Jason Polakow und Teahupoo, wenn diese beiden Naturgewalten aufeinandertreffen, gibt es immer spektakuläre Bilder! Nachdem Polakow 2006 erstmals die brutale Welle vor Tahiti mit dem Windsurf-Board geritten ist, kam er 2009 zurück. “”Es lief nur etwa jede Stunde ein Set über das messerscharfe und sehr flache Riff”, berichtete er anschließend in surf. “Wind gab`s nur, wenn über den Bergen ein Regenschauer niederging. Dann kamen gerade mal ein paar schlappe Böen, die ausreichten, damit ich mich mit dem Windsurfer in die Wellen pumpen konnte.”
Im Oktober 2009 feierte “Four Dimensions” beim World Cup auf Sylt Premiere, der erste “große” Film von André Paskowski. Für surf erzählte er von der Idee, den Dreharbeiten und den Herausforderungen. Beim Mittagessen während des Trainings in Jeri entstand gemeinsam mit Marcilio Browne und dem schwedischen Filmer Peter Svensson die Idee zu einem Film mit den neuesten technischen Möglichkeiten, der die bisherigen kostenlosen Kurz-Clips hinter sich lassen sollte. Das Budget von 18.000 Euro war schon beim ersten Trip auf die Kapverden arg strapaziert, wo dann auch noch die Bedingungen nicht das hielten, was sie versprochen hatten. Als nächstes ging es ins Windsurf-Mekka Maui, dort wurde bisweilen mit acht (!) Helikoptern gleichzeitig gefilmt - Drohnen waren 2009 noch unerreichbar. Danach waren die Festplatten voll, aber das Konto leer, André begann sich mehr auf das Film-Projekt als auf die Contests zu fokussieren. Mit neuen Partnern ging es noch nach Dahab, Fuerte und Pozo, am Ende stand dann ein auch heute noch spektakuläres Meisterwerk. Mit “Minds Winde Open” und “Below the Surface” schuf André noch weitere Meilensteine, im August 2013 starb er viel zu früh an Krebs. Dass seine Filme unzählige Windsurfer nicht nur unterhalten, sondern auch inspiriert haben, wurde erst kürzlich wieder an “Pasko - the Magic Move” von Maarten Molenaar deutlich.
Als eingefleischter Waverider hatte surf-Redakteur Manuel Vogel lange Zeit nicht das beste Bild vom Deutschen Windsurf Cup. In der Midsurf-Crisis überfällt Manuel dann aber der Drang, nach zwei kläglichen Anläufen während der Zivi-Zeit die eigene Regatta-Bilanz nochmal aufzupolieren. Schwerpunkt natürlich Wave und Freestyle, doch mit einer minimalen Slalom-Ausstattung soll die Zeit auf dem Wasser zumindest ein wenig optimiert werden. Formula fällt aus monetären und ästhetischen Gründen raus. Der erste Event auf Norderney läuft dann auch besser als erwartet, Kleinigkeiten wie falsche Uhr-Einstellungen, Schleuderstürze und Frühstarts mal außen vor gelassen. Auf Rügen ging dann nix, dafür beim Finale auf Sylt: Manuel “wurstelt” sich mehrfach bis ins Finale vor und bekommt dort von den ganz Großen gezeigt, wie es geht. “Wenn du die Nase an der Tonne vorne hast, dann darfst du auch aggressiver fahren”, rät Gunnar Asmussen. “Wenn da mal einer brüllt, ist das normal - also nicht erschrecken!” Und als sich Manuel während einer Kurzzeit-Führung schon als Held von Westerland träumt, wird er von Flessi eiskalt abgezockt. Im anschließenden Freestyle-Heat ist Manuel der beste Schwimmer und verlässt die Insel mit einer besseren Slalom- als Freestyle-Platzierung. “Heißt das jetzt, dass ich alt werde?”
Den Namen Tiesda You kennen vielleicht nicht alle Windsurfer, seine Ideen hingegen prägen viele Bereiche des Sports seit vielen, vielen Jahren: Der Starboard-Shaper wirkt wie ein “rastloser Geist in einem gelassenen Körper”, schreibt Stephan Gölnitz über einen Besuch in den heiligen Hallen der Marke. Tiesda, französischer Staatsbürger, in Quatar aufgewachsen und dort als Shaper gestartet (”bei rund zehn Windsurfern nicht unbedingt das große Business”), hatte sich nach dem Studium in London per Mail bei Starboard-Boss Svein Rasmussen beworben. Diese Mail kam leider als unformatierter Bandwurm bei Svein an, dennoch war ihm klar: “Diesen Mann müssen wir hierher holen!” Seitdem prägt der Geist von Rasmussen und You die Marke - und darüber auch die Szene. Starboard Go, breite Quad-Boards, extreme Formula-Shapes - alles Ideen, die das Duo schnell entwickelt und umgesetzt hat. “Die Extreme ausloten, Grenzen überschreiten - das schimmert immer wieder als Starboard-Philosophie durch und nicht wenige Mal hat man sich dadurch einen Vorsprung verschafft.” Beide lieben die großen Schritte, “die nicht einen Knoten mehr Topspeed bringen, sondern richtig Schwung auf den Markt”. Das der wieder wächst, ist vor allem Sveins großes Ziel, er setzt 2009 große Hoffnung in den SUP-Hype, der dann auch das Leichtwind-Surfen wieder pushen soll.
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