“Es gibt einen Platz auf dieser Welt, der mich nicht mehr loslässt”, schreibt Andy Wolff über die tahitianische Insel Tubuai. Nachdem Andy zu Beginn seiner Windsurf-Karriere einen Tahitianer kennengelernt und diesen zu Hause besucht hatte, war er verliebt in das nahezu unberührte Paradies. Nun machte er sich auf den Weg zu der Inselgruppe der Australen, die vom Passat umstreichelt und von der Zivilisation einigermaßen verschont sein sollen. Von Tahitis Hauptstadt Papeete aus geht ein Schiff, das jedoch eine Woche braucht. Die Fluggesellschaft, die die Inselchen versorgt, ließ sich erst durch gutes Zureden davon überzeugen, Windsurfmaterial in die kleine Propellermaschine zu quetschen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt, Andy, Levi Siver und Jerome Boldoires finden ein wahres Paradies vor. Die Einheimischen sind begeistert vom Windsurfen, mögen es aber nicht selbst ausprobieren. Sie wollten sich nicht blamieren, “schließlich galt es, den Ruf der Polynesier als virtuose Seefahrer zu bewahren.” Gesurft wurde reichlich, die Bilder in der Geschichte sprechen für sich!
Wie die Entwicklung von neuen Boards abläuft, hat Stephan Gölnitz am Beispiel von drei Marken nachgezeichnet. Neben den Big Playern Fanatic und JP-Australia ist auch HiFly mit Shaper Klaus Jocham dabei. Der testet alle Boards selber, hat mehr als 20 Jahre Erfahrung und bei der Konzeption vor allem normale Surfer im Blick. Bei JP schaut man vor allem auf Zahlen: Testergebnisse, Marktanalysen und die direkte Konkurrenz werden als Basis genommen, um das Lastenheft neuer Boards zu füllen. Zielstrebig werde an bestimmten Fahreigenschaften gearbeitet, akribische Vergleichsfahrten sollen die Unterschiede zwischen Prototypen aufzeigen. “Und eure Tests”, so JP-Shaper Werner Gnigler grinsend zu surf, “sparen mir natürlich auch viel Arbeit. Ich könnte mir nie so viele Bretter organisieren und testen.” Wer bei Fanatic ein Waveboard kauft, bekommt 2002 einen original Goya. Der Wave-Weltmeister entwickelt gemeinsam mit Shaper Sebastian Wenzel die Shapes, die bis ins Detail identisch in Produktion gehen. Ist ein Board vom Style-Guru nicht zu radikal für den durchschnittlichen Ostsee-Rutscher? “Auch meine Bretter müssen in allen Bedingungen funktionieren”, versichert Francisco. “Ich benutze sie überall, unterscheide da nicht zwischen Onshore- und Sideshore-Revieren.” Durch den schnelleren Wave-Style der Profis seien die Boards auch für Hobby-Surfer besser fahrbar geworden.
Werner Hickel ist leidenschaftlicher Windsurfer wie so viele und hat sich den Hawaii-Traum erfüllt. Doch Maui ist abseits der Profi-Videos deutlich weniger glamourös. In surf beschreibt er sein Leben in einer WG voller Surf-Freaks mit abenteuerlichem Lebenswandel, Ungeziefer und Billig-Nudeln im Hunderter-Pack. Maui on a budget, das kann hart sein. Ein günstig geschossenes Board entpuppt sich als Diebesgut, zum Glück ist der rechtmäßige Besitzer einigermaßen friedlich - ganz im Gegensatz zu anderen Locals, die im Line-Up wilde Verwünschungen brüllen und Auto-Reifen zerstechen. Warum nimmt jemand das auf sich? Eine Session in Hookipa rückt dann das Windsurfer-Leben wieder zurecht: Die Welle, von niemand Geringerem als Francisco Goya überlassen, entpuppt sich als der Ritt des Lebens. Anschließend gelingt Werner noch der erste richtige Frontloop. “Fürs Paradies geht es hier ganz schön ruppig zu”, resümmiert Werner. “Sie hat ihren Preis, die unermessliche Anmut und Intensität Hawaiis. Ob die Inseln in ihrem mystischen, unvergleichlichen Licht erstrahlen oder nicht, hängt immer nur an einem selbst.”
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