt es statt spektakulärer Rennen auf dem Dreieckskurs nur zu kurzen Rennen durch die Brandung. Gewinner war wie zu erwarten Robby Naish - auch wenn der damals 18-Jährige zwischendurch eine schlaflose Nacht in der Klinik verbrachte, weil er bei der Geburt seiner Tochter Nani dabei war. Einige Teilnehmer zeigen “die neue Enten-Halse (dug-gybe), bei der das Segel über den Kopf geschwenkt wird”. und kurz zuvor war Jim Drake auf Oahu mit einer neuen Erfindung gesichtet worden, einem Horizontal-Rigg, ähnlich den heutigen Wings und ein Vorgänger der “Wind Weapon”. Mit verstellbaren Mastfüßen und Profil-Einsätzen an der Masttasche zeigen sich auch andere Fahrer experimentierfreudig.
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