Keine Angst vor großen Namen: Der JP-Australia Freestyle Wave ist sogar beim Flachwasser-Freeriden komfortabel, gut kontrollierbar und dennoch sehr manöverfreudig.
Nomen est omen, der Name ist Programm: Beim JP-Australia Freestyle Wave gehen die Eigenschaften – glücklicherweise – noch über Freestyle und Wave hinaus. Genau genommen bietet diese Baureihe seit Generationen auch die wichtigsten Eigenschaften für Flachwasser, Kabbelwelle, Bump & Jump und Classic Moves. Während bei den meisten JP-Boards der Produktname nahezu wörtlich zu nehmen ist, braucht man sich beim Freestyle Wave selbst als Gelegenheitswindsurfer vor dem radikalen Image nicht zu fürchten.
Das größte Thruster-Finnen-Set in dieser Testgruppe verrät bereits einiges über die Eigenschaften. Eine 27er Center-Finne ragt aus der Powerbox, die Side-Fins stehen parallel – da hatten die Entwickler offensichtlich leichtes Angleiten, gute Fahrstabilität und auch weite Gleitmanöver besonders im Fokus. Das edel wirkende sichtbare Laminat ist nur an der Nose reparaturfreundlich schwarz lackiert. Das Deck wölbt sich im Bereich der Mastspur nur sehr gering, im hinteren Drittel deutlicher. So stehen die Füße bei außen montierten Schlaufen angenehm auf dem leicht verrundeten Bereich. Das Volumen ist über die Länge sehr harmonisch und gleichmäßig verteilt.
Die plane Gleitfläche unter den Füßen fällt mit rund 70 Zentimetern recht lang aus, eine Aufbiegung am Heck kann man nicht feststellen. Im Gegensatz zum Magic Move sind die Kanten seitlich an der Gleitfläche lediglich bis zu den vorderen Schlaufen scharf, zum Bug hin dann immer stärker abgerundet. Die Gleitfläche ist durchgehend mit einem starken V-Shape versehen, vorne noch doppelkonkav, an den Finnen dann als planes V. Alle Schrauben werden mit Torx sicher und komfortabel bedient, die Pads sind ebenfalls dick und fest, aber etwas grober strukturiert als die Fußpolster auf JP-Freerideboards wie Magic Move oder Supersport.
Trotz vier Liter mehr Volumen liegt der Freestyle Wave etwas wackeliger im Wasser als der Magic Move – ein erneuter Beweis, dass die Outline und vor allem der Deckshape eines Boards (flach oder gewölbt) mehr bewirken als ein paar Newton Auftrieb mehr oder weniger. Unterstützt von den großen Finnen gleitet auch der Freestyle Wave von JP überdurchschnittlich flott und einfach an, die Gleitlage ist hoch und frei mit angenehmer Dämpfung unter den Hacken, das deutliche V im Unterwasserschiff scheint gute Arbeit zu leisten.
Richtig gute Arbeit leistet das Board in Gleitmanövern jeder Art: Es lässt sich gut durch mittlere Radien carven, dreht beim 360er am Ende richtig schön eng und zieht bei weiten Halsen stabil seine Bahn, sodass auch Powerhalsen-Schüler sehr gute Erfolgsaussichten haben. In allen Halsenradien verzeiht der Shape kleinere Belastungsfehler, gleitet stabil weiter und hält brav den Speed. Und für enge Turns ist nicht einmal sonderlich viel Fußdruck erforderlich. Etwas mehr Nachdruck hilft dem Board dagegen auch gut auf die Sprünge. Die Schlaufen sind nicht so weit am Heck wie bei Kode oder Dyno, dementsprechend lässt sich das Board nicht ganz so leichtfüßig aus dem Wasser hebeln, aber auch für gesprungene Manöver gibt’s auf jeden Fall gute Noten.
Ein rundum gelungenes und ausgewogenes Crossover Board, das Gleiten und Komfort, aber auch Fahrspaß und gute Dreheigenschaften sehr harmonisch kombiniert. Gegenüber dem Magic Move verliert es beim Gleiten nur gering, dreht dafür flinker, springt besser und lässt sich mit kleineren Finnen auch noch richtig effektiv auf erste Ritte in gemäßigten Wellen trimmen.
Easy und komfortabel, top für Bump & Jump
Sehr große Center-Finne
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*surf-Messung
| Volumen | Breite | Länge | Gewicht** | Finne |
| 78 | 57 | 227 | 5,9 | 19+2x10 |
| 84 | 59 | 230 | 6,2 | 21+2x10 |
| 94 | 61 | 230 | 6,7 | 23+2x10 |
| 104 | 63 | 233 | 7 | 25+2x10 |
| 114 | 65 | 233 | 7,3 | 27 + 2x10 |
| 124 | 67 | 235 | 7,6 | 29+2x10 |
Dieses Board ist Teil des großen Freemove-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone Freewave, Goya One, JP-Australia Freestyle Wave und Magic Move, Patrik F-Cross, Severne Dyno, Starboard Kode, Tabou 3S+ und We One We Freewave.