RückspiegelDas waren die Highlights in surf 10/2009

Tobias Frauen

 · 07.12.2024

"Der pure Wahnsinn. Jason Polakow geht keinem Risiko aus dem Weg und reitet das Monster in Teahupoo", lautet die Beschreibung des Oktober-Covers mit einem atembearubenden Bild von Tim McKenna.
Foto: surf Archiv
Gleich mehrere Meilensteine im Oktober-Heft von 2009: Der Quad-Trend nimmt Fahrt auf, und André Paskowski zeigt “Four Dimensions”. Außerdem durfte surf einen Blick hinter die Starboard-Kulissen werfen und surf bringt eine - sehr amüsante - Inside-Story aus dem DWC!

Themen in diesem Artikel

Jason Polakow und Teahupoo, wenn diese beiden Naturgewalten aufeinandertreffen, gibt es immer spektakuläre Bilder! Nachdem Polakow 2006 erstmals die brutale Welle vor Tahiti mit dem Windsurf-Board geritten ist, kam er 2009 zurück. “”Es lief nur etwa jede Stunde ein Set über das messerscharfe und sehr flache Riff”, berichtete er anschließend in surf. “Wind gab`s nur, wenn über den Bergen ein Regenschauer niederging. Dann kamen gerade mal ein paar schlappe Böen, die ausreichten, damit ich mich mit dem Windsurfer in die Wellen pumpen konnte.”

Making of “Four Dimensions”

Im Oktober 2009 feierte “Four Dimensions” beim World Cup auf Sylt Premiere, der erste “große” Film von André Paskowski. Für surf erzählte er von der Idee, den Dreharbeiten und den Herausforderungen. Beim Mittagessen während des Trainings in Jeri entstand gemeinsam mit Marcilio Browne und dem schwedischen Filmer Peter Svensson die Idee zu einem Film mit den neuesten technischen Möglichkeiten, der die bisherigen kostenlosen Kurz-Clips hinter sich lassen sollte. Das Budget von 18.000 Euro war schon beim ersten Trip auf die Kapverden arg strapaziert, wo dann auch noch die Bedingungen nicht das hielten, was sie versprochen hatten. Als nächstes ging es ins Windsurf-Mekka Maui, dort wurde bisweilen mit acht (!) Helikoptern gleichzeitig gefilmt - Drohnen waren 2009 noch unerreichbar. Danach waren die Festplatten voll, aber das Konto leer, André begann sich mehr auf das Film-Projekt als auf die Contests zu fokussieren. Mit neuen Partnern ging es noch nach Dahab, Fuerte und Pozo, am Ende stand dann ein auch heute noch spektakuläres Meisterwerk. Mit “Minds Winde Open” und “Below the Surface” schuf André noch weitere Meilensteine, im August 2013 starb er viel zu früh an Krebs. Dass seine Filme unzählige Windsurfer nicht nur unterhalten, sondern auch inspiriert haben, wurde erst kürzlich wieder an “Pasko - the Magic Move” von Maarten Molenaar deutlich.

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Windsurf Cup im Selbstversuch

Als eingefleischter Waverider hatte surf-Redakteur Manuel Vogel lange Zeit nicht das beste Bild vom Deutschen Windsurf Cup. In der Midsurf-Crisis überfällt Manuel dann aber der Drang, nach zwei kläglichen Anläufen während der Zivi-Zeit die eigene Regatta-Bilanz nochmal aufzupolieren. Schwerpunkt natürlich Wave und Freestyle, doch mit einer minimalen Slalom-Ausstattung soll die Zeit auf dem Wasser zumindest ein wenig optimiert werden. Formula fällt aus monetären und ästhetischen Gründen raus. Der erste Event auf Norderney läuft dann auch besser als erwartet, Kleinigkeiten wie falsche Uhr-Einstellungen, Schleuderstürze und Frühstarts mal außen vor gelassen. Auf Rügen ging dann nix, dafür beim Finale auf Sylt: Manuel “wurstelt” sich mehrfach bis ins Finale vor und bekommt dort von den ganz Großen gezeigt, wie es geht. “Wenn du die Nase an der Tonne vorne hast, dann darfst du auch aggressiver fahren”, rät Gunnar Asmussen. “Wenn da mal einer brüllt, ist das normal - also nicht erschrecken!” Und als sich Manuel während einer Kurzzeit-Führung schon als Held von Westerland träumt, wird er von Flessi eiskalt abgezockt. Im anschließenden Freestyle-Heat ist Manuel der beste Schwimmer und verlässt die Insel mit einer besseren Slalom- als Freestyle-Platzierung. “Heißt das jetzt, dass ich alt werde?”

