Geht’s noch?!Auf und davon - die verschiedenen Reise-Typen

Tommy Brandner

 · 05.07.2026

Geht’s noch?!: Auf und davon - die verschiedenen Reise-TypenFoto: Bernhard Förth
Auf geht’s in die Reisesaison! Davon träumt ihr doch schon lange. Ihr plant schon einen Trip? Mit Pkw, Wohnmobil oder im Flieger? Da ist es schlau, sich vorher zu informieren, am besten bei ein paar ganz ausgefuchsten Spezialisten.

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Aus jahrelanger Erfahrung kann ich sagen, dass es davon jede Menge gibt. Fast so viele wie Fußball-Nationaltrainer. Fangen wir doch klein an, schnell mal mit dem Pkw am Wochenende zum Gardasee. Zumindest von München aus ein kurzer Hüpfer. Ca. 380 Kilometer, viereinhalb Stunden Fahrzeit, wenn alles klappt.

Der Schnelle

„Was, viereinhalb Stunden? Drei Stunden 30, maximal, bin noch nie länger gefahren!” Also, erstens lügt der Kerl wie ein Präsident, und zweitens zählt so eine Rennsemmel nie die Anfahrt bis zur Autobahn mit, und auf Stopp wird schon kurz nach Bozen gedrückt. Italien ist Italien, das spart locker eine Stunde. Aber egal wohin es gehen soll, der Typ braucht immer Stunden weniger. Komisch nur, wenn man gleichzeitig losfährt, ist man jedes Mal vor ihm dort.

Der Konvoi-Fahrer

Überhaupt: Gemeinsam mit anderen fahren! Im Konvoi gibt es immer diesen einen, der ständig anhalten muss. Einmal muss er zur Toilette, dann tanken, weil er immer erst im Ausland tankt, der Sparfuchs, dann will er schnell noch was einkaufen, sich die Füße vertreten und so weiter, und so weiter. Bei zwei Autos verdoppelt sich so die Fahrzeit wie von selbst. Bei dreien bleibt man lieber zu Hause.

Die Stau-Suchmaschine

Schlimmer ist nur noch, der, der nie ankommt. Zwar sollte er z.B. um 20 Uhr in Kiel aufschlagen, ruft aber schon um 16 Uhr aus dem ersten Stau an. Dann um 17 Uhr aus dem nächsten usw., bis er dann gegen 24 Uhr eintrudelt. “Wir hatten auf derselben Strecke keinen einzigen Stau …” „Ja, eure tolle Strecke, eure Strecke war sowieso Mist, ich bin da gleich über Land eine Abkürzung gefahren.” „Und voll in den Stau!” „Konnte ich ja vorher nicht wissen. Aber dann bin ich zurück auf die Autobahn.” „Und dort in den nächsten Stau?” „Ja, irgendwie blöd.” Es gibt Typen die sowas anziehen, jedes Mal. Tipp: Nie bei ihnen mitfahren!

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Der Mitfahrer

Apropos mitfahren: Kennt ihr auch einen, der immer dann, wenn man zusammen wegfahren will kein Auto hat? Eigentlich wäre er dran mit Fahren, aber entweder hat er ein seltenes Problem mit dem hinteren Querlenker, oder die Kiste ist genau zum Reisetermin in der Inspektion. Wie dumm. Der Schmarotzer ist bloß geizig wie Hölle, bares Benzingeld rückt er nie raus, geht nicht, er zahlt ja nur elektronisch. Falls er aber wirklich mal fahren sollte, kassiert er den Zaster vorher.

Der Navigator

Langsam kommen wir ins Rollen. Noch schlimmer: der/ die Navigator/in auf dem Beifahrersitz.
„Alles okay, ich weiß schon, wo’s hin geht.”
„Quatsch, schau aufs Navi, du hättest da hinten abbiegen sollen!”
„Ich fahr hier schon seit fünfzeh…”
„Jaja, alles besser wissen, vielleicht haben die eine neue Straße und der Herr Fahrer weiß davon nichts.”
„Aber das alte Navi!”
„Dann fahr’ du doch!”
„Ich schau auf dem Handy in Google Maps, wie soll ich da fahren? So, jetzt links, liiinks! Nein, halt, rechts meine ich, reeeechts!”
„Na was jetzt, links oder das andere links?”
„Warte, ich schau nochmal genau und größer, ja, nein, rechts bei der nächsten und dann, warte mal, jaaa…”
„Ahem!” „Was? Stör mich jetzt nicht.”
„Hallo!”
„Was denn?”
„Wir sind da.
„Sag ich doch!”

Der Flug-Profi

Wer mit dem Flieger auf Windsuche geht, hat ganz andere Probleme. Stellt euch vor, ihr seid jahrelang nicht mehr über den Wolken unterwegs gewesen, steht jetzt im Terminal und sucht die freundliche Dame am Check-in-Schalter. Gibt’s nicht mehr! Nur noch DIY-Check-in mit Handy und QR-Code am Automaten! Doch davor gibt’s noch ganz andere Probleme, das Gepäck!
„Neinneinnein”, meint der Klugscheißer, „du hast 20 Kilo für dein Board und das Handgepäck.”
„Und meine Klamotten?”
„Kannst du doch extra dazubuchen.”
„Was, keinen Koffer?”
„Doch, aber nur in Kabinengröße.”
“Wie groß ist das?”
“Das kommt jetzt wieder auf die Fluggesellschaft und die Maschine an.”
„Aha. Und wenn die Kiste getauscht wird?”
„Dazu buchen.”
„Aha.”
„Übrigens, dein Board ist ja länger als einszwanzig.”
„Na und?”
„Dann musst du Überlänge dazu buchen.”
”Kann ich das nicht mit meinem Koffergewicht verrechnen?”
„Nein, da müsstest du schon noch ein Extragepäck dazu buchen, das geht aber nur bei Flügen vor dem 7.6. und bei gebuchtem Rückflug, logisch.”
„Logisch.”
„Hast du was zu essen dabei?”
„Wieso denn das?”
„Bei den Billigfliegern kriegst du nichts.”
„Lass mich raten – ich kann’s dazu buchen!”
„Genau.”
„Der Flug selbst und die Landung sind aber inklusive?”
„Sehr witzig, als ob das bisschen Extras irgendwie schwierig wäre. Weißt du was, genau wegen Passagieren wie dir haben sie nur noch den Automaten-Check-In. Wenn ich da am Schalter sitzen würde und so einer wie du kommt da ohne einen Fatz Ahnung an, ich würde auf und davon laufen!”

Wenn ihr so einen Berater-Freund habt, dann könnt ihr darauf nur antworten wie der Komiker Karl Valentin vor ca. 70 Jahren: „Auf“ brauchst du gar nicht zu laufen, „davon“ reicht mir völlig.

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