“Hookipa - der Name wird für Surfer bald einen ähnlichen Klang haben wie die Eiger Nordwand für Bergsteiger oder Kap Hoorn für Segler” prophezeit surf in einer großen Fotostory und liegt damit bekanntlich goldrichtig. Jeder Windsurfer kennt den kleinen Strand auf Maui, fast jeder hat schon die Umgebung bei Google Maps studiert, selbst Kleinigkeiten wie die Leitplanke oder der Tower der Lifeguards kennt man, ohne jemals dort gewesen zu sein. Anfang der Achtziger hatte Mike Waltze den Spot entdeckt. “Hier gehen nur ganz wenige Superkönner raus - und was sie zeigen, ist die Spitze unseres Sports” schreibt surf über das “schwierigste Revier der Welt”. Malte Simmer beschreibt eindrucksvoll, wie Hookipa an Close-Out-Tagen ist, an denen auch er nicht rausgeht. Wenn die Welle aber kontrolliert bricht, ermöglicht sie spektakuläre Sprünge, “aber um einen Superflug hinzukriegen, wäscht es dich meist zweimal”, so schwierig sei das Timing. Auch Jürgen Hönscheid hat Respekt vor den Wellen, den Felsen und dem schmalen Channel: “Das alles zusammen macht Hookipa zu einem der brutalsten Surfspots. Man fährt hier dauernd an der oberen Grenze des Möglichen.”
Man fährt hier dauernd an der oberen Grenze des Möglichen.” (Jürgen Hönscheid über Hookipa)
Dem Segel werde nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die es verdiene, findet surf. Anfang der Achtziger kauft man die meisten Bretter “komplett”, das heißt bei dem ersehnten Wunsch-Board hat der Hersteller einfach ein Segel dazugepackt. Woran erkennt man dabei ein gutes Segel, das hat surf sechs namhafte Segelmacher gefragt. Diese philosophieren über Nähte (”doppelter Zickzackstich” ist hier der wichtigste Punkt), die Anzahl der Tuchbahnen (mindestens fünf, maximal zehn) und Mylar als Segelmaterial (”noch nicht ausgereift”). Etwas erschreckend, dass viele der Experten einem Segel nur eine Lebensdauer von einer Saison geben, je nach Nutzung.
Frauen seien “nicht so gliedmaßenbetont wie die Männer”, heißt es in einer großen Reportage über den weiblichen Ansturm auf die Surfschulen, der im Sommer 1981 verzeichnet wurde. Was das genau bedeutet, bleibt nebulös, nicht jedoch der chauvinistische Grundton der männlichen Autoren. Die freuen sich über den niedrigen Altersdurchschnitt der Schülerinnen (”Matronen meiden ohnehin das Brett wie Katzen das Wasser”), während zumindest ein Surflehrer glaubt, die wahre Motivation der Frauen zu kennen: “Das ist doch nur eine Selbstbestätigung für Frauen, die mit ihrem Aussehen nicht zufrieden sind”, so sein Urteil. Er zeigt sich auch enttäuscht, dass nur wenige “extrem hübsche” Frauen zu ihm in die Schule kommen, seine weibliche Kundschaft setze sich vielmehr aus “nicht gerade hässlichen, aber etwas molligen Damen” zusammen, die hauptsächlich Kontakte suchten. Beflügelt worden sei der Boom der windsurfenden Frauen durch leichteres Material und den “Trend zum Zweitbrett”, so die messerscharfe Analyse der Autoren: Wenn der Mann mit seinem neuen Board unterwegs ist, kann die Frau ja die alte Gurke ausprobieren.
Ein Jahr nach dem Start der legendären Selbstbau-Serie zur “Speed Machine” zieht surf Bilanz. “Als einsame Spinner wurden sie anfangs belächelt, als Dauerwellen-Produzenten verspottet oder als Sozial-Surfer bemitleidet”, heißt es eingangs, doch niemand habe sich vorstellen können was durch die Serie auf “die Shops, den Zubehörhandel, die Ehefrauen” zugekommen sei. Einige Selbstbauer erzählen ihre Geschichten: Da ist der Frankfurter Bastler, der das fertige Brett nicht aus dem Keller bekam und es letztendlich durchsägen musste. Da ist der Geschäftsführer eines Kaufhauses, der - offenbar vor dem Hintergrund halbwegs realistischer Einschätzung seines handwerklichen Könnens - vorsichtshalber gleich zwei Bausätze kaufte. Da ist auch der Achtjährige, der sein Taschengeld wöchentlich in Material investierte. Der eine wandelte sein Wohnzimmer in einen Shaperoom um und musste innerhalb einer Woche fertig werden, um von der Frau nicht vor die Tür gesetzt zu werden, der andere laminierte im ferienbedingt unbewohnten Kinderzimmer und erkundigte sich vorsichtig, ob der Harzgestank dem Nachwuchs gefährlich werden könne. Gleich mehrere Hobby-Shaper starteten eine Kleinserie - das Selberbauen machte also offenbar doch süchtig. Direkt danach startete übrigens die nächste Serie mit dem Schwerpunkt Leichtbau!
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