“Nun explodiert die Freestyle-Szene, und beinahe täglich erreichen uns neue Namen von Youngstern, die schon wieder ein spektakuläres Manöver erfunden haben”, schreibt Andreas Erbe im Editorial. Ein Surfer überrage jedoch alle: Ricardo Campello. “Der 18-jährige [...] bestimmt im Moment was auf dem Freestyle Parkett getanzt werden muss.” Und auch wenn kaum jemand die Moves nachmachen könne, verschaffe “alleine das Anschauen einen gehörigen Adrenalin-Kick.” Passend zum Freestyle-Hype bringt surf eine große Fahrtechnik-Strecke: “Cooler Moves” mit Ricardo für die Crack - und Classic Freestyle auf dem Longboard zum Nachmachen für alle Normalsterblichen - von Kante fahren bis zum Luv-360er.
Was heute schlicht als RDM bekannt und verbreitet ist, war 2003 als “Skinny” noch relativ neu: Dünnere Masten mit dickeren Wänden. surf testet, wie sich die schlanken Spargel auf das Segel und die Fahreigenschaften auswirken, von “schwammig, das Segel staucht und arbeitet stark” bis hin zu “volle Leistung und neutrales Segelgefühl” ist alles dabei. “Der Spaß fängt schon beim Aufriggen an”, schwärmt Sailloft-Segelmacher Gerrit Maaß, und surf-Tester Gunther Baade findet Riggs mit RDMs liegen leichter in der Hand.
Der Vorläufer des Slalom X, der in der Saison 2024 Premiere feierte, ist bekanntlich der Super X. surf lud vor dem ersten World Cup eine Reihe von Fahrern und Branchen-Insidern zum allerersten Super X-Rennen an den Gardasee ein. Noch nicht alle haben die Pflicht-Manöver (Start - 360er - Duck Jibe - Spock - Duck Jibe - Flaka - Duck Jibe - Sprung über die Wurst) drauf, der spontan angereiste Randy Naish fragt verwundert “What the fuck is a Spock?”. surf-Autor Steve Chismar hat wie einige andere Profis mit dem schwachen Wind zu kämpfen. Vor allem der finale Sprung über die Gummi-Wurst, die dieses Jahr beim Slalom X ein Comeback feierte, wird zur unüberwindbaren Hürde. Nicht wenige “klettern wie nasse Klammeraffen über den Gummibalg”. Steve: “Es gibt noblere Sekunden als die, vor einer schaulustigen Menge nach vorne katapultiert zu werden.” Klarer Vorteil für die Racer, die zu Riesen-Lappen greifen und Manöver-Nachteile in Kauf nehmen. Wie gut Super X sein kann, zeigen Robby Swift und Andrea Rosati, die zwei Heats mit spektakulären Moves und komplett im Gleiten durchziehen. PWA-Tourmanager Rich Page beobachtet aufmerksam und weiß vor dem ersten World Cup: “Die Disziplin muss bei mehr Wind veranstaltet werden.”
“Ob im Busch oder im Dschungel, eine Tasse Tee am Tag muss sein!” erzählt Kumpel und Reise-Partner Lars Gobisch über Klaas Voget. Der Ostfriese ist 2003 der Shooting-Star, wird als kommender Deutscher Meister gehandelt, startet im World Cup und wird von der Damenwelt umschwärmt. Seine Wurzeln pflegt Klaas nicht nur in Sachen Heißgetränke, sondern auch wenn er ans Kleine Meer nahe Aurich zurückkehrt: Dort liegt noch immer der alte Ten Cate, auf dem Klaas und seine Brüder surfen lernten. Er stelle sich immer noch gerne auf die “alte Gurke und schipper bei zwei Beaufort übers Wasser”, erzählt Klaas. Nach den Zivildienst auf Norderney und einem halben Jahr in Südafrika ist er in Kiel gelandet und studiert dort Sportwissenschaft. Dass er sein damals schon offensichtliches Talent auch in gute Ergebnisse ummünzen kann, erkannten seine Freunde schon früh: Großer Ehrgeiz und starker Wille sollten Klaas zum besten deutschen Waverider der folgenden mindestens 15 Jahre machen. Homebase bleibt aber immer der Norden: “Ich bin leidenschaftlicher Waverider, und dafür haben wir in Deutschland leider nicht gerade die besten Bedingungen, aber trotzdem würde ich nie von hier weggehen!”
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