Bei der Weiterentwicklung des Rapid hat Gunsails für 2026 vor allem Feinarbeit geleistet, um Gewicht zu reduzieren – wie etwa beim neuen, geraden Schnitt des Unterlieks vom Trimmblock zur ersten Latte, der einige Verstärkungen einsparen soll. Wenn es um Ausstattung und Materialdimensionierung geht, kann man sich aber weiterhin auf besonders solide Qualität verlassen. Wenn sieben Latten im stabilen X-Ply-Rahmen auf die Wiese rollen, klingt das schon solide und auf keinen Fall unterdimensioniert. Statt mit Folienstreifen wird das potenziell stärker arbeitende Achterliek beispielsweise mit insgesamt fünf aufgenähten Mini-Latten in Form kleiner „Essstäbchen“ verstärkt. Dabei ist die gesamte Hinterkante des Segels bereits in X-Ply eingefasst und oberhalb der Gabel mit aufgeklebtem Dacron verstärkt. Die Gummileiste an der Unterkante ist besonders dick und beide unteren Latten haben als Scheuerschutz eine Gummileiste aufgenäht – das sieht man selten so verstärkt.
Die doppelte Vorlieksbahn besteht aus einer Bahn X-Ply und einem Monofilmelement. Insgesamt wirkt die Anordnung der Bahnen vergleichsweise aufwändig, auch oben zwischen den Segellatten sind die Bahnen mehrteilig aus verschiedenen Tuchmaterialien eingesetzt. Der großflächige Monofilm ist allerdings nur „normal“ dick ausgewählt. Sieben Latten sollen das Profil im Zaum halten, allesamt Tube-Latten mit kräftigem Durchmesser, denen man das durchaus zutraut. Das Rapid kommt mit 2,07 Meter Gabellänge und einem langen Überstand auf die vermutlich längste Segelsehne. Die beiden Schothornösen liegen in Längsrichtung deutlich weiter auseinander als in der Höhe. Zum Trimmen hilft der gut sichtbare Punkt im Segel, an dem man den Verlauf der Falten gut erkennen kann. Bei passendem Vorliekszug zeigt das Segel sehr viel Loose Leech bis zur Gabel hinunter, weiterhin einen erkennbaren Bauch in den unteren Latten, und diese stehen leicht seitlich am Mast an. Am Schothorn wird der Tampen entweder nur locker eingehängt oder ganz leicht angezogen. Mehr Zug ist am Schothorn fast nie erforderlich.
Stabil und satt in der Hand vermittelt das Gun-Segel ein solides, sicheres Gefühl vom Start weg. Das Segel ist auf der Waage schwerer als alle anderen, was sich durch die genannten zahlreichen Verstärkungen und Features erklären lässt. Auf dem Wasser kann das Segel daraus aber ebenfalls einige Stärken ableiten. So liegt es besonders stabil in der Hand, in Böen dreht es nicht weg, es wird einmal tief auf dem Board abgelegt, dichtgenommen, das war‘s. Mit moderaten, gleichmäßigen Haltekräften donnert es dann dahin. Es verteilt nicht nur den Zug sehr gleichmäßig auf beide Hände, sondern hält auch das Board angenehm ruhig. Mit dosiertem Lift, um das Board leicht anzukanten, aber nicht übermäßig viel Zug auf der hinteren Hand, selbst bis in den oberen Grenzbereich. Und der reicht wirklich derart weit nach oben, dass man ohnehin schon lange ein kleineres Segel genommen hat, bevor das Rapid „die weiße Fahne hisst“.
Den druckvollen Schub beim Angleiten kann man durch Anpumpen noch wirkungsvoll verstärken, das leicht gedämpft wirkende Segel federt gut und gibt beim Pumpen zusätzlichen Lift, um das Board schnell auf die Finne zu bringen. Das Segel wirkt schnell, surft schnell und macht zum Freeracen uneingeschränkt Spaß. Es rotiert auch in der Halse gut, lediglich durch das höhere Gesamtgewicht, die lange Gabel und den dickeren SDM-Mast vermittelt es nicht ganz den spielerischen Charakter, den man in der Gruppe ebenfalls finden kann. Hinsichtlich der nutzbaren Windrange in einem Trimm, Fahrstabilität und der erzielbaren Geschwindigkeit lässt sich das Rapid aber nicht abhängen.
Das Rapid bietet in einem Trimm eine besonders großer Windrange mit bestmöglicher Kontrollierbarkeit. Wer ein Segel mit maximaler Range, Speed und einfachem, kraftsparendem Fahrhandling auf langen Speed Runs sucht, liegt hier goldrichtig.
(+) STÄRKEN: Gleiten, Speed, Kontrolle, Fahrkomfort
SCHWÄCHEN: Keine
BESONDERHEITEN: Rollenblock gedreht, lange Gabelaussparung.
*surf-Messung
| Größe | Vorliek | Latten | Mast*** | Gabel** | Preis |
| 5,2 | 400 | 7 | 370/400 | 167/174 | 555 |
| 5,7 | 422 | 7 | 400 | 178/183 | 559 |
| 6,2 | 440 | 7 | 430 | 185/192 | 569 |
| 6,7 | 458 | 7 | 430 | 192/199 | 589 |
| 7,2 | 469 | 7 | 460 | 200/207 | 599 |
| 7,8 | 482 | 7 | 460 | 205/212 | 619 |
| 8,4 | 492 | 7 | 490 | 214/221 | 629 |
** je nach gewählter Schothornöse; *** alle Größen wahlweise für RDM oder SDM, Ausnahme 8,4: nur SDM
Dieses Segel ist Teil des großen No Cam Freeride-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone X_Pace, GA Matrix, Goya Mark 7, GunSails Rapid, NeilPryde Speedster Evo, Sailloft Cross und Severne NCX. Alle Testergebnisse in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!
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