Freemoveboards 2026Der Tabou 3S+ Team 116 im Test

Surf Testteam

 · 16.04.2026

Der Tabou 3S+ Team 116 zählt zu den "wavigen" Modellen im Test
Foto: surf Team
​Mit zwei Freemoveboards in der Modellpalette kann die Marke es sich erlauben, den Tabou 3S+ etwas radikaler auszulegen.

​Bei Tabou gedeiht der bunte Strauß an Boardmodellen weiterhin prächtig. In der Crossover- oder Freemove-Klasse stehen mit dem 3S Classic und dem 3S+ gleich zwei sehr unterschiedliche Modelle zur Wahl, und das auch noch in jeweils zwei Bauweisen. Die Gewichte zwischen Team-Edition und LTD liegen bei den Herstellerangaben nicht weit auseinander, im Team-Laminat wird das PVC-Sandwich, vor allem im Standbereich, großflächig mit Carbon statt mit Glasfaser verstärkt.

Auf den ersten Blick ähnelt der Tabou 3S+ mit seinem markigen Swallow Tail und der spitzen Nose dem Starboard Kode, doch aus der Nähe wirkt der Shape deutlich entschärfter. Das zwar recht dicke Heck wirkt nicht ganz so pummelig, die Rails bilden hinten eine richtig scharfe Abrisskante. Der Rocker – die Heckaufbiegung – fällt mit drei Millimetern noch ziemlich gemäßigt aus, und 52 Zentimeter gerader Bereich unter den Fußschlaufen schaffen eine gute Gleitbasis. Die Unterseite ist durchgehend als V-Shape mit Doppelkonkave gehalten, vorne und in der Mitte deutlich ausgeprägt, vor den Finnen dann nur noch dezent. Auf dem schmalen Heck stehen die Außenschlaufen recht nahe an der Kante, was eine gute Freerideposition ermöglicht. Innen liegende Manöver­positionen mit Waveeignung gibt es natürlich auch. Die Schlaufen sind auf dem hinten angenehm gerundeten Deck besonders weit in Längsrichtung verschiebbar. Rund um den Mastfuß bietet das ansonsten „domige“ Deck einen planen Bereich, was der Kippstabilität beim Segelaufholen und Angleiten zugutekommen dürfte.

Alles ist möglich, nichts muss

Der 3S+ zählt auf jeden Fall zur Runde der wilden Drei in dieser ­Gruppe. Das verrundete Deck gibt zwar nicht die maximale Kippstabilität beim Segelaufholen, das Board wirkt dabei allerdings nicht so klein unter den Füßen wie der We One. Der Übergang vom Dümpeln zum Gleiten erfordert daher zwar etwas sensiblere Belastung als bei einem Patrik oder JP Magic Move, bleibt aber gut machbar. Die Gleitschwelle überwindet das Board, vor allem gemessen an der „wavigen“ Optik, flüssiger als erwartet und mit anschließendem sehr flotten Durchzug von 20 km/h auf Topspeed. Die Gleitlage ist, sobald du es dir in den Schlaufen bequem gemacht hast, immer frei und reaktiv. Der Tabou 3S+ folgt wie gut dressiert bereits einem scharfen Blick in die neue Richtung, und zwar sofort und zackig. Haken zu schlagen ist dem Board genetisch vorgegeben.

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Auf dem schmalen, gewölbten Heck schmiegen sich die Füße in allen Schlaufenpositionen sehr ergonomisch gut an die Rundung an. Mit dieser guten Anbindung und freier Gleitlage lässt sich der 3S+ für Chop Hops sehr leicht aus dem Wasser hebeln oder gleich zur Air Jibe umlegen. Aber auch zum Freeriden wirkt die Standposition bequem – man darf nur keine besonders stabile Gleitlage erwarten, der Tabou will dosiert und mit Führung durch und über die Kabbelwellen gesteuert werden. Was ebenso für die Powerhalse gilt: Alles ist möglich, nichts muss. Der Tabou erlaubt alle Radien, will sauber gesteuert werden, bietet dann aber den nötigen Grip und verspringt nicht. Selbst flüssige Carving Jibes mit viel Speed sind – bei dosierter Belastung – möglich.

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surf-Fazit zum Tabou 3S+

Der 3S+ trifft den Kern der Gruppe sehr gut, denn neben besonders quirligen Manövereigenschaften und einem guten Schuss Wave­eignung fallen beim Tabou auch die Freeride-Qualitäten nicht komplett hinten runter. Wer aber auf Springen und Wellesurfen weniger Wert legt oder bei der Powerhalse und weiteren Gleitmanövern noch mehr Sicherheit erlangen möchte, trifft mit dem Tabou 3S Classic die nochmals besser passende Wahl.

Springen, Drehen, Basic Freestyle, Welleneinsatz
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Freeride
Bump & Jump
Welle

Technische Daten Tabou 3S+ Team 116

*surf-Messung; **LTD-/Team-Version

Tabou 3S+: Verfügbare Größen und Daten

VolumenBreiteLängeGewicht***Finne
8659,52276,7/6,5**19+2x11
96612296,9/6,7**20+2x11
10664,52307,1/6,9**23+2x12
116662327,4/7,3**25+2x12
12667,5232-/-28+2x12

***Herstellerangabe

Dieses Board ist Teil des großen Freemove-Tests 2026. Mit dabei sind außerdem Duotone Freewave, Goya One, JP-Australia Freestyle Wave und Magic Move, Patrik F-Cross, Severne Dyno, Starboard Kode, Tabou 3S+ und We One We Freewave. Weitere Test-Artikel aus dieser Gruppe erscheinen in loser Reihenfolge auf surf-magazin.de und in surf 3/2026.


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