Diese Boards sind im Test dabei:
Funboard – das war in den Achtzigern die erstrebenswerte Klasse. Jeder wollte ein Funboard surfen. Das surf-Magazin widmete dem Thema sogar Sondereditionen. Der Begriff ist dann ziemlich schnell verschwunden, die Marketingstrategen huldigten fortan Wave, Freestyle und Race. Dabei steckt in dem Namen doch genau das, was die meisten suchen: ein Board, auf dem man einfach Spaß hat, das Freude bereitet, und zwar bei unterschiedlichsten Bedingungen – ohne Leistungsdruck, noch schneller zu surfen oder noch den nächstschwierigeren Move zu lernen. Der Name ist weg, die Boards dafür gibt’s glücklicherweise noch. Und zwar hier!
Bis auf JP Magic Move und Patrik F-Cross hast du bei allen Boards theoretisch und auch praktisch die Wahl zwischen drei Finnen und einer einzelnen Single-Finne mit einer Powerbox in der Mitte und zusätzlichen Kästen für Seitenfinnen. In Serienausstattung überwiegt dabei das Thruster-Set, das auch in der Volumensklasse 115 Liter erstaunlich gut funktioniert und in fast allen Fällen sogar Segel bis 7,0 Quadratmeter verträgt. Das – leicht zu lüftende – Geheimnis dahinter sind die teils bereits recht langen Center-Finnen, die dann noch von den Seitenfinnen unterstützt werden.
Weil wir beim surf-Test praktisch denken, haben wir alle Boards auch mit einem alternativen Finnen-Set aufs Wasser geschickt. Diese ergänzenden Eindrücke dazu findest du in diesem Artikel. Die Testnoten beziehen sich, wie immer, auf die Boards mit Serien-Finne(n). Bei We One wird keine Finne mitgeliefert, beim Kaufpreis des Direktversenders ist aber reichlich Spielraum für dazugekaufte Flossen, die Testfinnen entsprechen der Herstellerempfehlung für den We Freewave 114.
Bei jedem Board zeigt eine Wellen-Beurteilung, wie gut es grundsätzlich für die drei Haupteinsatzbereiche geeignet ist. Für die Einordnung haben die Tester auf dem Wasser die folgenden Kriterien im Kopf:
Ich fahre auch privat ein 115er Freemoveboard – bei wenig Wind in der Welle und auf Flachwasser. Es ist das perfekte All-in-one-Board!” (Tobi Frauen, surf-Redakteur)
Für eine besonders schnelle Vorauswahl haben wir nachfolgend für ausgewählte Surfer-Typen und Einsatzbereiche ein kleines Menü an Boards zusammengestellt, die jeweils besonders gut schmecken dürften.
Einige der Boards eignen sich erstaunlich gut für leichte Gleitaufsteiger, die vielleicht schon im Trapez surfen können, jetzt aber sicheres Schlaufensurfen und die Gleithalse lernen möchten. Im Vergleich zu breiteren Freerideboards kommen die leichtfüßigen Dreheigenschaften der Freemoveboards vor allem Surfern entgegen, die nicht das erforderliche Gewicht für hohen Kantendruck mitbringen. Die Schlaufenpositionen sind auch für Aufsteiger auf allen Boards passend, und auch bei viel Zug im Segel lassen sich diese durchaus sehr sportlichen Bretter dennoch überwiegend gut bis sehr gut kontrollieren. Einfaches Angleiten und eine stabile Kurvenlage in der Halse sind daher die wichtigsten Kriterien für Aufsteiger. Hier stechen (in alphabetischer Reihenfolge) Duotone Ultra Freewave, Goya One, JP Magic Move, Patrik F-Cross und Severne Dyno besonders hervor.
Fortgeschrittene Surfer, die mit einem Board einen möglichst großen Einsatzbereich abdecken wollen, schauen vermutlich auf zumindest ordentliche Gleitleistung, das Board sollte gut drehen und bereitwillig die Finne lüften. Duotone Freewave, Goya One, JP Freestyle Wave, Severne Dyno und Tabou 3S+ bringen genau das mit.
Wenn reine Waveboards zu schlecht gleiten und der Freestyler zu radikal auf New School ausgerichtet ist, bieten diese Boards einen besonders guten Kompromiss zwischen sehr agilem Fahrverhalten, quirligen Dreheigenschaften und der Option, auch mit 115 Litern unter den Füßen zumindest gemäßigte Wellen ansehnlich abzureiten: Duotone Ultra Freewave, Goya One, JP Freestyle Wave, Severne Dyno, Starboard Kode, Tabou 3S+, We One We Freewave.
Wem klassische Freerider zu breit und zu träge sind und wer statt nüchterner Fahrleistung noch einen Schuss mehr Manöver-Spirit sucht, bekommt mit JP Magic Move und Patrik F-Cross zwei Optionen zur Auswahl, die zwar nahezu ohne Brandungseignung auskommen müssen, dafür aber auch mit größerem Segel (bis etwa 7,0 Quadratmeter) gut zum Freeriden eingesetzt werden können – mit leichtfüßigeren Halseneigenschaften und dem Potenzial, auch mal eine Duck Jibe oder einen 360 statt der klassischen Powerhalse zu probieren.