Neben dem Hybrid – als Crossover- oder Freemovesegel – deckt das GA Sails Matrix den Bereich Freeride bis Freerace ohne Camber ab. Seit 2025 wurde unter anderem die Outline optimiert und auf das neue Panel Layout umgestellt. Als Matrix ME sind die Größen 6,2 bis 7,7 zusätzlich in exklusiver Technora-Membran-Technologie erhältlich. Eingefärbter Monofilm wird nicht automatisch schussfest, aber es wirkt optisch eindeutig deutlich solider als klassische Klarsichtfolie. Und GA verspricht obendrein besonderen UV-Schutz. Das Material wirkt im Segelkörper überwiegend angemessen dick, im Achterliek fasst es sich etwas dünner an, als es von der Ferne aussieht. Hier sollen aber auch gleich vier steife Mini-Latten unerwünschtes Flattern verhindern. Das Segel kommt obendrein mit vergleichsweise wenig Loose Leech aus und federt Böen eher soft und materialschonend ab.
Die Trimmmarkierung verdeutlicht einen großen Trimmbereich für das Vorliek, doch auch im Maximum-Trimm liegt das Achterliek zwar locker an Land, dreht bei Winddruck aber sehr harmonisch auf und stabilisiert sich dort mit wenig Falten und ohne zu flattern. Vielleicht ist es der neue Schnitt oder auch die vier Vorlieksbahnen aus unterschiedlichen Tuchmaterialien, die diesen besonderen Profilverlauf ermöglichen. Die Segellatten schieben sich auch nach voller Vorlieksspannung noch weit seitlich am Mast vorbei – die Verstärkungen an den Enden sind leider nicht so solide wie bei Duotone – und werden erst durch die Trimmschotspannung nach hinten gezogen. Die Gabellänge liegt mit 1,99 Meter nominell auf der eher langen Seite – was nicht täuschen sollte, denn der Überstand über der Gabel fällt vergleichsweise kurz aus und die Segelsehne (Gabellänge plus Überstand) ebenfalls. Ansonsten wirkt das Segelfenster solide, das Topp ist mit Kevlar verstärkt und alle Lattenenden sind am Achterliek durch den Lattenspanner und Gummipads geschützt. Die Lattentaschen sind obendrein mit Dacrontape verstärkt.
Egal wie du das GA trimmst, die Charakteristik ändert sich nur wenig. Ohne Druck zieht sich das Profil nahezu flach, was Manöver und auch das Angleiten bei böigem Wind erleichtert, denn: einmal kurz aufgefiert und das Segel geht in den Leerlauf. Dichtholen und der Antrieb dreht wieder hoch. Mit etwas Winddruck bildet sich zügig ein tiefes Profil, das Segel dreht im Topp auf, flattert nicht, sondern steht da wie in eine 3-D-Form gegossen. Es liegt mit mittlerem Gewicht in der Hand, gibt im Dümpeln gut Rückmeldung über jeden Steuerimpuls und verhält sich auch bei ruppigem Wind sehr vorhersehbar und gut beherrschbar. Trotz SDM-Mast wirkt es sogar etwas gedämpft als besonders direkt. So kommst du unspektakulär, aber dennoch zügig ins Gleiten.
Das kontrollierbare Gefühl bleibt auch bei viel Wind erhalten und mit dosiertem Lift und angenehmer Dämpfung im elastischen Profil gleitet das Board schön ruhig: du hängst entspannt im Trapez und auch für die Arme gibt es nicht viel zu tun. Denn die Segelkraft konzentriert sich weiter vorne im Segel als bei einem Speedster beispielsweise. Dieser Segeldruckpunkt ist nicht einbetoniert, aber bleibt immer stabil zwischen den Händen, auch in Böen gibt es für die hintere Hand nicht plötzlich viel mehr zu ziehen, nur leicht und gefühlvoll zu steuern. Genau diese einfache Kontrollierbarkeit verhilft dem Segel auch zu ausgezeichnetem Topspeed und vergleichsweise kraftsparendem Surfen im angepowerten Windbereich. Lediglich im oberen Grenzbereich wandelt sich die Charakteristik und du musst bei den letzten ein, zwei Knoten Wind dann kräftiger zupacken als bei den Kontrollsiegern. In der Halse schiftet und rotiert das Matrix sehr sanftmütig und brav. Die Lattenrotation am Mast ist spürbar, aber ohne merklichen Ruck. Nach dem Schiften baut sich der Segelzug dann gleichmäßig wieder auf, was das erneute Beschleunigen und Einsortieren in die Schlaufen erleichtert.
Das GA Sails Matrix ist ein echtes „Easy-Going-Segel“. Es erlaubt sich keine Schwächen, ist einfach zu trimmen und bietet über den gesamten Windbereich gute Leistung. Wer sich zwischen Freeride und Freerace nicht eindeutig entscheiden kann, macht hier alles richtig.
STÄRKEN: Fahrkomfort, Manöverhandling, Speed oberer Windbereich
SCHWÄCHEN: Keine
BESONDERHEITEN: Farbiger Monofilm, der besonders UV-beständig sein soll.
*surf-Messung
| Größe | Vorliek | Latten | Mast** | Gabel | Preis |
| 5,7 | 424 | 7 | 400/430 | 182 | 929 |
| 6,2 | 447 | 7 | 430 | 185 | 939 |
| 6,7 | 462 | 7 | 430 | 193 | 949 |
| 7,2 | 478 | 7 | 460 | 199 | 959 |
| 7,7 | 491 | 7 | 460 | 210 | 969 |
| 8,4 | 508 | 7 | 490 | 218 | 999 |
**Empfehlung: 5,7 bis 6,2 RDM/SDM, 6,7: SDM/RDM 7,2 -8,4: SDM
Dieses Segel ist Teil des großen No Cam Freeride-Tests 2026. Mit dabei sind Duotone X_Pace, GA Matrix, Goya Mark 7, GunSails Rapid, NeilPryde Speedster Evo, Sailloft Cross und Severne NCX. Alle Testergebnisse in surf 5/2026 und in loser Reihenfolge hier auf surf-magazin.de!
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