In den Niederlanden hat Kees Radius - passend zu seinem Namen - ein rundes Rigg entwickelt, dass das berüchtigte Patent (siehe surf 6/1978) umgehen soll. An einem halbrunden Alu-Mast ist ein kreisrundes Tuch befestigt, das Achterliek wird durch mehrere Latten gespannt. Der Clou des Ganzen ist der spierenartige Griff, der sich vom Patentgeschützten Gabelbaum abheben soll. Ten Cate hatte sich das Recht am Radius-Rigg gesichert und es gemeinsam mit dem Erfinder ein Jahr lang weiterentwickelt, unter anderem entstand ein tropfenförmige Ableger. Doch nun sprang Ten Cate ab und Radius sucht nach neuen Partner-Firmen, die das Patent umgehen wollen. Dabei räumt er ein, dass sein Entwicklung wegen zahlreicher Kleinteile teurer sei und das Brett durch den niedrigen Druckpunkt schwerer zu steuern wird. Wichtigstes Signal der ganzen Geschichte: “Jedenfalls zeigt sein Rigg, dass die Entwicklung im Surfsport noch lange nicht zu Ende ist!”
Auf der Messe “Spoga” in Köln sind alle Hersteller nach der Bestätigung des Patents in heller Aufregung. Während viele Bretter in Erwartung langer Prozesse und unsicherer Zukunftsaussichten teurer werden, hängt beispielsweise Hersteller Akutec stolz die letzte Seite des Vertrags mit Hoyle Schweitzer am Stand auf, um Kunden von der Rechtmäßigkeit zu überzeugen. Schweitzers Anwälte schauen sich indes neugierig auf der Messe um, um die neuen Ideen zur Umgehung des Patentes zu finden. Sie “zeigten sich in Köln vor allem von den Ersatzkontruktionen für den Gabelbaum überrascht”, so Insider. Mistral und Solar-Star, die beide unkonvetionelle Griff-Lösungen ausgetsllt hatten, sehen die Anwälte unter vorgehaltener Hand auf der sicheren Seite. Durchgesetzt haben sich diese Lösungen jedoch nie.
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