Starboard-Shaper Tiesda You im Porträt

Den Namen Tiesda You kennen vielleicht nicht alle Windsurfer, seine Ideen hingegen prägen viele Bereiche des Sports seit vielen, vielen Jahren: Der Starboard-Shaper wirkt wie ein “rastloser Geist in einem gelassenen Körper”, schreibt Stephan Gölnitz über einen Besuch in den heiligen Hallen der Marke. Tiesda, französischer Staatsbürger, in Quatar aufgewachsen und dort als Shaper gestartet (”bei rund zehn Windsurfern nicht unbedingt das große Business”), hatte sich nach dem Studium in London per Mail bei Starboard-Boss Svein Rasmussen beworben. Diese Mail kam leider als unformatierter Bandwurm bei Svein an, dennoch war ihm klar: “Diesen Mann müssen wir hierher holen!” Seitdem prägt der Geist von Rasmussen und You die Marke - und darüber auch die Szene. Starboard Go, breite Quad-Boards, extreme Formula-Shapes - alles Ideen, die das Duo schnell entwickelt und umgesetzt hat. “Die Extreme ausloten, Grenzen überschreiten - das schimmert immer wieder als Starboard-Philosophie durch und nicht wenige Mal hat man sich dadurch einen Vorsprung verschafft.” Beide lieben die großen Schritte, “die nicht einen Knoten mehr Topspeed bringen, sondern richtig Schwung auf den Markt”. Das der wieder wächst, ist vor allem Sveins großes Ziel, er setzt 2009 große Hoffnung in den SUP-Hype, der dann auch das Leichtwind-Surfen wieder pushen soll.

Das gesamte Heft gibt es oben in der Galerie zum Durchklicken!

Und sonst so?

  • Der Foil-Trimaran “L`Hydroptere” stellte einen neuen Weltrekord für segelbetriebene Fahrzeuge auf: 51,36 Knoten fuhr da Geschoss vor Hyeres, mit an Bord war unter anderem Anders Bringdal, der als neuer Mistral-Eigner die Klamotten beisteuerte.
  • Im Test treten sieben radikale Freestyleboards an, bei den Segeln müssen sich Freestyle-Tücher gegen ihre Sideshore-Geschwister behaupten. Spannend der DIY-Finnen-Test: Kann man eine Serienfinne einfach absägen, um einen kleinen Freestyle-Dorn zu bekommen? Man kann, allerdings mit großen Einbußen bei Speed, Gleiten und Höhelaufen. “Bei zwei bis zweieinhalb Zentimetern” sieht Experte Dani Aeberli die Grenze für den Heimwerker.
  • Die ersten Quads auf dem Markt, nach Starboard hat nun auch JP-Australia einen Vierspänner herausgebracht. Um sein neues Board vorzustellen, kam Wave-Weltmeister Kauli Seadi persönlich in der surf-Redaktion in München vorbei. Weißwurstfrühstück inklusive. Der erste Eindruck des Brettes ist ebenfalls vielversprechend.
  • Ein echter Klassiker im Spot Guide: Kaum eine Gegend bietet so viel Abwechslung und Möglichkeiten wie Rügen. Von Touri-Strand bis Geheim-Spot, von feinstem Flachwasser bis zu kerniger Ostsee-Welle. Wer aktuellere Infos sucht: Die besten Windsurf-Spots auf Rügen

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Tobias Frauen

Tobias Frauen

Redakteur

Tobi verantwortet alles Digitale – von der surf-Webseite bis zu den Social-Media-Kanälen – und sorgt täglich für frischen Bild- und Videocontent. Seine Surf-Wurzeln reichen vom Münsterland über Ijsselmeer, Brouwersdam und Sylt bis nach Kiel und Heidkate. Heute lebt er seit über zehn Jahren in Hamburg als „Weekend Warrior“ und ist so oft wie möglich mit Campingbus und Familie unterwegs – bevorzugt an Ostsee, SPO, Dänemark sowie in Finnland, Schweden oder Sardinien.

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