Geht’s noch?!Die bekloppteste Position für eine Actioncam

Tommy Brandner

 · 30.11.2025

Geht’s noch?!: Die bekloppteste Position für eine ActioncamFoto: Bernhard Förth
Gröbere Flauten können einen ganz schön mitnehmen. Manchmal so sehr, dass man auf unglaublich dumme Gedanken kommt.

Zum Beispiel: Wer hält es am längsten in einem feuchten Boardbag aus, oder wer schafft es, auf einem Bein stehend, seine Boardshort zu wechseln – natürlich direkt am Strand. Meinem Kumpel Max und mir fallen da immer wieder grandiose Schwachheiten ein. Letzte Woche bei Extremflaute hatten wir die ultimative Idee: Wer findet die bekloppteste Actioncam-Positionierung? 14 Tage Zeit, Siegerpreis: eine Kinokarte für „Angriff der Killertomaten“.

Da hatten wir uns was eingebrockt. Natürlich kannten wir alle üblichen Einstellungen, Shots von oben, vorne, hinten, am Trapez usw., es musste schon etwas ausgefallener sein. Es war easy, Max’ Sohn mit einem Zwanziger als Spion zu ködern, und er berichtete prompt, dass sein Vater aktuell mit einer Kameramontage auf seinem Fuß arbeitete. Er wollte damit die Kamera in Fahrt nach vorne und hinten schwenken, produzierte aber nur hochkapitale Schleuderstürze mit Bänderzerrungen.

Die Umsetzung meiner ersten Idee begann erst nach zehn Tagen, denn irgendwie war meine Kamera im Frühjahr in einen Füßling geraten und galt seitdem als verschwunden. Jetzt wiederentdeckt, roch sie komisch, ging aber noch. Ich montierte eine fünf Meter lange Stange am Masttopp, oben die Cam dran. Was für eine Einstellung! Doch nach nur zehn Metern Fahrt setzte sich eine bösartige Möwe drauf und schiss mir aufs Objektiv. Gut, dass ich noch eine andere Idee hatte.

Von meinem Spion erfuhr ich, dass Max sogar mit einem Acht-Meter-Ausleger am Heck experimentierte. Ob der Junge als Doppelagent arbeitete? Jedenfalls hatte das auch keine Zukunft, denn beim Halsen räumte er gleich vier Surfer in Luv ab. Mit der Ausrüstung konnte er sich, ohne Prügel zu beziehen, nicht mehr am Revier blicken lassen.

Die letzten Tage der Frist verliefen unter höchster Geheimhaltung an verschwiegenen Spots. Dann, am Tag der Entscheidung, präsentierten wir unsere Ergebnisse. Max zeigte stolz sein Video: 15 Minuten schwarzes Bild. „Was ist das denn?“ – „Mein Mast von innen bei Full Speed!“ – „Sagenhaft dämlich!“ Jetzt meine Aufnahme: 15 Minuten helles Flackern. „Unterwasser-Montage an der Finne!“ – „Man sieht auch nichts, klasse!“, meinte Max und schloss ab: „Blödsinn completed, unentschieden! Für diesmal …“

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